Mittwoch, 18. Juni 2008

Kiss Live in Stuttgart

Salve

Ein kleiner Rückblick auf das KISS-Konzert in Stuttgart.

Als erstes: Es hat in keinster Weise dem Gig in München das Wasser reichen können.
Dort war im großen und ganzen die Stimmung besser, was sicherlich daran lag, dass es dort ausverkauft war, die Bühne war größer, es wurde ein vielfaches an Pyros verballert, der Sound war wesentlich besser und mit „Firehouse“ und „Rock Bottom“ standen auch noch die fehlenden Songs zur Komplettierung des ALIVE-Erlebnisses auf der Setlist.



Heißt das nun, dass es ein schlechtes Konzert war? Nein, selbstverständlich heißt es das nicht! KISS sind immer noch das Live-Erlebnis schlechthin und für mein persönliches Empfinden kommt noch erschwerend hinzu, dass das Konzert in München auch noch das erste KISS-Konzert meines Lebens war. Dementsprechend kam das ganze natürlich noch eine Spur bombastischer rüber, da ich auf diesen Moment seit Jahren gewartet hatte und mir in jedem Zeitpunkt eigentlich bewusst war, dass die Hoffnung wohl vergeblich ist. Die Nachricht, dass KISS nach Europa kommen war für mich die Nachricht des Jahres und dementsprechend hoch war auch meine Spannung.


Mein letztes Konzert in der Schleyerhalle liegt schon ein ganzes Weilchen zurück, weil ich allgemein nicht auf Konzerte in großen Hallen stehe, sondern mir lieber kleine Bands in einem intimeren Rahmen anschaue. Und wenn ich schon eine solche große Halle für ein Konzert betrete, erwarte ich auch eine dementsprechende Bühne. Leider konnte die Schleyerhalle damit nicht aufwarten. Konnte mich gar nicht daran erinnern, dass die Bühne so klein ist und in Folge dessen war leider auch der Bewegungsdrang der Bandmitglieder kleiner. In München ist Paul immer wieder an die rechte oder linke Bühnenseite gegangen und hat mit den Leuten geflirtet. Das unterblieb dieses Mal fast vollständig. Irgendwie empfand ich, dass die Kommunikation mit dem Publikum insgesamt wesentlich geringer ausfiel. Die Maskenmänner haben dafür viel öfter in die Kamera geschaut, um die Leute via Videoleinwand zu erreichen. Aber diesen Worten sollte man jetzt nicht allzu viel Bedeutung beimessen, denn schließlich war ich in München auch einige Reihen weiter vorne und vielleicht war mein Empfinden auch dementsprechend dort anders.
Was aber auch von weiter hinten zu sehen war oder besser gesagt eben nicht, waren mein Kritikpunkt Nummer 1: Pyros! Davon gab es nämlich so gut wie gar keine. Während in der bayerischen Landeshauptstadt spätestens nach dem vierten Song in quasi jedem Stück irgendwas in die Luft geflogen ist, war das in Stuttgart nur in einem Bruchteil der Stücke der Fall. Durften die nicht mehr oder sind ihnen die Raketen ausgegangen? Ersteres ist wohl nicht der Fall, denn als ich Rammstein 2001 an selber Stelle gesehen habe, haben die einiges mehr getan.


Sind die Stuttgarter es nicht wert, weil die Halle ja eh nicht voll befüllt war? Ein wenig enttäuscht hiervon war ich schon. Natürlich kam ich in erster Linie wegen des Rock ’N’ Roll, aber für KISS-Verhältnisse war das einfach viel zu wenig, zumal der Sound nicht unbedingt überragend war. Der Gesang war zu leise abgemischt, worauf Paul vielleicht aber sogar bestanden hat, den spätestens bei den Ansagen hat man des Öfteren gemerkt, dass seine Stimme ziemlich angeschlagen war. Aber seine Schreie hat er dennoch unnachahmlich hinbekommen und vor allem beim „I Was Made For Loving You“ gegen Ende des Konzerts kam er stimmlich immer noch wunderbar hoch – im München ist ihm dieses Unterfangen nicht gelungen.


Alles in allem war es natürlich immer noch ein Wahnsinnskonzert, auf das ich mich zu Recht seit Monaten gefreut habe und wäre ich nicht bereits vor einem Monat bei einem anderen Termin gewesen, wäre meine Euphorie wohl grenzenlos. Aber durch die Vergleichsmöglichkeit wird diese eben doch etwas eingegrenzt.
Was das Konzert auch noch aus einer anderen Sicht der Dinge zu etwas besonderem hat werden lassen war die Tatsache, dass ich zusammen mit meinem guten Freund Flo, den ich leider viel zu selten zu Gesicht bekomme, abgerockt habe. Flo, es war mir eine ganz besondere Ehre mit dir, einem solch ebenso fanatischen KISS-Freak diese Messe zu feiern!

Fazit: Würden die Jungs nächstes Jahr tatsächlich, wie live angekündigt, wiederkommen, würde ich mich trotz längerer Anfahrt wohl eher noch mal nach München begeben oder vielleicht einmal den Gang nach Mannheim wagen.

evlaS