Freitag, 23. Oktober 2009

Over The Rainbow Live in Durlach

Salve 

Die Freude auf dieses Konzert wurde ein wenig gebremst im Zuge, dass sämtliche Euphorie für den Tag zuvor bei Sacred Steel aufgebraucht wurde. Aber dennoch erwartete ich mir eine Menge und wurde am Ende bitter enttäuscht. Doch eines nach dem anderen:

Die Anreise wurde wie so oft bei Konzerten der letzten Zeit zusammen mit Diana bestritten - an dieser Stelle für diese häufigen Fahrdienste nun einmal ein dickes "Dankeschön!".

Kaum hatten wir die Festhalle zu Durlach betreten fühlten wir uns in einer anderen Welt. Dass wir nicht unbedingt den Altersschnitt repräsentieren durften war uns von vornherein klar, aber das, was es hier zu sehen gab wirkte wahrlich erschreckend: Eine solche Ansammlung von Menschen gibt es wohl sonst nirgends zu sehen: Weekend Warrior, denen ihrer Frauen extra für diesen Abend die "wilde Jeans" rausgelegt haben, der Friseurbesuch wurde extra in die darauf folgende Woche verlegt zur Unterstreichung der eigenen Wildheit, so die spärliche Frisur denn überhaupt noch eines Schnittes bedarf und schon ging die Sause los. Alte Männer, die sich lautstark begrüßen, so dass ein jeder im Umkreis von 20 Meter mitbekommt, dass man sich kennt und betretenes Schweigen auf diese Begrüßung hin, weil man sich einfach nichts zusagen hat. Man kennt sich ja schließlich nur von den 2 Konzerten im Jahr, bei denen Mutti die Erlaubnis erteilt, mal wieder richtig auf Achse zu gehen; "aber um spätestens Mitternacht bist du wieder zu Hause" - ich höre diese Worte richtig!

Ja, an diesem Abend hat man noch sehr viel mehr als Musik für seine Eintrittskarte geboten bekommen. Am Ende des Abends musste ich sogar feststellen, dass diese kleine, unfreiwillige Freakshow sogar den Höhepunkt des Abends darstellen sollte.

Der musikalische Reigen wurde eröffnet von einer Gruppe namens Dog Track. Deren Southern Rock wusste während des ersten Stücks  durchaus noch zu gefallen, bot aber absolut keinerlei Abwechslung und wurde somit zunehmens langweiliger. Und so freute ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn ein Stück sich dem Ende zuneigte und der Sänger seine peinlichen Ansagen im Volk verbreitete. Selten war der Begriff "fremdschämen" mehr angebracht als in diesen Situationen, wenn er voller Anlauf einen Witz startete, der nicht mal das kleinste Gelächter erzeugte und er folglich - leider nicht mal sonderlich - peinlich berührt weitermachte. Welch absolutes Elend! Einzig positiv hervorheben möchte ich den Gitarristen, der durchaus was auf dem Kasten hatte, aber mit seiner optischen Erscheinung - eine Mischung aus Peter Lustig und Reinhard May - in etwa so viel Rock'n'Roll ausgedrückt hat wie 'ne Packung Seitenbacher Müsli.

Während wir uns diese Band zumindest noch angeschaut haben, war uns dies bei der folgenden ELA nicht mehr möglich: Trällerelsenalarm! Ich dachte, diese ganzen Bands, die nach dem Erfolg von Nightwish aus dem Boden geschossen sind, haben sich inzwischen schon wieder selbst dezimiert, aber weit gefehlt. Diana und ich brauchten uns nach den ersten Klängen nur kurz anschauen und uns war sofort klar, was der andere dachte und der natürliche, menschliche Fluchtreflex kam zum Tragen. In der Vorhalle haben wir uns dann vornehmlich damit die Zeit vertrieben, Menschen zu begaffen und damit hatten wir an diesem Abend echt eine ganze Menge zu tun - traurig, aber wahr!

Als ELA dann endlich fertig war, warteten wir begierig auf Over The Rainbow und das, was man uns servieren würde. Die Umbaupause dauerte wirklich sehr lange und bevor ich nun einige Worte zum Gig verlauten lasse, möchte ich den Grund vorschieben, weshalb ich dieses Konzert sehen wollte: 

Ich, wie so viele andere auch, liebe Rainbow. Diese Band hat Songs geschrieben, die Hymnen für die Ewigkeit sind und Gänsehautmomente sondergleichen erzeugen. Im Gegensatz zu den meisten Metalheads finde ich nicht nur die Phase mit Ronnie James Dio gut. Ohne Zweifel war diese Zeit die beste, jedoch hat sich Richie Blackmore im Folgenden mit Graham Bonnet und dem an diesem Abend zu sehenden Joe Lynn Turner weitere fantastische Sänger in die Band geholt und auch mit einer damit kommenden popigeren Orientierung hat Rainbow noch immer tolle Musik fabriziert. Und da es niemals wieder die Chance geben wird, Rainbow in einem originalen Line-Up zu sehen, wollte ich die Chance nutzen, zumindest etwas live zu bestaunen, was dem am nächsten kommt.

Leider war der Auftritt trotz unglaublich erfahrener Ausnahmemusiker nicht unbedingt, das, was man erwartet hätte. Jürgen Blackmore, einziges nicht-originales Mitglied und gleichzeitig Sohn des Gründers der Band, Richie Blackmore, hat in etwa die Ausstrahlung einer Mettwurst. Er hätte genauso gut hinter der Bühne spielen können - es hätte bei der Performance keinen Unterschied gemacht! Der Sound war durchgehend miserabel und wurde fast durchgängig von einem Fiepen begleitet und zu allem Überfluss stieg ganz am Ende noch die Bassgitarre aus, die erst nach Minuten des Wartens repariert wurde. Von einem professionellen Musiker mit der Erfahrung eines Joe Lynn Turners hätte man wohl erwarten können, dass er das Publikum ein wenig unterhält. Aber da war sich der feine Herr wohl zu cool dafür. Was seine Coolness angeht sollte ihm vielleicht auch mal jemand sagen, dass man sich ab einem gewissen Alter nicht mehr unbedingt in hautenge Kleidung wirft, zumal dann nicht, wenn man eine Wampe hat und folglich wie eine Mettwurst aussieht. Aber vielleicht wollte er einfach nur so aussehen, wie Jürgen Blackmore wirkt...

Gesanglich gab es an Herrn Turner nichts zu meckern - eine begnadete Stimme bleibt eine begnadete Stimme, die sich auch in hohen Gefilden absolut sicher fühlte. Doof nur, dass bei den Rainbow-Songs gar keine Stellen vorgesehen sind, in denen über die Maßen hoch gesungen wird. Wenn man dann als Sänger beweisen will, dass man es doch kann, schreit man einfach zwischendurch mal - passt zwar nicht, aber man fühlt sich toll dabei.

An der Spielzeit gab es grundsätzlich nichts zu meckern, wenn man auch durchaus den ein oder anderen Song von den ersten drei Alben mehr hätte spielen können, denn nach meiner Meinung spielt man entweder gar keinen Song aus der Dio-Ära oder aber alle Hits. Nur eine handvoll davon  anzuspielen lässt mich als Zuschauer doch etwas verdutzt die Halle verlassen.

Als Résumé des Abends bleibt die Erkenntnis, dass man sich nicht von großen Namen täuschen lassen sollte. Ich bin wirklich ein Freund von Coverbands und habe schon einige, teilweise extrem überzeugende gesehen und werde meine Lehren daraus ziehen, dass ich Coverbands nur noch dann anschauen, wenn sie sich als Liveband einen Namen erspielt haben und nicht etwa mit großen einzelnen Namen der Bandmitglieder kokettieren. Das ist auch der Grund, weshalb ich es nicht bereue, dort gewesen zu sein. Wäre ich nicht dort gewesen hätte ich mich ewig geärgert, diese Chanc verpasst zu haben und der Abend war außerordentlich lehrreich für mich.

evlaS

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Carnage Rockfabrik

Salve 


Was hatte ich mich auf diesen Abend gefreut. Bereits auf dem Konzert im März waren neue Stücke aus dem neuen Sacred Steel-Album zu hören und es war klar, dass man sich im Lager der Band wieder der Tradition verpflichtet fühlen würde, dementsprechend eine Releaseparty mit Konzert zu schmeissen. Doch Monate zogen ins Land und es waren nur häppchenweise Neuigkeiten zu hören. Doch vor ein paar Wochen war es dann soweit und das Konzert wurde für den 22. Oktober angekündigt. Doch nicht genug der Tatsache, dass es wieder eine Releaseshow geben würde, so gab es noch ein paar Rahmenbedingungen, die die Vorfreude noch mehr ansteigen ließen: Die Tatsache, dass das Konzert an einem Donnerstag und somit unter der Woche steigen würde wurde mehr als ausreichend damit ausgeglichen, dass das ganze zu freiem Eintritt abgehalten wurde. Ebenso überrascht und erfreut zeigte ich mich über die Tatsache, dass neben den mächtigen Sacred Steel auch Dawn Of Winter und somit Sänger Gerrit in doppelter Funktion zu sehen sein würde.

Irgendwann war es dann endlich soweit und der lang erwartete und heiß herbeigesehnte Donnerstag kam. Die Woche vor dem Abend habe ich meiner Vorfreude auf diesen Abend mit tagtäglichen Twittereien Ausdruck verliehen und bin damit dem ein oder anderen vielleicht auf den Sack gegangen, wofür es an dieser Stelle selbstverständlich keinerlei Entschuldigung geben wird. 

Zurück zum Tag der Entscheidung: Los ging die Reise von Stuttgart aus, wo ich wenige Tage zuvor noch eines der seltenen Dawn Of Winter-Konzerte sehen durfte. Am Hauptbahnhof war eigentlich das Treffen mit Steffen geplant, aber auf Grund gewisser Schwierigkeiten in der Kommunikation wurde dieses an die Haltestelle Nordbahnhof verlegt. In Ludwigsburg angekommen wurden wir dann von Diana aufgegriffen, um uns auf den Weg zum örtlichen Kaufland zu machen. Hier wurden die Einkäufe für das Abendessen in Form von fester und nicht zuletzt auch flüssiger Nahrung besorgt und auch Wargod Matze stieß hinzu, der extra für diesen Abend den Weg aus Kassel angetreten ist - dafür nochmals einen dicken Respekt!

Kaum betraten wir die Rockfabrik wurden wir bereits mit den Klängen aus dem neuen Sacred Steel-Album begrüßt. Ich habe versucht möglichst nicht zu lauschen, da ich dies zu Hause und in Ruhe tun will, sobald ich die CD in Händen halte. Leider war dies an diesem Abend noch nicht möglich, da die limitierte Box zu Carnage Victory erst mit einer Woche Verspätung ausgeliefert werden kann. Damit blieb es beim Kauf am Merchandise-Stand dabei, dass wir uns ein spezielles Shirt zu diesem Event besorgt haben - nicht unbeachtet bleiben sollte der Hinweis, dass der Preis mit 10 Euro für ein Shirt mit Front- und Backprint mal wieder mehr als fanfreundlich ausgefallen ist und es obendrauf zu jedem Kauf ein kostenloses Dogtag gab, wie es auch der Box beiliegen wird. Ebenso lobenswert finde ich die Tatsache, dass man auch Shirts in Größe S angeboten hat - eine leider viel zu seltene Tatsache, an der sich viele andere mal Beispiel nehmen sollten!

Nun aber zum musikalischen Teil des Abends, der von Dawn Of Winter eingeläutet wurde. Deren Setlist unterschied sich, wie angekündigt, in keinem Punkt von der drei Tage zuvor in Stuttgart. Wenn dies der Qualität auch keinen Abbruch tat, so war der Gig im Kap Tormentoso doch der überzeugendere für mich. Die wesentlich kleinere Atmosphäre dort steht der so unglaublich intensiven Musik von Dawn Of Winter einfach viel besser zu Gesicht. Aber keinesfalls möchte ich den RoFa-Auftritt schlecht reden. Es war ebenfalls ein grandioses Konzert einer mächtigen Band, die überraschenderweise eine ganze Reihe von Bangern vor der Bühne versammeln konnten.

Nach der Ankündigung, Watch Me Bleed würden kurzfristig an diesem Konzertabend teilnehmen habe ich mir deren Material auf der mySpace-Seite angehört und konnte innerhalb kürzester Zeit sagen, wo ich zum Zeitpunkt sein würde, an dem die auf der Bühne stehen: draußen! Und so war es dann auch. Was diese Band an diesem Abend auf den Brettern zu suchen hatte, habe sicherlich nicht nur ich mich gefragt. Zumal Sacred Steel vor ein paar Jahren mal ein Shirt rausgebracht haben mit dem Aufdruck "Metalheads against Metalcore". Sollte jemand ein solches Shirt noch übrig haben, kann er sich gerne an mich wenden, denn ich habe das damals verpasst, es mir zu besorgen, obwohl es mir diese drei Worte aus der Seele sprechen.

Irgendwann musste dann auch mal Schluss sein und man konnte sich wieder in die Räumlichkeiten wagen. Ich selbst habe keine Sekunde verstreichen lassen und gleich an der Position Aufstellung genommen, von der ich das Konzert aus genießen wollte: Erste Reihe Mitte! Hier wartete ich dann auf das Inferno, das auf das Publikum losgelassen wurde. Meine Liebe zu Sacred Steel ist eine, die schwer fällt, in Worte gefasst zu werden und gleiches gilt für diesen Auftritt: Sämtliche Superlative würden nicht dem gerecht, was ich erleben durfte. Schon der gleich zu Anfang angespielte Anfang von "Heavy Metal To The End" erzeugte ein Gefühl, wie man es wohl niemals nachvollziehen kann, wenn man nicht für diese Musik lebt. Es ist eine Floskel, die mit Sicherheit überstrapaziert ist, aber in Momenten wie diesen weiß ich, dass ich einfach 100% dahinter stehen kann: ICH LIEBE HEAVY METAL! Und Sacred Steel spielen nicht einfach nur Heavy Metal, wie alle anderen Bands: Diese Band ist die Fleischwerdung von Heavy Metal. Beim nächsten Mal, wenn mich ein Nicht-Metalhead fragen wird, was Metal ist und was es mir bedeutet werde ich ihm als Antwort die Wargods Of Metal vorspielen - sollten dann noch Fragen bestehen wird diese Person all das niemals verstehen.

Aber ich schweife ab; zurück zum Konzert: Der richtige Einstieg wurde dann mit "Carnage Rules The Fields Of Death" begonnen - kann es etwas besseres geben? Mich hatte die Band spätestens an diesem Punkt auf ihrer Seite und ein Zauber überkam mich, der mich den Rest des Konzerts wie in Trance erleben ließ. Was folgte waren weitere ältere Songs und mit "Charge Into Overkill" das erste neue Stück, das allerdings nicht zum ersten Mal live gespielt wurde und dementsprechend zumindest einem kleinen Kreis bekannt war. Ebenfalls neu war das folgende "Carnage Victory", eine Nummer eher im Mid-Tempo angesiedelt, die zu einem nicht unwesentlichen Teil von Gerrits Stimme getragen wurde. Stimmlich in ganz andere Regionen ging es mit der Death Metal-Nummer "Slaughter Prophecy". Ich bin kein großer Death Metal-Fan und habe nahezu alle Sympathien für diesen Musikstil in den letzten Jahren abgelegt, aber in der von Sacred Steel dargebotenen Form lasse ich mir das gerne servieren. Das ebenfalls neue "Broken Rites" wurde mit einer Wutrede an die katholische Kirche eingeleitet und hat Interesse geweckt, den Text des Songs zu lesen. Leider muss ich zugeben, dass das Lied an sich mich nicht sonderlich überzeugt hat - natürlich war dies erst der erste Durchlauf, aber an irgendeiner Stelle hat es dem Song an Wumms gefehlt - mal schauen, ob sich dieses Gefühl auf dem Album dann bestätigt oder einstellt. Der fehlende Wums wurde danach aber mit "Open Wide The Gate" in aller Ausführlichkeit nachgereicht, um direkt danach mit Black Church ordentlich aufs Bremspedal zu treten. Mit diesem Song wurde ein spezieller Wunsch von mir wahr, denn diese unglaublich intensive Kreation wollte ich unbedingt einmal live erleben und die Erwartungen an dieses Stück wurden auch in vollem Maße erfüllt - Gänsehaut gepaar mit purer Energie! Da das vielleicht nicht jeder so sah wurde danach mit "Dark Forces" wieder eine Vollgasnummer zum Besten gegeben, worauf in Form von "Metal Reigns Supreme" wieder etwas ganz altes ausgepackt wurde. Als Kontrast hierzu folgte ein weiteres Stück vom neuen Album: "Denial Of Judas", das einen besonderen Höhepunkt in dem Moment erlebt, in dem alle Instrumente aussetzen und man nur noch Gerrits Stimme zu hören bekommt, der allen Rufen von Neidern zum Trotze tatsächlich ein verdammt gutes Organ besitzt; über die Einzigartigkeit muss sich sicherlich nicht gestritten werden. Mit "Sacred Bloody Steel" ließ man noch eine Hymne auf die Masse los, um schlussendlich doch noch das zu anfangs angespielte "Heavy Metal To The End" zum Besten zu geben.

Der Zugabenteil bestand aus der Highspeed-Nummer "Maniacs Of Speed", dem schleppend-schweren "Blood On My Steel" und schlussendlich natürlich dem obligatorischen "Wargods Of Metal", bei dem es endlich wieder gelang ein paar Leute auf die Bühne zu bewegen, was beim letzten Konzert in Pforzheim noch scheiterte, wo ich mich im Zugabenteil irgendwann alleine auf der Bühne wiederfand und sich nicht mal das nötige Publikum fand, damit ich elegant Stagediven konnte. Doch in Ludwigsburg war alles anders: Hier waren die nötigen Maniacs, die sich verausgabten. Doch nicht nur die haben sich verausgabt. Gerrit hat die letzten Songs in Mitten des Publikums eingesunden und sah sich für den anfänglichen Schrei in "Wargods Of Metal" nicht fähig, wofür dann kurzfristig Martin von Warcry beschäftigt wurde.

Damit war dieses Konzert dann leider auch schon wieder vorbei. Als Erinnerung bleibt mir noch einer von Matzes Drumsticks, um den es mit Thom noch eine Schlacht auf Leben und Tod gab, in der am Ende aber doch ich die Oberhand gewinnen konnte.

Und weiterhin bleibt natürlich die Freude auf und über ein neues Album der mächtigen Sacred Steel in der Hoffnung auf möglichst zeitnahe, neue Konzerte. Und um die Zeit zu überbrücken hier noch eine kleine Studioreportage von den Aufnahmen zu Carnage Victory:

Link

Die Rockfabrik leerte sich, wie kaum anders zu erwarten, recht schnell - viele mussten am folgenden Freitag wieder bei der Arbeit auf der Matte stehen.

evlaS

Montag, 19. Oktober 2009

Dawn Of Winter und Spiritus Mortis Live in Stuttgart

Salve

Nachdem das Hammer Of Doom II vergangenen Samstag ohne mich über die Bühne ging, ergriff ich doch noch die, vorerst nicht einmal letzte, aber dennoch seltene Chance, Dawn Of Winter auf der Bühne zu sehen. Da ich sie in Würzburg nicht gesehen habe, kann ich natürlich keine Vergleiche anstellen, aber ich möchte mich dennoch zu der These hinreissen lassen, dass es hier wohl wesentlich intensiver war als in einer wesentlich größeren Halle.

Ich kam passend zum Beginn des ersten Songs in das kleine Kap Tormentoso, das wie geschaffen war für ein Event dieser Art. Es war klein und beschaulich und hatte genau die richtige Größe, dass es vor der Bühne nicht zu eng war, aber andererseits auch keine riesigen Lücken klafften - einfach eine sehr intime Location, die mich gewiss nicht zum letzten Mal gesehen hat!
Man beachte auch das wunderschöne Plakat, mit dem der Abend beworben wurde - schlicht, aber eine Augenweide in Reinnatur:


Dawn Of Winter spielten eine ganze Reihe Lieder von ihrem letzten Album "The Peaceful Dead", die alle wohlwollend aufgenommen wurden. Teilweise wurde auch mal ein wenig aufs Gas gedrückt, aber der Doom regierte durchgängig. Lange hat es bei mir gedauert, aber ich schätze, so langsam werde auch ich zum Doomkopf!

Die Vermutung liegt nahe, dass die gleiche Setlist wie beim Hammer Of Doom II runtergespielt wurde, da laut Sänger Gerrit beim nächsten Konzert in Ermangelung ausreichender Zeit zum Proben ebenfalls die gleichen Songs auf die Meute losgelassen werden. Somit wurde meine Hoffnung auf The Witchfinder mit einem alles zerberstenden Bass live leider zerstört - außerordentlich schade! Aber auch ohne dieses Stück war das gebotene eine Freude für die Ohren und jede schwere Seele, ganz passend zur Jahreszeit.

Nach kurzer Zeit war es dann soweit, dass Spiritus Mortis auf die kleine Bühne traten; zumindest taten sie dies zum Teil. Der Sänger, vielen wie etwa bislang mir vor allem bekannt durch seine Tätigkeiten bei den mächtigen Reverend Bizarre, hatte es bevorzugt seine Show abzuziehen vor der Bühne inmitten des Publikums. Das, was er dabei so anstellte lässt sich nur schwer beschreiben. Er war total in seiner eigenen Welt und ging total in dem auf, was er da gemacht hat. Er streckt sich gen Decke, kroch auf dem Boden rum, krümmte und wälzte sich, betete die Diskokugel an, jammerte, flehte und sang einfach nur mächtig. Eine absolut beeindruckende Band, die in jeder Sekunde eine unglaubliche Intensität an den Tag legte, die durch die kleine Locaton nur noch gesteigert wurde.

Insgesamt ein toller Abend, mit vielen netten Leuten, die nahe ausschließlich positive Reaktionen auf meine KISS-Kutte zeigten, was ich an einem reinen Doom-Abend wie dem gestrigen für alles andere als eine Selbstverständlichkeit halte.

Zum Schluss bleibt für mich die Frage, warum es Veranstaltungen dieser Art nicht öfter gibt: Ein oder zwei vergleichsweise kleine Bands, denen man anmerkt, dass sie einfach nur spielen wollen auf eine kleine Bühne stellen, keinen Eintritt verlangen und schon hat man ein Lockmittel, das sogar unter der Woche gut funktioniert, wie man am gestrigen Montag überdeutlich merken konnte. Aus diesem Grund ein dickes Lob an das Kap Tormentoso in der Hoffnung, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art war.

evlaS

Montag, 12. Oktober 2009

Einige Worte zum Tode von Dickie Peterson

Salve 

Es ist Montagabend und eigentlich wollte ich ein kleines Konzertreview über das Iron Fist Festival Pt. III vom Samstag verlieren, aber mir ist es aus aktuellem Anlass wichtiger ein paar Zeilen zu Dickie Peterson niederzuschreiben.

Heute, kurz vor Feierabend erreichte mich die Nachricht, dass Dickie Peterson heute Morgen gestorben ist. Nicht jedem wird dieser Name jetzt etwas sagen, aber wenn ich gleichzeitig den Namen seiner Band in den Raum werfe wird dem ein oder anderen gewiss ein Lichtlein aufgehen. Es handelte sich bei Dickie Peterson nämlich um niemand geringeren als den Sänger von Blue Cheer, die sich nicht nur maßgeblich für die mein Leben prägende Musik verantwortlich zeigten, sondern diese quasi sogar erfanden. Noch lange vor meiner Zeit und auch ein Jahr vor den ersten musikalischen Schritten von Black Sabbath haben sie mit Vincebus Eruptum quasi den Prototypen eines Musikstils erfunden, den man heute gemeinhin unter dem Banner "Heavy Metal" kennt. Was aus heutiger Sicht am ehesten als Stoner Rock durchgeht war damals das lauteste, was auf die Menschheit losgelassen wurde: 


Der Einfluss, den diese Band auf eine ganze Szene hatte ist kaum in Worte zu fassen und Reverend Bizarre gingen sogar soweit, einer Compilation ein Cover zu verpassen das einen Tribut an diese womöglich erste Heavy Metal-Scheibe überhaupt zollt:


Ich selbst hatte meinen ersten Kontakt zur Band vor vielen Jahren im Rahmen einer langen Beat-Club-Nacht im SWR. Bis morgens um 4 oder 5 Uhr saß ich wie gebannt vor dem Fernseher, bewaffnet mit der Fernbedienung des Videorekorders, um alle interessanten Aufnahmen auf VHS-Kassette zu bannen. Es gab Auftritte der bereits erwähnten Black Sabbath, Deep Purple oder aber Jimi Hendrix. Alle diese Namen kannte und verehrte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich, aber es gab auch einen Auftritt, der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen sollte - es war Blue Cheers Cover von Eddie Cochrans Summertime Blues:


Link

Diese Aufnahme lief bei mir die nächsten Wochen rauf und runter, ohne dass ich wusste, welche Band dies denn überhaupt war: ich hatte den Videorekorder zu spät gestartet, weil mir der Name bei der Ansage einfach nichts sagte. Ich merkte jedoch schnell, dass ich es hier mit etwas Besonderem zu tun habe. Erst Jahre später habe ich rausbekommen, dass es sich hierbei um Blue Cheer handelt.

Als sich die Band dann letztes Jahr für ein Konzert in Tübingen angekündigt hat war es für mich nur eine Selbstverständlichkeit, dieses aufzusuchen und ich habe es auch nicht bereut. Dickie Peterson war voller Energie und war erstaunt, wie dieser Mann auf der Bühne so manchen jungen Hüpfer an die Wand hätte spielen können. Im Rahmen dieser Tour wurde im Übrigen ein Konzert vom Rockpalast aufgenommen.


Oft habe ich schon von diesem besonderen Konzert erzählt und an einem traurigen Tag wie heute denke ich wieder mit Freuden zurück, dass ich noch die Chance hatte, dieses Erlebnis mitzunehmen.

Vielen Dank Dickie Peterson! Du hast einen Funken entzündet, der in meinem Herzen als Flammenmeer weiterlebt!

evlaS

Montag, 5. Oktober 2009

Verwechslungsgefahr: AC/DC - Highway To Hell & Kiss - When Lightning Strikes

Salve 

Auch die womöglich größte Band des Planeten KISS ist nicht davor gefeit, in ihrem riesigen Repertoire mal ein Stück zu haben, dass Erinnerungen an ein wesentlich älteres Stück weckt. In diesem Falle ist es so, dass "When Lighting Strikes" von der neuesten Langrille gewisse Parallelen zu AC/DCs Klassiker "Highway To Hell" aufweist:

Link


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evlaS