Dienstag, 16. Dezember 2008

Satyricon Live in Stuttgart

Salve

Ein weiteres Konzert stand an, jedoch dieses mal mit mehr Schatten als Licht. Die Voraussetzungen waren zwar schonmal absolut ideal, aber einiges hat sich doch etwas anders entwickelt als ich das erwartet hatte.
Aber von Anfang an: Eine Woche vor dem Konzert in der Röhre Stuttgart erreichte mich ein Anruf von Roadrunner Records, dass ich nebst einer begleitenden Person auf der Gästeliste stehen würde - ich hatte in einem Gewinnspiel mitgemacht und dort gewonnen. Ein selbstverständlich freudiges, aber inzwischen fast schon zur Normalität verkommenes Ereignis, habe ich doch dieses Jahr auch schon kostenlosen Einlass gewährt bekommen bei KISS, Destruction, Motörhead und auch die Woche erreichte mich wieder eine Nachricht, in einem Gewinnspiel irgendeinen Artikel aus dem Destruction-Merchandise-Repertoire zugeschickt zu
bekommen.


Dieses Glück scheint sich aber leider ausschließlich auf Gewinnspiele zu beschränken. Simon, der sich innerhalb kürzester Zeit als Mitgänger gefunden hatte, musste mir leider in Folge von hohem Fieber nur 5 Minuten, bevor ich mich aus dem Haus gemacht habe, absagen. Ich habe noch versucht, möglichst viele potenzielle Mitgänger zu erreichen, aber in der Kürze der Zeit beschränkte sich die Auswahl an Leuten auf jene, die zumindest in der Nähe von Stuttgart wohnen und von denen waren alle, die in Frage kamen entweder beschäftigt, mussten am nächsten Tag früh raus oder waren in den meisten Fällen ebenfalls krank.
So blieb mir am Ende nur, den Weg allein anzutreten. Als ob das nicht schon genug wäre, wurde mir in der Bahn mitgeteilt, dass der Zug umgeleitet wird und so musste ich mich auf einem komplett anderen und zudem auch noch zeitraubenderem Weg machen, für den ich am Ende auch noch ordentlich drauflegen musste, damit ich nicht völlig zu spät komme. Deshalb an dieser Stelle mal ein dickes fettes FUCK YOU DEUTSCHE BAHN!!!
Einen kurzen Moment lang war ich sogar mal geneigt, auf der Stelle kehrt zu machen und die ganze Aktion ausfallen zu lassen und war nicht nur im Geiste bereits auf dem Weg zum dementsprechenden Bahnsteig. Aber verdammt - wie unglaublich Metal wäre das denn gewesen? Schließlich hab ich mich seit dem Anruf schon tierisch auf die Vorband gefreut: Mit Evile war schließlich eine erstklassige Thrash-Truppe angekündigt, die mit ihrer Herkunft Groß-Britanniens sogar noch einen gewissen Exotenstatus inne hat. Oder kann mir jemand auf der Stelle neben den Jungs von Sabbat und Onslaught noch andere Thrasher von der Insel nennen? Falls ja: immer her damit!
Wie dem auch sei, irgendwann kam ich in Stuttgart an und war schon in der festen Erwartung, so gut wie alles von der Vorgruppe verpasst zu haben, wegen der ich in erster Linie gekommen war. Dort angekommen - zu diesem Zeitpunkt war es etwa 1,5 Stunden nach ofiziellem Einlassbegin - musste ich aber mit Erstaunen feststellen, dass ein großer Teil der Meute noch vor der Tür stand und darauf wartete, Einlass gewährt zu bekommen. In der Reihe hab ich dann auch gleich mal rumgefragt, ob es noch jemanden ohne Ticket gibt und zum Glück war schnell jemand gefunden, dem ich meinen zweiten Gästelistenplatz für das ein oder andere Bier abtreten konnte - das erste bisschen Glück an diesem Abend. Aber das war es dann quasi auch schon. Ich war zwar rechtzeitig drin, bevor die Vorband losgeknüppelt hat, aber was die da fabriziert haben klang nicht ganz nach dem, was ich erwartet hatte. Die erste Minute dachte ich noch: "Gut, vielleicht klingt der Sänger live einfach anders, vielleicht haben sie auch einen neuen Mann am Mikro...!". Aber falsch gedacht - langsam wurde mir mehr und mehr klar, dass die da oben mal so gar nicht nach Thrash klingen und als dann die zarten Töne eines Keyboards mein Ohr erreichten war es aus mit meiner Geduld. Das, was da durch die PA tröpfelte war einfach nur beschissen und gewiss nicht Evile, wie ich es erwartet hatte. Gut - vielleicht haben sie eine zweite Vorband - kann ja gut sein und da hatte ich auch echt nix dagegen. Aber auf Grund der sowieso schon entstandenen Verzögerungen schwand meine Hoffnung, noch rechtzeitig nach Karlsruhe zurückkehren zu können. Aus diesem Grunde habe ich mir auf die Schnelle ein Bett im "Hotel Schwester" gebucht. Kurz darauf fiel mir ein weisser Zettel auf, auf dem ich die Buchstaben las, die dafür sorgten, dass ich mir auf diesen Gig so gefreut hatte: "Evile" stand da und dieses Wort stand in einem Zusammenhang, in dem ich das verdammt nochmal nicht lesen wollte: Einer von der Band - kann mich aus Wut ob dieses Schreibens nicht mehr erinnern, ob es vielleicht der Sänger war, was mir zumindest jetzt am logischsten erscheint, musste wegen plötzlicher Krankheit am Tag zuvor absagen. Meine Güte - hätte ich abkotzen können! So eine verdammte Scheiße! Wenn es wenigstens adequaten Ersatz gegeben hätte, aber die haben auf die Bühne irgendwelche mit Kajal geschminkten Trottel in Ritterrüstungen geschickt (Kennt wer den Eisernen Ritter aus "Detroit Rock City"? Ich glaube, das war deren Sänger!), die die von ihnen verzapfte Kakophonie auch noch mit einem beschissenen Keyboard bezuschusst haben. Was für ein unglaublicher Haufen SCHEISSE!!! Ich bin kein sonderlich großer Freund von Death Metal, aber ich kann es mir anhören, jedoch deren - ich nenne es mal Abart von Death Metal - war einfach eine Zumutung für die Ohren.
Wie man meinen Worten sicherlich entnehmen kann, hat sich meine Wut noch immer nicht ganz verflüchtigt. Ein kleiner Trost stand ja aber auch immer noch bevor: Satyricon hab ich mir um der alten Zeiten Willen auch angeschaut - zumindest die ersten 4-5 Lieder. Besonders beeindruckt war ich vom Schlagzeuger: was Frost für eine Leistung an den Tag legt ist schon echt der Oberhammer - es gibt sicherlich nicht viele Drummer, die über eine solche Zeitspanne, so akkurat Doublebass spielen können. Aber irgendwann war ich doch etwas gelangweilt und habe die Zeit mehr damit zugebracht, mit Leuten im Foyer und vor allem draußen in der Kälte zu labern - war teilweise auch sehr erquicklich, wenn auch verdammt kalt. Aber in Pulli und Kutte bei Minusgraden draußen sein ist ja verdammt nochmal auch echt frostbidden und Black Metal!

Was bleibt als Fazit von diesem Abend: Drecksbahn, Drecksvorband - aber alles in allem habe ich es dennoch nicht bereut, dort gewesen zu sein. Wäre ja schließlich auch noch sonderlich Metal, näh?!

evlaS

Samstag, 13. Dezember 2008

Blizzard Releaseparty


Salve

Die Entscheidung hinzufahren fiel relativ kurzfristig und spät, aber gelohnt hat es sich dafür umso mehr: Axxis als Fahrer, Matze bei seiner Entjungferung was Underground-Konzerte angeht und ich machten uns auf den Weg zum Arsch der Welt: Großerlach ist zwar gar nicht mal so weit unserer schwäbischen Heimat, aber das Klubhaus war irgendwo in der Pampa und auch die Anfahrt konnte nicht ohne einige Umwege und Irrfahrten bestritten werden. Aber die Hauptsache war, dass wir irgendwann ankamen. Der Veranstaltungsort glich mehr einer etwas größeren Wohnung als einem Jugendhaus oder ähnlichem, wie man es sonst von Veranstaltungen dieser Art gewohnt ist. Was zu anfangs etwas zu klein geraten erschien erwies sich aber später als Förderlich für die intime Stimmung.
Dass dieser Abend grandios werden würde, war mir bereits bei der Ankunft klar: Zwar haben wir die erste Band komplett verpasst und von Witching Hour nur noch den letzten Song mitbekommen, aber die haben Destructions "Mad Butcher" gecovered - na da konnte an dem Abend ja nun wirklich nichts mehr schief gehen. Weniger Meter weiter wurden dann erstmal die Warfarer standesgemäß begrüßt und auch die restlichen Gäste waren fast allesamt bekannte Gesichter - es war kaum jemand dabei, dessen Gesicht mir vollkommen unbekannt vorkam; und ich habe echt ein miserables Gesichtsgedächtnis!
Nach den üblichen Scherzen und dem Kauf von der russischen Pressung von Warfares Best of-CD sowie T-Shirts von deren Russland-Tour (ein Tip: Zuschlagen, bevor es zu spät ist!) ging es weiter im Programm mit Ketzer. Ich habe die Band mehr oder weniger nur mit einem Ohr verfolgt, aber was ich zu hören bekam, sagte mir durchaus zu. Es klang, als ob Abbath von Immortal jetzt bei 'ner Thrash-Band vor sich hinknarzt!
Nach einer längeren Pause kam dann das, worauf der allergrößte Teil der Meute gewartet hat und dementsprechend Vollgas ohne Ende gegeben hat: Blizzard. Und die Erwartungen wurden meiner Meinung nach auch wirklich erfüllt, wenn ich auch nur 3 der gespielten Songs gut kannte, wusste auch der Rest des Materials mitzureissen. Gelungene Rückkehr!


Mein persönliches Highlight des Abends kam allerdings noch: Nuclear Warfare sollten laut Zeitplan eigentlich um 23 Uhr die Bühne stürmen, aber wegen der ein oder anderen Verzögerung hat sich das um 1,5 Stunden nach hinten verlagert. Sehr schade, denn so waren leider nicht mehr so viele Leute da, aber die die da waren haben alles gegeben - die Band auf der Bühne miteingeschlossen.


Ich kann echt schon nicht mehr sagen, wie oft ich Warfare jetzt schon live gesehen habe. Es war auf alle Fälle häufig und sie schaffen es dennoch immer wieder, mich voll mitzureissen, so dass meine Schädeldecke fast schon wegfliegt beim Bangen - Energie pur! Noch verstärkt wurde die Energie hier durch die kleine, sehr niedrige Bühne und die engen Räumlichkeiten, sodass die paar Fans, die noch da waren, sich zumindest alle ganz vorne getummelt haben.





Schlussendlich aus war der schöne Abend gegen 3 Uhr doch an eine Heimfahrt war nicht zu denken. Zumindest nicht ohne Autoschlüssel, den Mr. Listl, wie sich nach einer halbstündigen Suche herausgestellt hat, 2 Meter hinter dem Auto verloren hat. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits...wie sagt man so schön..."ordentlich paniert". Mit anderen Worten "reichlich betrunken". Die halbstündige Suche nach dem Schlüssel ging einher mit einem ebenso langen Lachanfall ob der unfreiwilligen Komik dieser Situation. Die Rückfahrt war leider - jetzt kann ich das ja sagen - verbunden mit einem einzigen Gedanken: Ich habe mich durchgängig gezwungen, an schöne grüne Wiesen zu denken. Nur so war mir möglich, meinen Brechreiz halbwegs unter Kontrolle zu haben. War an dem Abend vielleicht doch etwas zu viel.

Trotz dieses Ausgangs will ich festhalten, dass dieses Konzert einfach nur geil war: Jede Menge blöde Sprüche, grandiose Musik und nicht zuletzt auch Matzes erster Besuch bei einem Konzert dieser Art und es schien ihm auch gut gefallen zu haben zwischen all den ungewaschenen Kutten. Jene strahlen ja aber in einer solch großen Anhäufung aber auch echt was ganz besonderes aus...

evlaS

Samstag, 6. Dezember 2008

Motörhead Live in Stuttgart

Salve

Kaum ist das eine Konzert aus, steht auch schon wieder das nächste an.
Pünktlich zum Nikolaustag stürmten Simon und ich die Schleyerhalle zu Stuttgart.
An dieser Stelle nochmal einen Dank an "Die Neue 107,7", die es uns ermöglicht hat, die Spielstätte kostenlos aufsuchen zu dürfen.
Die so einbehaltenen Ersparnisse wurden gleich wieder in Bier reinvestiert - und diese Wortschöpfung ist in diesem Zusammenhang wirklich nicht übertrieben! Es gab schöne große Bierbecher mit geschätzten 0,75 - 1 Liter, deren Preis von 10,50 incl. Pfand aber eine echte Frechheit war. Hätte ich erst noch 40 Euro für ein Ticket hinlegen müssen, hätte ich es mir gewiss zwei Mal überlegt, zu dem Preis zuzuschlagen.
Aber da wir diese Kohle ja nicht zahlen mussten, ließen wir uns die Laune auch nicht verderben. Dank rechtzeitigen Erscheinens hatten wir Plätze im vordersten Bereich. Das war gut für die Sicht, aber andererseits auch schade, da es alle anderen Pappnasen nicht geschafft haben, rechtzeitig zu erscheinen und so mit den Plätzen weiter hinten Vorlieb nehmen mussten. Hat dies die Freude von Simon und mir getrübt? Keineswegs! Nicht einmal der Auftritt von Danko Jones vermochte dies. Im Vorfeld stieß er auf nur sehr wenig Gegenliebe, aber ich wollte mich live überzeugen lassen. Ganz überzeugt wurde ich nicht, aber ich finde die Band (?) nicht so übel, dass ich auch problemlos darauf verzichten hätte können. Es war eigentlich ganz witzig und die Ansagen waren einfach Rock'n'Roll, wozu auf der Bühne einfach eine gehörige Portion Selbstüberschätzung gehört und manche Songs gingen auch richtig gut ins Ohr. Just in diesem Moment des Schreibens läuft bei mir im Hintergrund "First Date"

Nach diesem kurzweiligen Auftritt folte aber das, worauf viele gewartet haben: Saxon betraten die Bretter und legten mit dem "Motorcycle Man" furios los. Biff hat trotz seines Alters eine Energie in den Knochen und vor allem der Stimme, dass so manche Jungspunde sich daran ein Beispiel nehmen können - absoluter Wahnsinn!



Bei der Setlist war für alle was geboten, wie es in der Kürze der Zeit und einem solchen Bouquet an Songs nun einmal möglich ist. Auch vom erst 2009 erscheinenden Album gab die Band zwei Songs zum besten und mit diesen die Versprechung, im Februar wieder auf Tour zu kommen - eigentlich ein absoluter Pflichttermin!


Was hierauf folgte war in erster Linie eines: LAUT! Darüber hinaus natürlich auch noch verdammt gut, aber eben auch unglaublich LAUT! Aber würde jemand etwas anderes erwarten, wenn er zu Motörhead geht? Natürlich nicht - wir sind hier bei der verdammt nochmal lautesten Band der Welt! Und jetzt kommt mir keiner mir den zu Pussys mutierten Manowar - die haben ihren Rekord von Publikum befreit aufgestellt!


Die Auswahl an Motörhead-Songs war sehr breitgefächert und ich, der ich in deren Diskografie eigentlich firm bin, wurde mit einigen mir bislang nicht bekannten Lieder überrascht. Aber auch die beinharten Maniax wurden mit dem rein akustisch vorgetragenen "Whorehouse Blues" überrascht.


Den für mich perfekten Abschluss fanden die Jungs mit meinem ewigen Motörhead-Lieblingsstück "Overkill".

Fazit des Abends: Stundenlanger Genuß nicht nur vor Ort; mir blieb eine Erinnerung in Form von 36 Stunden Dauerpfeifen auf dem rechten Ohr, in dessen Folge ich mir nun mal gescheite Ohrstöpsel gekauft habe, die den Sound nicht so sehr verfälschen, wie diese Drecksschaumstoffteile.
Aber ich möchte nicht rummemmen: Es hat sich gelohnt, den das Konzert war grandios und ich freue mich bereits jetzt schon auf Saxons Stippvisite im Februar - ist ja nicht mehr lange hin...

evlaS