Mittwoch, 30. September 2009

Chaos Metal Nights

Salve 


Zum Glück ist die Festivalsaison vorbei und so können die Hallenkonzerte wieder losgehen. Vor 2 Wochen stand dementsprechend Nuclear Warfare nebst weiteren Bands auf dem Plan und letzten Samstag war Possessed By Thrash Metal in Pforzheim geboten. Von beiden Veranstaltungen habe ich keine Berichte verfasst, weshalb es jetzt mal wieder Zeit wird, ein paar Zeilen über das erlebte des gestrigen Konzertes niederzuschreiben.

Kurz vor 17 Uhr machte ich Feierabend, um von Karlsruhe nach Ludwigsburg zu fahren, wo ich Stephi traf, mit der zusammen es dann weiter in Richtung Veranstaltungsort ging. Die Anreise verlief etwas schleppend, da der Verkehr nur ein langsames Vorankommen zuließ und  leider auch die musikalische Untermalung der Reise zu wünschen übrig ließ. Beim nächsten Mal packst du lieber was passendes zur Konzertvorbereitung ein, ok Stephi? Die einzig zur Verfügung stehende CD wurde von mir Track um Track geskipt und es fand sich nicht ein einziges Stück, das bei mir, dem Open Minded-Metalhead schlechthin, Anklang finden konnte - und das lag nun gewiss nicht an mir.

Aber weiter im Text - ich habe mich ob der miserablen Musik während der Fahrt ja schon zur Genüge aufgeregt: Der Club Zentral wurde schnell und ohne Umwege gefunden. Nicht zuletzt wegen meines Mobiltelefons, das von der Fahrerin zahlreich gescholten wurde, aber seinen Zweck über die Maßen gut erfüllte. Leider gestaltete sich die Parkplatzsuche mehr als schwierig. Die von mir versprochenen Parkplätze waren zwar tatsächlich reichlich vorhanden, aber allesamt belegt. Am Ende gönnten wir uns deshalb den Luxus eines bezahlten Abstellplatzes, da wir sowieso schon recht spät dran waren.

Die Halle war vor Ort bereits gut gefüllt und Code hatten als erste Band des Abends bereits die Bühne betreten. Die Musik war nicht unbedingt mein Ding, aber es war auch nicht zum Davonrennen und so habe ich es mir angeschaut. Im Moment, in dem ich diese Zeilen hier verfasse läuft die Musik ihrer mySpace-Seite im Hintergrund und ich muss sogar sagen, dass es etwas hat, was mir gefällt. Es ist gewiss Musik, die zweierlei Dinge bedürfen: Einerseits einiger Hördurchgänge und zweitens einem Gehör für solche Musik. Zweiteres ist mir über die Jahre hinweg wohl etwas verlorengegangen. Ich denke, noch vor 5 Jahren hätte mir diese Band außerordentlich gut gefallen, während mein heutiges Urteil mit einem "nett mit Potential" eher nüchtern ausfällt.

Die Zeit bis zu Stephis Hauptact des Abends verbrachten wir an der frischen Luft, wo ich auf Ralf stieß, einen außerordentlich sympathischen Metalhead, den ich schon auf einigen Konzerten traf und an diesem Abend wohl auch nicht zum letzten Mal gesehen habe. An dieser Stelle einen Gruß an dich, Ralf!

Pünktlich vor Beginn von Sólstafir nahmen wir ganz vorne Aufstellung. Deren Musik konnte mich bislang nicht sonderlich begeistern, doch an diesem Abend war es anders, denn ich habe erstmalig mit einer anderen Herangehensweise gelauscht: Ich habe Sólstafir nicht als Metalband betrachtet, sondern einfach nur als Band, die Musik macht. Mit dieser Einstellung konnte ich mich wesentlich besser auf das einlassen, was mich erwartete. Und was geboten war, war dies auch wert. Für mich war es kein Metal und wird es auch niemals sein, aber es taten sich Klangsphären auf, die faszinierend waren. Im einen Moment progressiv, im nächsten schon wieder minimalistisch und auf das nötigste beschränkt; im einen Augenblick brutal und zerstörerisch, im anderen zerbrechlich wie ein dürres Ästchen. Auch wenn die Band in der ihr zur Verfügung stehenden knappen Stunde gerade mal auf eine handvoll Songs kam, was es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Es war keinesfalls einfache Musik und ich werde dieser Band ohne Zweifel nochmals eine Chance geben, denn nun weiß ich, dass ich keinen Metal, dafür aber einfach gute Musik zu erwarten habe. 




Dass wir nach diesem Auftritt unsere leeren Mägen füllen war bereits zuvor beschlossene Sache. Meine wahrheitsgetreue Aussage, der McDonald's lag um die Ecke wurde missinterpretiert und so durfte ich mir den kompletten Weg dorthin dementsprechende Kommentare meiner reizenden und über die Maßen charmanten Begleiterin anhören. Vor Ort angekommen hatte der Mann an der Theke wohl Mitleid mit mir und gab mir einen Cheeseburger mehr als ich bestellt und bezahlt hatte - man hat mir meinen Hunger scheinbar überdeutlich angesehen. Anders ist sein Verhalten wohl kaum zu begründen. Leider verpasste ich die Chance, mich bei ihm zu bedanken - ein anderes Mal dann.

Satt, sitt, froh und munter wurde der Weg zum Zentral nochmals eingeschlagen, wo Secrets Of The Moon bereits auf den Brettern standen. Das Gebotene entsprach weder Stephis noch meinem Geschmack und so entschieden wir uns, den Abend noch vor der Band zu beenden und uns zu verabschieden.

An dieser Stelle möchte ich einmal ein dickes Lob an den Club Zentral aussprechen: Die Bühne war das wirklich allerbeste, was ich jemals in einem Schuppen dieser Größe sehen durfte! Die Lichtshow war so opulent, wie man es heute fast nur noch aus Konzertvideos aus den 80ern kennt. Der Einsatz von Nebel für das letzte Quentchen Stimmung war exzessiv und genau nach meinem Geschmack. Und außerdem handelte es sich auch um absolut neutralen Nebel, der nicht wie sonst so oft schon nach wenigen Minuten in Augen und Nase brennt. Auch der Sound vor Ort war an allen Orten, an denen ich am Abend war grandios. Er war so spitze, dass ich nicht einmal merkte, wie unglaublich laut es war und habe deswegen auch jetzt noch ein Fiepen auf den Ohren - aber das war es wert.

Wo so viel Licht ist, muss es auch Schatten geben. Dieser betrifft beim Club Zentral die Randbedingungen: Das Bier ist mit 2,50 Euro für ein 0,33er Bier meinem Geschmack nach zu hoch. An Stelle aus Flaschen auszuschenken, solltet ihr euch lieber eine Zapfanlage hinstellen und eine günstigere Sorte zum gleichen Preis in 0,5 Liter Bechern ausgeben. Außerdem ist die Situation auf dem Herrenklo katastrophal! Es gibt ausschließlich ein einziges Behindertenklo für alle Herren der Schöpfung - da muss dringend ein Umbau in Form einer zusätzlichen Pissrinne her, sonst braucht ihr euch echt nicht wundern, wenn eure Pflanzen im Vorgarten wegen Überdüngung eingehen.

Abschließend möchte ich meinen Dank noch an Stephi richten. Sie kam in meinem Bericht wohl wesentlich schlimmer weg, als es der Wahrheit entspricht. Es hat viel Spaß gemacht, den Abend mit dir zu verbringen und ich freue mich auf das nächste Konzert. Außerdem weiß ich, dass du ein paar harte Worte hin und wieder verträgst.

Wer mehr Bilder sehen will, kann dies auf Stephis Facebook-Seite tun, von der ich auch den größten Teil der hier zu sehenden Bilder geklaut habe, oder aber bei den Veranstaltern.

evlaS

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