Sonntag, 11. Mai 2008

Kiss Live in München

Salve

Sonntag, der 11. Mai im Jahre 2008 – ein Tag, den ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde und wie zu erwarten eines der absoluten Highlights in meinem Leben darstellt.

Aber alles der Reihe nach: Am Mittwoch zuvor hat Axxis mich auf eine Aktion im Forum der Rockantenne hingewiesen, in der es darum ging, sich im KISS Look-a-like Contest in KISS-Optik zu präsentieren. Zum Glück sind damals, als Sascha, Julian und dank Barbaras Schminkkünsten mit passender Maskerade zum Konzert der KISS Forever Band gegangen sind, ein paar Bilder entstanden, die ich ohne weiteres Zögern im Forum hochgeladen habe. Neben mir taten dies noch 8 weitere Konkurrenten; es war also ein überschaubares Feld an Leuten, die um den Preis schlechthin kämpften: die beiden Leute mit den meisten Stimmen im Forum sollten jeweils mit zwei Eintrittskarten für die heilige Messe für jeden KISS-Jünger beglückt werde: Das Konzert in München!
Die Abstimmung hierfür lief von Donnerstag um 16 Uhr bis zur gleichen Zeit am Freitag. Der Aufforderung der Rockantenne, möglichst viele Freunde, Kollegen & Verwandten zum Abstimmen zu bringen bin ich gerne gefolgt. Ich habe Himmel und Hölle in Bewegung versetzt, Leute via ICQ angeschrieben, Mails geschrieben, Anrufe getätigt, meine Kontaktliste aus dem StudiVZ bemüht. Ich fand es unglaublich, wie die meisten von denen, den ich Bescheid gab. innerhalb meist nur kurzer Zeit geantwortet haben und meinten, dass sie das natürlich nur allzu gerne für mich tun würden.
Ein Mitgänger war auch schnell gefunden. Am Donnerstagabend haben Matze und ich einen Spaziergang eingelegt und als ich ihm von der ganzen Aktion berichtete, sagte er ohne Zögern zu, sich dieses Spektakel im Falle eines Gewinnes keinesfalls entgehen lassen zu wollen.
Die Wahl verlief rasant und so wurden aus anfänglich nur zwei Stimmen – der von Axxis und natürlich meiner eigenen – innerhalb nur kurzer Zeit immer mehr und es dauerte nicht lange bis ich die Führung inne hatte. Bis zum Ende der Wahl am Freitag um 16 Uhr sollte ich diese auch nicht mehr aus der Hand geben. Trotz komfortablen Vorsprungs war ich aber bis zur letzten Minute gespannt und hoffte, dass nicht noch Leute von hinten das Feld aufrollen würde und dafür sorgen, dass ich den dritten Platz einnehme und somit leer ausging. Aber soweit kam es zum Glück nicht und ich gewann mit der wahnsinnigen Anzahl von 39 Stimmen.
An dieser Stelle nochmals ein fettes DANKESCHÖN, an alle, die dafür gesorgt haben, dass ein Traum wahr wurde, KISS bereits zu einem so frühen Zeitpunkt der Tour live sehen zu dürfen!
Gleich nach der Nachricht des Gewinns begann dann die Suche nach einem Hotel und die gute Erfahrung mit der günstigen Hotelkette „Etap“ beim Thrash Assault in Würzburg ließ mich wieder im Münchner Ableger ein Zimmer buchen.
Voller Vorfreude ging es am Sonntag also auf die Reise. Matze hat mich um halb zwei abgeholt und dank freier Straßen waren wir nach einmaligem Durchlaufen der beiden ersten Alive-Schreiben von KISS bereits am Ziel.
Hier wurde eingecheckt und nicht viel mehr Zeit im Hotel verschwendet, sondern wir machten uns gleich auf den Weg in die Stadt, um noch ein wenig Nahrung abzugreifen. Eingenommen wurde dies in jenem Burger King, der nach sich innerhalb der letzten München-Besuche bereits zu einem Stammlokal entwickelt hatte.
Gesättigt wollten wir nun unsere Tickets abholen. Der Ort hierfür war auch schnell gefunden, jedoch dauerte es etwas, bis wir in die Halle gelassen wurden, um die Tickets abzugreifen. Aber diese Wartezeit wurde uns mehr als versüßt: Im Hintergrund konnten wir recht deutlich den Soundcheck vernehmen – was könnte man mehr wollen?
Als wir dann die Karten hatten wurden wir auch gleich über einen anderen Eingang als den Haupteingang in die Halle gelassen, was unser Glück war, denn ich schätze mal, dass alle Eingänge gleichzeitig freigemacht wurden und so stürmten Leute, die teilweise schon stundenlang anstanden gleichzeitig mit uns in die Halle und kämpften um die besten Plätze. Hätten wir mehr Ahnung davon gehabt, wie die Halle aufgebaut ist, hätten wir problemlos einen Platz in der ersten Reihe sichern können. Aber so war für uns immer noch ein mehr als guter Platz in der vierten Reihe sicher. Angesichts dessen, dass Leute, die hinter uns standen eigenen Aussagen zufolge 3 Stunden länger anstanden als wir überhaupt am Gelände der Olympiahalle waren, konnten wir also sehr zufrieden sein.
Recht flott ging es auch schon los mit der wenig überzeugenden Vorband. Die unter dem Namen Cinder Road spielenden Jungs machten Musik, die irgendwo zwischen Nickelback und neuen Bon Jovi angesiedelt waren; Sekretärinnen-Rock im besten Sinne also. Ihre Plattenfirma hat sich diesen Platz als Vorband von KISS wohl einiges kosten lassen, aber ich denke mal, dass diese Investition sich nicht gelohnt hat. Klar ist der Name der Band nun mehr im Gespräch, aber das Zielpublikum wurde zumindest in uns Leuten da vorne nicht getroffen, was man auch in den Reaktionen der Zuschauer erkennen konnte.



Nach gut 30 Minuten durften die Jungs auch wieder die Bretter verlassen und die Ankündigung des Sängers, dass als nächstes KISS an eben jener Stelle spielen würde, ließ mich in froher Erwartung aufhorchen. Wir mussten also nicht noch eine Vorgruppe dieses Schlages ertragen!
Der Bühnenaufbau für KISS dauerte natürlich noch ein wenig, aber das war zu erwarten angesichts der Show, die die Jungs abliefern.
Doch irgendwann konnte das Inferno beginnen und ich kann kaum beschreiben, was ich in den nächsten mehr als zwei Stunden zu Gesicht bekam. Sämtliche Superlative würden dieses Ereignisses nicht gerecht werden. Die Show, die sich uns bot war einfach nur der Wahnsinn. Man hat zwar natürlich von all diesen Effekten als KISS-Fan schon mal gelesen und sie teilweise auch schon in Bild und Ton gesehen, aber es ist doch etwas ganz anderes, wenn man dort nur wenige Meter von der Bühne steht und das Schwarzpulver nach jeder Explosion riecht, genau die Ausdrücke in den Gesichtern sieht und die Begeisterung der Menschen um einen herum spürt.
Die Setlist war dieselbe wie in Oberhausen:
• Deuce
• Strutter
• Got To Choose
• Hotter Than Hell
• Firehouse
• Nothin' To Lose (gesungen von Eric Singer)
• C'Mon And Love Me
• Parasite
• She (Tommy Thayer schießt Raketen aus seiner Gitarre)
• Watchin' You
• Rock Bottom
• 100,000 Years
• Cold Gin
• Let Me Go Rock 'N' Roll
• Black Diamond (Eric lead vocals)
• Rock And Roll All Nite
Zugabe:
• Shout It Out Loud
• Lick It Up
• I Love It Loud ((Gene Simmons spuckt Blut und fliegt zur Hallendecke)
• I Was Made For Lovin' You
• Love Gun (Paul Stanley fliegt zur Bühne am anderen Ende der Halle und singt dort)
• Detroit Rock City
Jeder Song war ein Highlight für sich und ich war absolut zufrieden. Natürlich hätte ich mir gut und gerne nochmal soviele Songs angehört, aber bei über 2 Stunden Show gibt es nichts zu meckern.



Kritik an der Stimme von Paul kann ich zugegebenermaßen nicht ganz verstehen – ich fand ihn voll auf der Höhe und dass er am Ende des Konzerts bei „I Was Made For Lovin' You“ nicht mehr ganz so hoch kommt ist doch auch verständlich. Aber vielleicht habe ich da auch einfach eine rosafarbene KISS-Brille auf…


Gene wirkte wunderbare böse, aber ich muss sagen, dass er nicht an die Boshaftigkeit seines Pendants bei der KISS Forever Band ranreicht. Dieser frisst einen mit seinen Blicken geradezu auf und er hat es bislang bei jedem Gig, den ich von den Ungarn bisher gesehen habe, geschafft, mich wirklich das Fürchten zu lehren. Aber das liegt sicherlich auch daran, dass bei einer Publikumsgröße von vielleicht 100 Leuten eine wesentlich intimere Stimmung aufkommt.
Eric war ein wunderbarer Drummer mit jeder Menge Power. Unglaublich, wie er da nebenher noch ganz lässig seinen Kaugummi gekaut hat – total routiniert - und das meine ich in dem Zusammenhang durchaus positiv! Seine Kunststückchen mit den Drumsticks ließen mich gerne mal zu ihm schauen, auch wenn sonst natürlich vor allem Paul und Gene die Blicke auf sich ziehen.


Tommy hat in meinen Augen die Rolle des Ace bestens erfüllt. Einfach teilnahmslos dastehen und sein Ding durchziehen – man bekam sogar hin und wieder mal die berühmte Daumernzeig-Geste zu Gesicht. Die ihm zugedachte Rolle innerhalb des KISS-Universums sieht nun einmal so aus und würde er nun wie ein Berserker über die Bühne rennen wäre dies vollkommen fehl am Platz. Also alles richtig gemacht, Mr. Thayer!
Ich denke, man merkt mir meine Begeisterung für dieses Konzert an und ich freue mich jetzt schon wie bekloppt auf den 18. Juni. Dann geht es zum Konzert nach Stuttgart und dieses Mal muss ich nicht alle Freunde, Bekannte und Verwandte bemühen, denn schließlich habe ich mein Ticket für das Konzert bereits 5 Minuten nach Vorverkaufsbeginn gesichert.
Nochmals einen Dank an alle Leute, die für mich gestimmt haben, einen Dank an Matze fürs Mitgehen und den Fahrdienst, Danke natürlich auch an Axxis, ohne den ich von der ganzen Sache gar nichts mitbekommen hätte und nicht zuletzt auch Danke an die Rockantenne für die Tickets mit der wunderschönen Aufschrift „Ehrenkarte“. Die bekommt dem Wort entsprechend auch noch einen Ehrenplatz!

evlaS

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