Montag, 19. Oktober 2009

Dawn Of Winter und Spiritus Mortis Live in Stuttgart

Salve

Nachdem das Hammer Of Doom II vergangenen Samstag ohne mich über die Bühne ging, ergriff ich doch noch die, vorerst nicht einmal letzte, aber dennoch seltene Chance, Dawn Of Winter auf der Bühne zu sehen. Da ich sie in Würzburg nicht gesehen habe, kann ich natürlich keine Vergleiche anstellen, aber ich möchte mich dennoch zu der These hinreissen lassen, dass es hier wohl wesentlich intensiver war als in einer wesentlich größeren Halle.

Ich kam passend zum Beginn des ersten Songs in das kleine Kap Tormentoso, das wie geschaffen war für ein Event dieser Art. Es war klein und beschaulich und hatte genau die richtige Größe, dass es vor der Bühne nicht zu eng war, aber andererseits auch keine riesigen Lücken klafften - einfach eine sehr intime Location, die mich gewiss nicht zum letzten Mal gesehen hat!
Man beachte auch das wunderschöne Plakat, mit dem der Abend beworben wurde - schlicht, aber eine Augenweide in Reinnatur:


Dawn Of Winter spielten eine ganze Reihe Lieder von ihrem letzten Album "The Peaceful Dead", die alle wohlwollend aufgenommen wurden. Teilweise wurde auch mal ein wenig aufs Gas gedrückt, aber der Doom regierte durchgängig. Lange hat es bei mir gedauert, aber ich schätze, so langsam werde auch ich zum Doomkopf!

Die Vermutung liegt nahe, dass die gleiche Setlist wie beim Hammer Of Doom II runtergespielt wurde, da laut Sänger Gerrit beim nächsten Konzert in Ermangelung ausreichender Zeit zum Proben ebenfalls die gleichen Songs auf die Meute losgelassen werden. Somit wurde meine Hoffnung auf The Witchfinder mit einem alles zerberstenden Bass live leider zerstört - außerordentlich schade! Aber auch ohne dieses Stück war das gebotene eine Freude für die Ohren und jede schwere Seele, ganz passend zur Jahreszeit.

Nach kurzer Zeit war es dann soweit, dass Spiritus Mortis auf die kleine Bühne traten; zumindest taten sie dies zum Teil. Der Sänger, vielen wie etwa bislang mir vor allem bekannt durch seine Tätigkeiten bei den mächtigen Reverend Bizarre, hatte es bevorzugt seine Show abzuziehen vor der Bühne inmitten des Publikums. Das, was er dabei so anstellte lässt sich nur schwer beschreiben. Er war total in seiner eigenen Welt und ging total in dem auf, was er da gemacht hat. Er streckt sich gen Decke, kroch auf dem Boden rum, krümmte und wälzte sich, betete die Diskokugel an, jammerte, flehte und sang einfach nur mächtig. Eine absolut beeindruckende Band, die in jeder Sekunde eine unglaubliche Intensität an den Tag legte, die durch die kleine Locaton nur noch gesteigert wurde.

Insgesamt ein toller Abend, mit vielen netten Leuten, die nahe ausschließlich positive Reaktionen auf meine KISS-Kutte zeigten, was ich an einem reinen Doom-Abend wie dem gestrigen für alles andere als eine Selbstverständlichkeit halte.

Zum Schluss bleibt für mich die Frage, warum es Veranstaltungen dieser Art nicht öfter gibt: Ein oder zwei vergleichsweise kleine Bands, denen man anmerkt, dass sie einfach nur spielen wollen auf eine kleine Bühne stellen, keinen Eintritt verlangen und schon hat man ein Lockmittel, das sogar unter der Woche gut funktioniert, wie man am gestrigen Montag überdeutlich merken konnte. Aus diesem Grund ein dickes Lob an das Kap Tormentoso in der Hoffnung, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art war.

evlaS

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