Samstag, 9. Mai 2009

Die herausragensten Sänger

Salve

Ich möchte zum wiederholten Male an ein schwieriges Unterfangen wagen und die meiner Meinung nach herausragensten Sänger aufzählen. Ich schreibe extra "herausragendsten" und nicht "besten" - mir geht es hier nicht um Technik, sondern vielmehr darum, was die Musiker mit ihren Stimmen bewegen.
Um mir die ganze Sache etwas einfacher zu gestalten kündige ich bereits an dieser Stelle an, dass die Liste nie vollständig sein wird und es immer wieder zu Erweiterungen kommen wird. Außerdem will ich keine Rangliste nach dem Motto "den finde ich besser als den" aufstellen und so sind alle Vokalisten, die nun folgen, in alphabetischer Reihenfolge aufgezählt:

Barlow, Matt:
Mit Iced Earths "Something Wicked This Way Comes" verbinde ich meine ersten richtig intensiven Metal-Momente. Diese Scheibe sollte zu einem großen Teil dazu beitragen, etwas in mein Leben zu tragen, was es nie wieder verlassen wird: Die heilige Flamme des Röck'n'Röll. Aber nicht nur wegen dieser ganz speziellen Erinnerungen ist Matt Barlow in dieser Liste vertreten - es ist diese unbändige Kraft, die in seiner Stimme liegt. Kraft, die einem als Hörer das Gefühl gibt, dass Matt nicht nur einfache Stimmbänder hat - dieser Mann muss über Expander im Hals verfügen!

Cyriis, John:
Hoch, höher, John Cyriis! Bei dieser extremen Art und Weise zu singen verlieren sogar Fledermäuse ihre Orientierung.

Diamond, King:
Wieder einer von der extremen Fraktion - von der extrem hohen Fraktion. Und er nicht nicht nur extrem hoch, sondern auch extrem phrasiert. Ich muss zugeben, dass ich anfängliche Probleme hatte mit dem Material von King Diamond bzw. Mercyful Fate. Aber wenn man sich erst einmal in das Material eingefunden hat wird man süchtig danach. Es lohnt sich, ein wenig Zeit zu investieren, wenn man anfänglich womöglich etwas abgeschreckt wurde.

Dio, Ronnie James:
Welch Glück, dass der Mann so weit vorne im Alphabet steht, denn so steht ihm auch ein Platz zu, den er im Falle meiner persönlichen Rangliste ebenfalls erhalten hätte: Ganz weit vorne! Über Dios Stimme große Worte zu verlieren hieße Tauben nach Athen tragen. Er kann einfach alles: episch & opulent, doomig & schleppend, schnell & mitreissend - seine Stimme weiß in allen Bereichen nicht nur zu überzeugen, sondern zu begeistern.

Dirkschneider, Udo:
Der Mann sieht nicht nur aus wie Rumpelstilzchen; er klingt auch noch genau so! Und das ist jetzt keineswegs abwertend gemeint, denn "Uns Udo" hatte eine Stimme, die ihresgleichen sucht. Sie zu beschreiben fällt schwer ohne dass das Wort "Reibeisenstimme" zu verwenden. Der Mann muss sich morgens Sandpapier auf die Butterstulle packen und sich eine schöne, heisse Tasse Terpentin gönnen, die Zähne mit Stacheldraht putzen und danach mit Eisennägeln gurgeln - anders ist solch eine Leistung kaum zu erreichen.

Gillan, Ian:
Heute Zeugen zufolge nur noch ein Schatten seiner selbst hat er allein mit den unvergesslichen Schreien in "Child In Time" die Messlatte für alle Nachfolger unerreichbar hoch angelegt. Meines Wissens nach gibt es keine bestätigten Quellen dafür, aber Gerüchten zu Folge soll er für diese Schreie eine gebährende Frau als Vorbild genommen haben und deren Schmerzensschreie nachgeahmt haben.

Halford, Rob:
Der nächste, ebenfalls nur ehemals Übergroße: Rob Halford. Aber die Meilensteine, die der Mann ins Mikro gekreischt hat reichen für zwei oder sogar noch mehr Leben,

Jones, Tom:
Der erste in der Aufzählung, der aus der Reihe tanzt. Kein Röck'n'Röll, aber dennoch objektiv betrachtet eine Stimme zum Niederknien!

Kilmister, Lemmy:
Niemand würde wohl auf die Idee kommen, Lemmy als einen wirklich "guten" Sänger zu bezeichnen. Dennoch es gibt wohl kaum einen, der eine charaktervollere Stimme hat als Lemmy. Nur Lemmy klingt wie Lemmy. Punkt.

Loaf, Meat:
In einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist und in einem mächtigen Körper lebt eine mächtige Stimme!

Marcolin, Messiah:
Noch eine mächtige Stimme, die aus einem mächtigen Körper stammt. Leider habe ich Candlemass mit Messiah Marcolin erst viel zu spät für mich entdeckt. Zwei mal habe ich die Band live gesehen und beide Male wusste ich nicht zu schätzen, was sich vor meinen Augen tat. Heute, da ich die Band und die von ihm eingesungenen Alben bei Candlemass liebe bereue ich dies zutiefst.

Marshall, Tony:
Bitte? Ist das hier ernst gemeint? Ja, das ist es! Ich gebe es offen zu: Ich bin Fan von Tony Marshall! Zugegeben, ich mag nicht alles, was er macht, aber seine Stimmungshits sind einfach allererste Sahne und lockern jede Party auf. Die meisten finden ihn zumindest ab einem gewissen Pegel gut - ich benötige dafür aber keinen Tropfen.
Ich weiß, dass sich über seine Art von Musik vortrefflich streiten lässt aber eines steht wohl außer Frage: Singen kann der gute Mann, denn nicht ohne Grund ist er ausgebildeter Opernsänger.
So - und ich hör mir jetzt noch eines seiner zahlreichen David Hasselhoff-Coverversionen an - die rocken ohne Ende!

Meine, Klaus:

Für mich so ein bisschen der deutsche Dio. Vor allem die frühen Werke der Scorpions schaffen einen Gänsehautteppich wie eigentlich keine Werke irgendeiner andere Truppe.

Mercury, Freddie:
Die unangefochtene Nummer eins. Ein für allemal ist Freddie Mercury der begnadetste Frontmann, den sich eine Band nur wünschen kann. Er vereinigte neben einer vielseitigen und für mich perfekten Stimme auch noch Entertainerqualitäten in seiner Person, die kein zweiter jemals auch nur im Ansatz erreichen können wird.
Und wenn das hier jemand lesen kann, der dafür zuständig ist hätte ich ein gutes Angebot: Ich verkaufe meine Seele für einen Queen-Auftritt in einem kleinen Club mit netter, gemütlicher Atmosphäre.

Plant, Robert:
Mir gefällt nicht alles von Led Zeppelin, aber allein den "Immigrant Song" zu hören reicht mir als Rechtfertigung für eine Aufnahme in diese Liste. Darüber hinaus gibt es natürlich noch dutzende weitere Beispiele, aber was den Gesang angeht ist das nun einmal DER LedZep-Song!

Rose, Axl:
Dieser immer leicht heiser wirkenden Stimme kann man sich einfach nicht entziehen. Und auch wenn das letzte, langerwartete Gunners-Album sich nicht in die Riege ehemaliger Klassiker der Band einreihen kann, hat Axl bewiesen, dass sein Organ noch immer bei Kraft ist und nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.

Scott, Bon:

Rein technisch sicherlich kein begnadeter Sänger, aber er war einfach der Mann, bei dem man in jedem Konsonanten und Vokal die australische Räudigkeit gespürt hat. Niemand wird jemals wieder so räudig sein wie Bon Scott - er war, ist und bleibt der König der Räudigkeit!

Snider, Dee:
Die gute Frau Schneider sieht eigentlich so aus, als wolle sie mit ihrem äußeren von ihrer Stimme ablenken oder sogar darüber hinwegtäuschen, gar keine solche zu haben. Aber weit gefehlt: Dee Snider verfügt über eine kraftvolle Stimme und dazu auch noch über eine wahnsinnige Ausstrahlung.

Sinatra, Frank:
Der nächste an dieser Stelle sicherlich unerwartete Eintrag. Frank Sinatra hat mich quasi von einem Moment auf den anderen erwischt und ich war Fan. Im Leben hat er nicht alles richtig gemacht. Vieles sogar falsch, aber die Entscheidung Sänger zu werden war die beste, die er treffen konnte!

Stumpen:

Noch vor nicht sonderlich langer Zeit wäre der gewiss nicht in dieser Liste gelandet, aber ein Liveauftritt von Knorkator hat mich eines besseren belehrt. Der Kerl gehört in eine ordentliche Band, die dem US Metal frönt. Die Stimme dafür hätte er und das Publikum mitreissen kann er sowieso.