Donnerstag, 25. Juni 2009

Review: Iron Kobra - The Cult Of The Snake

Salve

Es ist mir eine ganz besondere Freude ein Review zu schreiben über eine Band die noch in den Kinderschuhen steckt, der ich aber jetzt schon einmal gewaltigen Einfluss innerhalb des Undergrounds prophezeihen möchte: Iron Kobra!
Waren neue Undergroundbands der letzten 1-2 Jahre vorrangig darum bemüht, jedes noch so kleine Klischee der 80er Bewegung bis ins kleinste Detail hinein zu kopieren oder stellenweise sogar auf die Spitze zu treiben kommen Iron Kobra mit einem ganz eigenen, komplett eigenständigen Konzept daher! Nicht dass ich kein Freund derartiger Klischees bin - ich liebe sie und jede einzelne Band dafür, dass sie diese lange erloschen geglaubte Flamme weiterträgt.
Und - wie ich sagen muss: zum Glück - haben auch Iron Kobra so einige Klischees zu bieten, die man als Metalhead einfach lieben muss:
Stretchjeans in den abgefahrensten Mustern und Farben, Fliegersonnenbrillen und nicht zuletzt die Heiligtümer eines jeden Verfechters des wahren Stahls: Kutten!

Aber darüber hinaus präsentiert man sich im Gegensatz zu etwa meinen ebenfalls ganz weit oben angesiedelten Cruel Force mit einer gehörigen Portion Humor. Das fängt schon beim Bandnamen an, der ein Mischmasch aus Deutsch und Englisch ist. Und das Schlangenkonzept schägt sich auch in weiteren Bereichen als nur dem Namen nieder: Das Demo heißt "The Cult Of The Snake" und die Mitglieder schmücken sich mit Pseudonymen wie Sir Serpent, Lord Python, Don Viper und Commander Conda.
Und dann legt die Band noch ein großes Faible für die japanische Kultur an den Tag. Ich persönlich habe dazu keinen Bezug, aber die machen das mit einer derartigen Überzeugung, dass es sogar mir zusagt.


Und nun zu den einzelnen Liedern - auch über das Demo hinaus noch zu weiteren Stücken.

01. Speedbiker: Ein Motorrad als Intro ist nichts Neues, aber wie könnte man einen Titel wie Speedbiker auch besser einleiten? Ein Einstand nach Maß, der Live der Oberknaller sein muss. Die ersten Reihen müssen sich bei dem Lied regelmäßig die Lungen aus den Hälsen schreien.

02. Fists Of Fury: Ein Rhytmus der einen an galopierende Wildpferde erinnert und mindestens im gleichen Umfang mitreissend ist.

03 Rocket Riders: Der Titel nimmt anfänglich etwas das Tempo raus, aber kommt schon sehr schnell wieder zum Zuge.

04. Valhalla Rock: Ich habe mal ein Buch gelesen, in dem Metallica mit einem durch Tokyo stampfenden und alles zerstörenden Godzilla verglichen wurde. Wer auch immer das schrieb hatte zwar vollkommen Recht, aber die falsche Band als Vergleich für dieses Bild hergezogen. Wer "Valhalla Rock" einmal gehört hat wird wissen, dass dieser Titel eine Vertonung genau dieser Situation ist. Und noch eine Kleinigkeit: Ab ca. 2:45 fühle ich mich aber mal ganz extrem an Exciter erinnert - ob nun Absicht oder nicht: es ist oberklasse!

05. Ronin: Irgendwoher kenne ich den Anfang. Auch nach dutzender Durchläufe des Demos beschleicht mich das Gefühl und ich kann es einfach nicht zuordnen. Textlich ist die allererste Zeile auf alle Fälle bei "Outlaw" von Manowar abgekupfert - oder sagen wir mal angelehnt. Der japanische Teil des Liedes dürfte hingegen kaum von Manowar stammen - eine solche Eigenheit kann nur eine innovative Truppe wie Iron Kobra an den Tag legen.

06. Thunder On The Tundra: Ein Cover der mächtigen Thor. Alle, die diese Band kennen wissen, welch großartiges Werk sie erwartet. Allen anderen lege unbedingt deren Only The Strong-Album ans Herz. Ein erstklassiges Stück Schwermetall - als Orientierung kann man sich in etwa "British Steel" von Judas Priest vorstellen, an das ich mich beim Hören hin und wieder erinnert fühle.

Heavy Metal Generation: Eine Hymne von der Szene an die Szene, in der beide Sänger gleichgestellt nebeneinander singen - großartig.

Will Of The Kobra: Der Song schlängelt sich wie eine Viper an einen heran, beisst einen und injiziert schlussendlich das einzigartige Iron Kobra-Gift, das süchtig macht! Mein persönliches Lieblingslied der Band!

Was zu sagen bleibt: Jedem Freund von klassisch-orientiertem Heavy Metal mit ungewöhnlichen Stimmen sei unbedingt Iron Kobras MySpace-Seite ans Herz gelegt, auf der man - bis auf das Cover, das sich nur auf der Tape-Version befindet - das komplette Demo anhören kann.
Ganz besonders freue ich mich darauf, diese Band endlich mal live zu Gesicht zu bekommen. Ich denke, das dürfte ein Erlebnis sondergleichen sein!

evlaS

Kommentare:

  1. Hey!

    Danke für dein Review! Freut uns, dass dir usnere Musik gefällt :D

    Hoffentlich sieht man sich ma auf nem Konzert :)

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