Mittwoch, 15. Juli 2009

Buchkritik: Jerry Bloom - Black Knight

Salve

Ich bin ein wirklich großer Anhänger von Musikerbiographien und was Jerry Bloom mit seinem Werk abgeliefert hat ist der Wahnsinn.
Biographien zu lesen hat für mich immer den Sinn, den Menschen hinter dem Musiker etwas besser kennenzulernen: Sein Werdegang, seine Motivation, seine Hintergründe - einfach alles, was einem hilft, die Musik dahinter noch besser zu verstehen.
Dabei gibt es mehrere Formen von Biographien: Die einen sind eine Aneinanderreihung von grandiosen Geschichten, die man als normalsterblicher Erdenbürger in dieser Anzahl so nie erleben dürfte. Hierunter fallen Bücher wie Mötley Crües "The Dirt" oder Lemmy Kilmisters "White Line Fever".
Andere sind von externen geschriebene Beweihräucherungen von Legenden. Ein solches habe ich mal von Guns N' Roses zu lesen versucht und es war so furchtbar, dass ich nicht über die 30 Seite hinaus kam und schon längst wieder vergessen habe, wie das Buch denn hieß. Bei aller Liebe zur Musik muss man beim Schreiben eines solchen Werkes doch immer ncoh eine gewisse Distanz wahren, was in diesem Falle gründlich in die Hose gegangen ist.
Und dann gibt es noch Biographien wie eben Jerry Blooms "Black Knight" über den Gitarrenmeister Ritchie Blackmore.



Dieses Buch dringt absolut tief in dessen Leben ein und bringt jedes noch so kleine Detail hervor. Es ist mehr als erstaunlich, wie der Autor jede noch so kleine Anekdote ans Tageslicht gebracht hat und in den meisten Fällen auch gleich mit mehreren Quellen beweisen kann. Dieses Werk ist kein mal eben heruntergerissener Lebenslauf über den Erfinders des wohl berühmtesten Riffs aller Zeiten, sondern ein wahres Lebenswerk von 450 Seiten, die sicherlich nichts sind für jemanden, der einfach nur mal ein wenig über Ritchie Blackmore wissen möchte. Man muss schon eine gewisse Faszination an seiner Person oder wie in meinem Falle seiner Musik empfinden, damit man an diesem Buch seine Freude hat.
Ich möchte jeden vor diesem Buch warnen, der besonders Interesse an der Person Ritchie Blackmore hat: Man kann wirklich tief enttäuscht werden. Seine Vorliebe zu fiesen Streichen und seine Egozentrik sind bekannt, aber was man in diesem Buch zu lesen bekommt schlägt dem Fass manchmal den Boden aus. Man kann oftmals nur mit Entsetzen auf den "Man in Black" schauen und es ist nahezu unmöglich die Beweggründe für viele seiner Taten nachzuvollziehen.

Auf den Inhalt einzugehen macht wenig Sinn, denn jeder auch nur im Geringsten Interessierte sollte mit den großen Stationen des Ritchie Blackmore vertraut sein und wem Bandnamen wie Deep Purple oder aber Rainbow nichts sagen, dem ist leider nicht mehr zu helfen.

evlaS

Kommentare:

  1. Dann würde ich dir die persönliche Biographie von Slash empfehlen. Die wurde nicht von externer Hand geschrieben und zeigt die Sicht der ganzen Guns N' Roses Geschichte aus seiner Sicht. Ist wirklich interessant.

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  2. Salve

    Das Buch steht bereits auf meiner Liste an Büchern, die ich mir noch zulegen muss - aber dennoch Danke für den Hinweis!
    Ebenfalls nicht schlecht zum Thema Guns n' Roses ist nebenbei bemerkt die Biographie von Mick Wall.

    evlaS

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