Mittwoch, 7. April 2010

Old School Metal Attack

Salve


Der große Tag nach wochenlangem Warten und jahrelangem Beten war gekommen. Sind alle Wünsche und Erwartungen in Erfüllung gegangen? In den nächsten Zeilen wird dies geklärt.
Begonnen hat der Abend schon einmal mit einem Reinfall: Die an und für sich grandiose Idee , die 10 Minuten Zeit zwischen Ankunft unseres Busses und der Abfahrt der S-Bahn mit einem Kauf von Biervorräten zu überbrücken klang absolut sinnvoll und stimmig und hätte auch bestens geklappt, wenn vor uns an der Kasse nicht ausschließlich Kunden gewesen wären, die eine atomare Katastrophe erwarteten und sich deshalb für die nächsten Jahre mit Lebensmitteln eingedeckt haben. So kam es, wie es kommen musste und der Zug fuhr uns vor der Nase weg und wir waren dazu verdammt, die nächste halbe Stunde am Marbacher Bahnhof zu verbringen und uns die Biere einzuverleiben, die uns das ja eigentlich erst eingebrockt haben.
Dem Vorhaben rechtzeitig zu erscheinen tat dieser Umstand jedoch keinen Abbruch, aber leider fiel so der von mir ins Auge gefasste Plan, ein paar Geocaches auf dem Weg zur Rockfabrik zu suchen mehr oder wenig flach. An den beiden Orten, an denen welche sein müssen haben wir jeweils ein paar Minuten der Suche investiert, aber nur oberflächlich und erfolglos.
Diese Erfolgsquote von bis dahin 0% wäre an jedem anderen Tag frustrierend gewesen, aber an diesem Abend stand wichtigeres auf dem Plan und so schritten Steffen und ich zügigen Schrittes, zielstrebig und wie magisch angezogen in Richtung Rockfabrik. Diese Kraft verfehlte jedoch ihre Wirkung auf Diana, die sich der Rockfabrik in nahezu kriechendem Tempo nähere. Dort endlich angekommen ging es erst einmal durch den oberen Eingang in den Club 2, wo die ganze Veranstaltung stieg und es bereits überraschend voll war.


Sacred Steel bildete den Einstieg in den Reigen und war natürlich wieder eine Bank und es hat einfach alles gestimmt – endlich auch wieder das Publikum! Dieses war bei meinem letzten Konzert von Sacred Steel in Esslingen nämlich recht bunt zusammengewürfelt, größtenteils mit dem Material oder sogar dieser Musikrichtung nicht vertraut und dementsprechend unwillig, entsprechende Reaktionen zu zeigen, wie es sich bei einer solchen Band gehört.


Hier in Ludwigsburg nun waren nun aber wieder ausschlich absolute Maniacs dabei und ich – wie könnte es anders sein – in der ersten Reihe Mitte.


Der Sound war hier natürlich nicht der beste und von Gerrits Gesang hab ich nur wenig bis teilweise auch gar nichts gehört, aber macht ja nix: Wenn man selbst das komplette Programm auswendig kann ist das schließlich nicht zwingend von Nöten. Die schönsten Sacred Steel-Konzerte - und ich denke, ich kann hier aus Erfahrung sprechen – sind und bleiben die, die in Ludwigsburg vor heimischem Publikum ausgetragen werden. Das Konzert hätte für meinen Geschmack ruhig etwas länger ausfallen können, aber wenn es nach mir geht, wäre wohl auch eine zweistündige Show noch immer zu kurz. Insofern und auch in allen anderen Belangen: Alles richtig gemacht!
Da Sacred Steel auch schon verspätet begannen, kamen wir zu der Annahme, dass bis zum Beginn des Konzerts von Exumer noch ein wenig Zeit verginge und so haben wir die Zeit genutzt um nochmals den Versuch zu wagen, eine Runde zu cachen. Der Cache direkt vor den Toren der Rockfabrik blieb uns hierbei verwehrt, aber immerhin gab es schlussendlich mit dem vierten und letzten Cache des Tages in 200 Meter Entfernung doch noch ein Erfolg zu verbuchen, der mich zumindest für den Moment auf eine Stufe mit meinem Geocaching-Kumpel Simon hebt, der genauso viele Funde zu verbuchen hat wie ich.


Mit diesem Erfolg im Rücken gingen wir zurück zur Spielstätte von Exumer. An und für sich finde ich die ja erstklassig, aber in diesem wahnsinnigen Billing sind sie für mich einfach untergegangen und so habe ich sie nur am Rande verfolgt. Andere sahen das anders und so hatten die ersten Reihen mächtig viel Spaß, den man ihnen auch ansah. Sänger und Publikum stachelten sich gegenseitig hoch und alle hatten ordentlich Spass inne Backen. Viel mehr Worte möchte eigentlich zu Exumer gar nicht mehr verlieren – zu wenig Aufmerksamkeit habe ich ihnen zu Teil werden lassen, als dass ich eine fundierte Meinung von mir geben könnte. Nur so viel sei noch gesagt: auch wenn man in der Vergangenheit immer wieder von Zeugen zu hören bekam, dass Exumer live nicht unbedingt das Gelbe vom Ei seien, so kann ich doch von mir behaupten, dass es mir gefallen hat.


In der nachfolgenden Pause habe ich mir dann wieder rechtzeitig einen Platz in der ersten Reihe gesichert, denn das, was nun kam war auch das, wofür ich seit Jahren gebetet habe: Einmal das Songmaterial von Savage Grace live hören; von „Savage Grace live sehen“ kann schließlich nicht unbedingt die Rede sein, da die Band ja bekanntermaßen aus Mitgliedern von Roxxcalibur und als einzigem Originalmitglied dem Sänger besteht. Dass die Band was auf dem Kasten hat, hat sie ja schon vielfach unter Beweis gestellt – die potentielle Schwachstelle der Kette musste also der Sänger sein. Dass Besucher vorheriger Konzerte auf der aktuellen Tour von Savage Grace sich in Foren teils sehr negativ geäußert haben konnte mich in keinster Weise erschrecken, denn ich bin einzig mit einer Hoffnung hier erschienen: Material – und sei es auch nur ein Lied – von meiner Lieblingsalbum aller Zeiten „Master Of Disguise“ zu hören. Und insofern wurde ich auch in keinster Weise enttäuscht, denn diese Erwartung wurde über die Maßen erfüllt. Ich fühlte mich wie im Paradies! Erschreckend war jedoch der Sound, der als ein einziger Brei aus den Boxen kam. Ich lasse mich von so etwas normalerweise nicht abschrecken und bin kein Soundfetischist, der auch noch am glasklarsten Ton was auszusetzen hat und gezeigte Spielfreude auf der Bühne – die zweifelsohne gegeben war – macht das für mich üblicherweise wieder wett, aber es klang so katastrophal, dass ich es nach der Hälfte des Sets vorzog, mich weiter nach hinten zu verziehen und den Rest der Show mit Ohrstöpseln zu genießen.
Von dort konnte ich dann einen gut gelaunten Savage Grace-Sänger bestaunen, der in seiner viel zu großen Lederhose und seinem Piratenhemd nebst entsprechendem Kopftuch etwas neben der Kappe aussah, aber mopsfidel über die Bühne huschte und in seiner darstellerischen Leistung in nicht wenigen Momenten an einen Priester erinnerte, der uns eine Predigt las. Und dafür, dass er seinen letzten Auftritt in der Rockfabrik vor Sage und Schreibe weit über 20 Jahren hatte, hat der Mann sich echt verdammt gut gehalten – ob es wohl an den sich selbst verschriebenen Vitaminpillen liegt? Zur Stimme kann ich nicht viel sagen, denn die war ja leider kaum zu vernehmen, jedoch die Songauswahl war die absolute Vollbedienung und es gab auch massig Stoff von der schlicht und ergreifend anbetungswürdigen „Master of Disguise“-Scheibe. Zum Abschluss gab es dann noch einen mit „Exciter“ ein Cover von Judas Priest, dem die Fans gegenüber dem laut Setlist ebenfalls zur Diskussion stehenden „Motorcycle Man“ von Saxon den Vorzug gaben.


Der Anfang der nachfolgenden Omen ging leider an mir vorbei, aber zum Glück habe ich nur den allerkleinsten Teil verpasst und zu verpassen gab es einiges: Die erste Band an diesem Abend, die zumindest einen halbwegs passablen Ton hatte und einen Sänger, der ein tierisch guter Entertainer ist und das Publikum zu jedem Zeitpunkt fest in den Händen hielt. Das Songmaterial ist sowieso göttlich und trotz der Qual der Wahl war die Setlist doch so ausgelegt, dass einfach jeder der Anwesenden glücklich sein musste. Savage Grace war zwar an diesem Abend meine am heißesten ersehnte Band, aber dieser eine Auftritt reicht mir fürs erste. Omen hingegen haben unglaublich viel Spaß und richtig süchtig gemacht. Laut Ansage des Sängers hatte Kenny Powell wohl eine Verletzung am Finger die ihn daran hinderte so zu spielen, wie er es selbst für würdig befindet und für die er sich nach dem Konzert sogar nochmal persönlich bei mir entschuldigt hatte, aber ich konnte den guten Mann beruhigen: Es war einfach fantastisch, was er gemacht hat.


Das war mein erstes Omen-Konzert, jedoch hoffe ich, dass es nicht das letzte gewesen ist.
Mit dem letzte Song ging ein fantastischer Abend in die letzten Züge und die Rockfabrik leerte sich auf dem schnellsten Wege – war der große Andrang doch etwas überraschend für mich merkte man spätestens jetzt, dass es ein ganz normaler Wochentag war und die meisten am nächsten Tag wieder früh raus mussten. Ich bilde dabei keine Ausnahme und hänge im Moment, in dem ich diese Zeilen hier gerade schreibe – genau am Tag nach dem Konzert - ziemlich in den Seilen, bin müde und fühle mich extrem von diesem furchtbaren Fiepen in den Ohren genervt. Wenn ich jedoch nochmals drüber nachdenke, woher dieses Fiepen denn stammt, dann nehme ich das mit einem beseelten Lächeln hin und weiß, dass es sich gelohnt hat, dieses Opfer zu bringen.

evlaS

1 Kommentar:

  1. heei.((;
    ich maaaag dein Bloog sehr(;
    ich bin nun ein leser von dir!Wääre schöön wenn duu auch ein Leser von mir wirst!

    http://life-day-and-night.blogspot.com/

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