Montag, 12. Oktober 2009

Einige Worte zum Tode von Dickie Peterson

Salve 

Es ist Montagabend und eigentlich wollte ich ein kleines Konzertreview über das Iron Fist Festival Pt. III vom Samstag verlieren, aber mir ist es aus aktuellem Anlass wichtiger ein paar Zeilen zu Dickie Peterson niederzuschreiben.

Heute, kurz vor Feierabend erreichte mich die Nachricht, dass Dickie Peterson heute Morgen gestorben ist. Nicht jedem wird dieser Name jetzt etwas sagen, aber wenn ich gleichzeitig den Namen seiner Band in den Raum werfe wird dem ein oder anderen gewiss ein Lichtlein aufgehen. Es handelte sich bei Dickie Peterson nämlich um niemand geringeren als den Sänger von Blue Cheer, die sich nicht nur maßgeblich für die mein Leben prägende Musik verantwortlich zeigten, sondern diese quasi sogar erfanden. Noch lange vor meiner Zeit und auch ein Jahr vor den ersten musikalischen Schritten von Black Sabbath haben sie mit Vincebus Eruptum quasi den Prototypen eines Musikstils erfunden, den man heute gemeinhin unter dem Banner "Heavy Metal" kennt. Was aus heutiger Sicht am ehesten als Stoner Rock durchgeht war damals das lauteste, was auf die Menschheit losgelassen wurde: 


Der Einfluss, den diese Band auf eine ganze Szene hatte ist kaum in Worte zu fassen und Reverend Bizarre gingen sogar soweit, einer Compilation ein Cover zu verpassen das einen Tribut an diese womöglich erste Heavy Metal-Scheibe überhaupt zollt:


Ich selbst hatte meinen ersten Kontakt zur Band vor vielen Jahren im Rahmen einer langen Beat-Club-Nacht im SWR. Bis morgens um 4 oder 5 Uhr saß ich wie gebannt vor dem Fernseher, bewaffnet mit der Fernbedienung des Videorekorders, um alle interessanten Aufnahmen auf VHS-Kassette zu bannen. Es gab Auftritte der bereits erwähnten Black Sabbath, Deep Purple oder aber Jimi Hendrix. Alle diese Namen kannte und verehrte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich, aber es gab auch einen Auftritt, der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen sollte - es war Blue Cheers Cover von Eddie Cochrans Summertime Blues:


Link

Diese Aufnahme lief bei mir die nächsten Wochen rauf und runter, ohne dass ich wusste, welche Band dies denn überhaupt war: ich hatte den Videorekorder zu spät gestartet, weil mir der Name bei der Ansage einfach nichts sagte. Ich merkte jedoch schnell, dass ich es hier mit etwas Besonderem zu tun habe. Erst Jahre später habe ich rausbekommen, dass es sich hierbei um Blue Cheer handelt.

Als sich die Band dann letztes Jahr für ein Konzert in Tübingen angekündigt hat war es für mich nur eine Selbstverständlichkeit, dieses aufzusuchen und ich habe es auch nicht bereut. Dickie Peterson war voller Energie und war erstaunt, wie dieser Mann auf der Bühne so manchen jungen Hüpfer an die Wand hätte spielen können. Im Rahmen dieser Tour wurde im Übrigen ein Konzert vom Rockpalast aufgenommen.


Oft habe ich schon von diesem besonderen Konzert erzählt und an einem traurigen Tag wie heute denke ich wieder mit Freuden zurück, dass ich noch die Chance hatte, dieses Erlebnis mitzunehmen.

Vielen Dank Dickie Peterson! Du hast einen Funken entzündet, der in meinem Herzen als Flammenmeer weiterlebt!

evlaS

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