Donnerstag, 22. Oktober 2009

Carnage Rockfabrik

Salve 


Was hatte ich mich auf diesen Abend gefreut. Bereits auf dem Konzert im März waren neue Stücke aus dem neuen Sacred Steel-Album zu hören und es war klar, dass man sich im Lager der Band wieder der Tradition verpflichtet fühlen würde, dementsprechend eine Releaseparty mit Konzert zu schmeissen. Doch Monate zogen ins Land und es waren nur häppchenweise Neuigkeiten zu hören. Doch vor ein paar Wochen war es dann soweit und das Konzert wurde für den 22. Oktober angekündigt. Doch nicht genug der Tatsache, dass es wieder eine Releaseshow geben würde, so gab es noch ein paar Rahmenbedingungen, die die Vorfreude noch mehr ansteigen ließen: Die Tatsache, dass das Konzert an einem Donnerstag und somit unter der Woche steigen würde wurde mehr als ausreichend damit ausgeglichen, dass das ganze zu freiem Eintritt abgehalten wurde. Ebenso überrascht und erfreut zeigte ich mich über die Tatsache, dass neben den mächtigen Sacred Steel auch Dawn Of Winter und somit Sänger Gerrit in doppelter Funktion zu sehen sein würde.

Irgendwann war es dann endlich soweit und der lang erwartete und heiß herbeigesehnte Donnerstag kam. Die Woche vor dem Abend habe ich meiner Vorfreude auf diesen Abend mit tagtäglichen Twittereien Ausdruck verliehen und bin damit dem ein oder anderen vielleicht auf den Sack gegangen, wofür es an dieser Stelle selbstverständlich keinerlei Entschuldigung geben wird. 

Zurück zum Tag der Entscheidung: Los ging die Reise von Stuttgart aus, wo ich wenige Tage zuvor noch eines der seltenen Dawn Of Winter-Konzerte sehen durfte. Am Hauptbahnhof war eigentlich das Treffen mit Steffen geplant, aber auf Grund gewisser Schwierigkeiten in der Kommunikation wurde dieses an die Haltestelle Nordbahnhof verlegt. In Ludwigsburg angekommen wurden wir dann von Diana aufgegriffen, um uns auf den Weg zum örtlichen Kaufland zu machen. Hier wurden die Einkäufe für das Abendessen in Form von fester und nicht zuletzt auch flüssiger Nahrung besorgt und auch Wargod Matze stieß hinzu, der extra für diesen Abend den Weg aus Kassel angetreten ist - dafür nochmals einen dicken Respekt!

Kaum betraten wir die Rockfabrik wurden wir bereits mit den Klängen aus dem neuen Sacred Steel-Album begrüßt. Ich habe versucht möglichst nicht zu lauschen, da ich dies zu Hause und in Ruhe tun will, sobald ich die CD in Händen halte. Leider war dies an diesem Abend noch nicht möglich, da die limitierte Box zu Carnage Victory erst mit einer Woche Verspätung ausgeliefert werden kann. Damit blieb es beim Kauf am Merchandise-Stand dabei, dass wir uns ein spezielles Shirt zu diesem Event besorgt haben - nicht unbeachtet bleiben sollte der Hinweis, dass der Preis mit 10 Euro für ein Shirt mit Front- und Backprint mal wieder mehr als fanfreundlich ausgefallen ist und es obendrauf zu jedem Kauf ein kostenloses Dogtag gab, wie es auch der Box beiliegen wird. Ebenso lobenswert finde ich die Tatsache, dass man auch Shirts in Größe S angeboten hat - eine leider viel zu seltene Tatsache, an der sich viele andere mal Beispiel nehmen sollten!

Nun aber zum musikalischen Teil des Abends, der von Dawn Of Winter eingeläutet wurde. Deren Setlist unterschied sich, wie angekündigt, in keinem Punkt von der drei Tage zuvor in Stuttgart. Wenn dies der Qualität auch keinen Abbruch tat, so war der Gig im Kap Tormentoso doch der überzeugendere für mich. Die wesentlich kleinere Atmosphäre dort steht der so unglaublich intensiven Musik von Dawn Of Winter einfach viel besser zu Gesicht. Aber keinesfalls möchte ich den RoFa-Auftritt schlecht reden. Es war ebenfalls ein grandioses Konzert einer mächtigen Band, die überraschenderweise eine ganze Reihe von Bangern vor der Bühne versammeln konnten.

Nach der Ankündigung, Watch Me Bleed würden kurzfristig an diesem Konzertabend teilnehmen habe ich mir deren Material auf der mySpace-Seite angehört und konnte innerhalb kürzester Zeit sagen, wo ich zum Zeitpunkt sein würde, an dem die auf der Bühne stehen: draußen! Und so war es dann auch. Was diese Band an diesem Abend auf den Brettern zu suchen hatte, habe sicherlich nicht nur ich mich gefragt. Zumal Sacred Steel vor ein paar Jahren mal ein Shirt rausgebracht haben mit dem Aufdruck "Metalheads against Metalcore". Sollte jemand ein solches Shirt noch übrig haben, kann er sich gerne an mich wenden, denn ich habe das damals verpasst, es mir zu besorgen, obwohl es mir diese drei Worte aus der Seele sprechen.

Irgendwann musste dann auch mal Schluss sein und man konnte sich wieder in die Räumlichkeiten wagen. Ich selbst habe keine Sekunde verstreichen lassen und gleich an der Position Aufstellung genommen, von der ich das Konzert aus genießen wollte: Erste Reihe Mitte! Hier wartete ich dann auf das Inferno, das auf das Publikum losgelassen wurde. Meine Liebe zu Sacred Steel ist eine, die schwer fällt, in Worte gefasst zu werden und gleiches gilt für diesen Auftritt: Sämtliche Superlative würden nicht dem gerecht, was ich erleben durfte. Schon der gleich zu Anfang angespielte Anfang von "Heavy Metal To The End" erzeugte ein Gefühl, wie man es wohl niemals nachvollziehen kann, wenn man nicht für diese Musik lebt. Es ist eine Floskel, die mit Sicherheit überstrapaziert ist, aber in Momenten wie diesen weiß ich, dass ich einfach 100% dahinter stehen kann: ICH LIEBE HEAVY METAL! Und Sacred Steel spielen nicht einfach nur Heavy Metal, wie alle anderen Bands: Diese Band ist die Fleischwerdung von Heavy Metal. Beim nächsten Mal, wenn mich ein Nicht-Metalhead fragen wird, was Metal ist und was es mir bedeutet werde ich ihm als Antwort die Wargods Of Metal vorspielen - sollten dann noch Fragen bestehen wird diese Person all das niemals verstehen.

Aber ich schweife ab; zurück zum Konzert: Der richtige Einstieg wurde dann mit "Carnage Rules The Fields Of Death" begonnen - kann es etwas besseres geben? Mich hatte die Band spätestens an diesem Punkt auf ihrer Seite und ein Zauber überkam mich, der mich den Rest des Konzerts wie in Trance erleben ließ. Was folgte waren weitere ältere Songs und mit "Charge Into Overkill" das erste neue Stück, das allerdings nicht zum ersten Mal live gespielt wurde und dementsprechend zumindest einem kleinen Kreis bekannt war. Ebenfalls neu war das folgende "Carnage Victory", eine Nummer eher im Mid-Tempo angesiedelt, die zu einem nicht unwesentlichen Teil von Gerrits Stimme getragen wurde. Stimmlich in ganz andere Regionen ging es mit der Death Metal-Nummer "Slaughter Prophecy". Ich bin kein großer Death Metal-Fan und habe nahezu alle Sympathien für diesen Musikstil in den letzten Jahren abgelegt, aber in der von Sacred Steel dargebotenen Form lasse ich mir das gerne servieren. Das ebenfalls neue "Broken Rites" wurde mit einer Wutrede an die katholische Kirche eingeleitet und hat Interesse geweckt, den Text des Songs zu lesen. Leider muss ich zugeben, dass das Lied an sich mich nicht sonderlich überzeugt hat - natürlich war dies erst der erste Durchlauf, aber an irgendeiner Stelle hat es dem Song an Wumms gefehlt - mal schauen, ob sich dieses Gefühl auf dem Album dann bestätigt oder einstellt. Der fehlende Wums wurde danach aber mit "Open Wide The Gate" in aller Ausführlichkeit nachgereicht, um direkt danach mit Black Church ordentlich aufs Bremspedal zu treten. Mit diesem Song wurde ein spezieller Wunsch von mir wahr, denn diese unglaublich intensive Kreation wollte ich unbedingt einmal live erleben und die Erwartungen an dieses Stück wurden auch in vollem Maße erfüllt - Gänsehaut gepaar mit purer Energie! Da das vielleicht nicht jeder so sah wurde danach mit "Dark Forces" wieder eine Vollgasnummer zum Besten gegeben, worauf in Form von "Metal Reigns Supreme" wieder etwas ganz altes ausgepackt wurde. Als Kontrast hierzu folgte ein weiteres Stück vom neuen Album: "Denial Of Judas", das einen besonderen Höhepunkt in dem Moment erlebt, in dem alle Instrumente aussetzen und man nur noch Gerrits Stimme zu hören bekommt, der allen Rufen von Neidern zum Trotze tatsächlich ein verdammt gutes Organ besitzt; über die Einzigartigkeit muss sich sicherlich nicht gestritten werden. Mit "Sacred Bloody Steel" ließ man noch eine Hymne auf die Masse los, um schlussendlich doch noch das zu anfangs angespielte "Heavy Metal To The End" zum Besten zu geben.

Der Zugabenteil bestand aus der Highspeed-Nummer "Maniacs Of Speed", dem schleppend-schweren "Blood On My Steel" und schlussendlich natürlich dem obligatorischen "Wargods Of Metal", bei dem es endlich wieder gelang ein paar Leute auf die Bühne zu bewegen, was beim letzten Konzert in Pforzheim noch scheiterte, wo ich mich im Zugabenteil irgendwann alleine auf der Bühne wiederfand und sich nicht mal das nötige Publikum fand, damit ich elegant Stagediven konnte. Doch in Ludwigsburg war alles anders: Hier waren die nötigen Maniacs, die sich verausgabten. Doch nicht nur die haben sich verausgabt. Gerrit hat die letzten Songs in Mitten des Publikums eingesunden und sah sich für den anfänglichen Schrei in "Wargods Of Metal" nicht fähig, wofür dann kurzfristig Martin von Warcry beschäftigt wurde.

Damit war dieses Konzert dann leider auch schon wieder vorbei. Als Erinnerung bleibt mir noch einer von Matzes Drumsticks, um den es mit Thom noch eine Schlacht auf Leben und Tod gab, in der am Ende aber doch ich die Oberhand gewinnen konnte.

Und weiterhin bleibt natürlich die Freude auf und über ein neues Album der mächtigen Sacred Steel in der Hoffnung auf möglichst zeitnahe, neue Konzerte. Und um die Zeit zu überbrücken hier noch eine kleine Studioreportage von den Aufnahmen zu Carnage Victory:

Link

Die Rockfabrik leerte sich, wie kaum anders zu erwarten, recht schnell - viele mussten am folgenden Freitag wieder bei der Arbeit auf der Matte stehen.

evlaS

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