Dienstag, 16. Dezember 2008

Satyricon Live in Stuttgart

Salve

Ein weiteres Konzert stand an, jedoch dieses mal mit mehr Schatten als Licht. Die Voraussetzungen waren zwar schonmal absolut ideal, aber einiges hat sich doch etwas anders entwickelt als ich das erwartet hatte.
Aber von Anfang an: Eine Woche vor dem Konzert in der Röhre Stuttgart erreichte mich ein Anruf von Roadrunner Records, dass ich nebst einer begleitenden Person auf der Gästeliste stehen würde - ich hatte in einem Gewinnspiel mitgemacht und dort gewonnen. Ein selbstverständlich freudiges, aber inzwischen fast schon zur Normalität verkommenes Ereignis, habe ich doch dieses Jahr auch schon kostenlosen Einlass gewährt bekommen bei KISS, Destruction, Motörhead und auch die Woche erreichte mich wieder eine Nachricht, in einem Gewinnspiel irgendeinen Artikel aus dem Destruction-Merchandise-Repertoire zugeschickt zu
bekommen.


Dieses Glück scheint sich aber leider ausschließlich auf Gewinnspiele zu beschränken. Simon, der sich innerhalb kürzester Zeit als Mitgänger gefunden hatte, musste mir leider in Folge von hohem Fieber nur 5 Minuten, bevor ich mich aus dem Haus gemacht habe, absagen. Ich habe noch versucht, möglichst viele potenzielle Mitgänger zu erreichen, aber in der Kürze der Zeit beschränkte sich die Auswahl an Leuten auf jene, die zumindest in der Nähe von Stuttgart wohnen und von denen waren alle, die in Frage kamen entweder beschäftigt, mussten am nächsten Tag früh raus oder waren in den meisten Fällen ebenfalls krank.
So blieb mir am Ende nur, den Weg allein anzutreten. Als ob das nicht schon genug wäre, wurde mir in der Bahn mitgeteilt, dass der Zug umgeleitet wird und so musste ich mich auf einem komplett anderen und zudem auch noch zeitraubenderem Weg machen, für den ich am Ende auch noch ordentlich drauflegen musste, damit ich nicht völlig zu spät komme. Deshalb an dieser Stelle mal ein dickes fettes FUCK YOU DEUTSCHE BAHN!!!
Einen kurzen Moment lang war ich sogar mal geneigt, auf der Stelle kehrt zu machen und die ganze Aktion ausfallen zu lassen und war nicht nur im Geiste bereits auf dem Weg zum dementsprechenden Bahnsteig. Aber verdammt - wie unglaublich Metal wäre das denn gewesen? Schließlich hab ich mich seit dem Anruf schon tierisch auf die Vorband gefreut: Mit Evile war schließlich eine erstklassige Thrash-Truppe angekündigt, die mit ihrer Herkunft Groß-Britanniens sogar noch einen gewissen Exotenstatus inne hat. Oder kann mir jemand auf der Stelle neben den Jungs von Sabbat und Onslaught noch andere Thrasher von der Insel nennen? Falls ja: immer her damit!
Wie dem auch sei, irgendwann kam ich in Stuttgart an und war schon in der festen Erwartung, so gut wie alles von der Vorgruppe verpasst zu haben, wegen der ich in erster Linie gekommen war. Dort angekommen - zu diesem Zeitpunkt war es etwa 1,5 Stunden nach ofiziellem Einlassbegin - musste ich aber mit Erstaunen feststellen, dass ein großer Teil der Meute noch vor der Tür stand und darauf wartete, Einlass gewährt zu bekommen. In der Reihe hab ich dann auch gleich mal rumgefragt, ob es noch jemanden ohne Ticket gibt und zum Glück war schnell jemand gefunden, dem ich meinen zweiten Gästelistenplatz für das ein oder andere Bier abtreten konnte - das erste bisschen Glück an diesem Abend. Aber das war es dann quasi auch schon. Ich war zwar rechtzeitig drin, bevor die Vorband losgeknüppelt hat, aber was die da fabriziert haben klang nicht ganz nach dem, was ich erwartet hatte. Die erste Minute dachte ich noch: "Gut, vielleicht klingt der Sänger live einfach anders, vielleicht haben sie auch einen neuen Mann am Mikro...!". Aber falsch gedacht - langsam wurde mir mehr und mehr klar, dass die da oben mal so gar nicht nach Thrash klingen und als dann die zarten Töne eines Keyboards mein Ohr erreichten war es aus mit meiner Geduld. Das, was da durch die PA tröpfelte war einfach nur beschissen und gewiss nicht Evile, wie ich es erwartet hatte. Gut - vielleicht haben sie eine zweite Vorband - kann ja gut sein und da hatte ich auch echt nix dagegen. Aber auf Grund der sowieso schon entstandenen Verzögerungen schwand meine Hoffnung, noch rechtzeitig nach Karlsruhe zurückkehren zu können. Aus diesem Grunde habe ich mir auf die Schnelle ein Bett im "Hotel Schwester" gebucht. Kurz darauf fiel mir ein weisser Zettel auf, auf dem ich die Buchstaben las, die dafür sorgten, dass ich mir auf diesen Gig so gefreut hatte: "Evile" stand da und dieses Wort stand in einem Zusammenhang, in dem ich das verdammt nochmal nicht lesen wollte: Einer von der Band - kann mich aus Wut ob dieses Schreibens nicht mehr erinnern, ob es vielleicht der Sänger war, was mir zumindest jetzt am logischsten erscheint, musste wegen plötzlicher Krankheit am Tag zuvor absagen. Meine Güte - hätte ich abkotzen können! So eine verdammte Scheiße! Wenn es wenigstens adequaten Ersatz gegeben hätte, aber die haben auf die Bühne irgendwelche mit Kajal geschminkten Trottel in Ritterrüstungen geschickt (Kennt wer den Eisernen Ritter aus "Detroit Rock City"? Ich glaube, das war deren Sänger!), die die von ihnen verzapfte Kakophonie auch noch mit einem beschissenen Keyboard bezuschusst haben. Was für ein unglaublicher Haufen SCHEISSE!!! Ich bin kein sonderlich großer Freund von Death Metal, aber ich kann es mir anhören, jedoch deren - ich nenne es mal Abart von Death Metal - war einfach eine Zumutung für die Ohren.
Wie man meinen Worten sicherlich entnehmen kann, hat sich meine Wut noch immer nicht ganz verflüchtigt. Ein kleiner Trost stand ja aber auch immer noch bevor: Satyricon hab ich mir um der alten Zeiten Willen auch angeschaut - zumindest die ersten 4-5 Lieder. Besonders beeindruckt war ich vom Schlagzeuger: was Frost für eine Leistung an den Tag legt ist schon echt der Oberhammer - es gibt sicherlich nicht viele Drummer, die über eine solche Zeitspanne, so akkurat Doublebass spielen können. Aber irgendwann war ich doch etwas gelangweilt und habe die Zeit mehr damit zugebracht, mit Leuten im Foyer und vor allem draußen in der Kälte zu labern - war teilweise auch sehr erquicklich, wenn auch verdammt kalt. Aber in Pulli und Kutte bei Minusgraden draußen sein ist ja verdammt nochmal auch echt frostbidden und Black Metal!

Was bleibt als Fazit von diesem Abend: Drecksbahn, Drecksvorband - aber alles in allem habe ich es dennoch nicht bereut, dort gewesen zu sein. Wäre ja schließlich auch noch sonderlich Metal, näh?!

evlaS

Samstag, 13. Dezember 2008

Blizzard Releaseparty


Salve

Die Entscheidung hinzufahren fiel relativ kurzfristig und spät, aber gelohnt hat es sich dafür umso mehr: Axxis als Fahrer, Matze bei seiner Entjungferung was Underground-Konzerte angeht und ich machten uns auf den Weg zum Arsch der Welt: Großerlach ist zwar gar nicht mal so weit unserer schwäbischen Heimat, aber das Klubhaus war irgendwo in der Pampa und auch die Anfahrt konnte nicht ohne einige Umwege und Irrfahrten bestritten werden. Aber die Hauptsache war, dass wir irgendwann ankamen. Der Veranstaltungsort glich mehr einer etwas größeren Wohnung als einem Jugendhaus oder ähnlichem, wie man es sonst von Veranstaltungen dieser Art gewohnt ist. Was zu anfangs etwas zu klein geraten erschien erwies sich aber später als Förderlich für die intime Stimmung.
Dass dieser Abend grandios werden würde, war mir bereits bei der Ankunft klar: Zwar haben wir die erste Band komplett verpasst und von Witching Hour nur noch den letzten Song mitbekommen, aber die haben Destructions "Mad Butcher" gecovered - na da konnte an dem Abend ja nun wirklich nichts mehr schief gehen. Weniger Meter weiter wurden dann erstmal die Warfarer standesgemäß begrüßt und auch die restlichen Gäste waren fast allesamt bekannte Gesichter - es war kaum jemand dabei, dessen Gesicht mir vollkommen unbekannt vorkam; und ich habe echt ein miserables Gesichtsgedächtnis!
Nach den üblichen Scherzen und dem Kauf von der russischen Pressung von Warfares Best of-CD sowie T-Shirts von deren Russland-Tour (ein Tip: Zuschlagen, bevor es zu spät ist!) ging es weiter im Programm mit Ketzer. Ich habe die Band mehr oder weniger nur mit einem Ohr verfolgt, aber was ich zu hören bekam, sagte mir durchaus zu. Es klang, als ob Abbath von Immortal jetzt bei 'ner Thrash-Band vor sich hinknarzt!
Nach einer längeren Pause kam dann das, worauf der allergrößte Teil der Meute gewartet hat und dementsprechend Vollgas ohne Ende gegeben hat: Blizzard. Und die Erwartungen wurden meiner Meinung nach auch wirklich erfüllt, wenn ich auch nur 3 der gespielten Songs gut kannte, wusste auch der Rest des Materials mitzureissen. Gelungene Rückkehr!


Mein persönliches Highlight des Abends kam allerdings noch: Nuclear Warfare sollten laut Zeitplan eigentlich um 23 Uhr die Bühne stürmen, aber wegen der ein oder anderen Verzögerung hat sich das um 1,5 Stunden nach hinten verlagert. Sehr schade, denn so waren leider nicht mehr so viele Leute da, aber die die da waren haben alles gegeben - die Band auf der Bühne miteingeschlossen.


Ich kann echt schon nicht mehr sagen, wie oft ich Warfare jetzt schon live gesehen habe. Es war auf alle Fälle häufig und sie schaffen es dennoch immer wieder, mich voll mitzureissen, so dass meine Schädeldecke fast schon wegfliegt beim Bangen - Energie pur! Noch verstärkt wurde die Energie hier durch die kleine, sehr niedrige Bühne und die engen Räumlichkeiten, sodass die paar Fans, die noch da waren, sich zumindest alle ganz vorne getummelt haben.





Schlussendlich aus war der schöne Abend gegen 3 Uhr doch an eine Heimfahrt war nicht zu denken. Zumindest nicht ohne Autoschlüssel, den Mr. Listl, wie sich nach einer halbstündigen Suche herausgestellt hat, 2 Meter hinter dem Auto verloren hat. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits...wie sagt man so schön..."ordentlich paniert". Mit anderen Worten "reichlich betrunken". Die halbstündige Suche nach dem Schlüssel ging einher mit einem ebenso langen Lachanfall ob der unfreiwilligen Komik dieser Situation. Die Rückfahrt war leider - jetzt kann ich das ja sagen - verbunden mit einem einzigen Gedanken: Ich habe mich durchgängig gezwungen, an schöne grüne Wiesen zu denken. Nur so war mir möglich, meinen Brechreiz halbwegs unter Kontrolle zu haben. War an dem Abend vielleicht doch etwas zu viel.

Trotz dieses Ausgangs will ich festhalten, dass dieses Konzert einfach nur geil war: Jede Menge blöde Sprüche, grandiose Musik und nicht zuletzt auch Matzes erster Besuch bei einem Konzert dieser Art und es schien ihm auch gut gefallen zu haben zwischen all den ungewaschenen Kutten. Jene strahlen ja aber in einer solch großen Anhäufung aber auch echt was ganz besonderes aus...

evlaS

Samstag, 6. Dezember 2008

Motörhead Live in Stuttgart

Salve

Kaum ist das eine Konzert aus, steht auch schon wieder das nächste an.
Pünktlich zum Nikolaustag stürmten Simon und ich die Schleyerhalle zu Stuttgart.
An dieser Stelle nochmal einen Dank an "Die Neue 107,7", die es uns ermöglicht hat, die Spielstätte kostenlos aufsuchen zu dürfen.
Die so einbehaltenen Ersparnisse wurden gleich wieder in Bier reinvestiert - und diese Wortschöpfung ist in diesem Zusammenhang wirklich nicht übertrieben! Es gab schöne große Bierbecher mit geschätzten 0,75 - 1 Liter, deren Preis von 10,50 incl. Pfand aber eine echte Frechheit war. Hätte ich erst noch 40 Euro für ein Ticket hinlegen müssen, hätte ich es mir gewiss zwei Mal überlegt, zu dem Preis zuzuschlagen.
Aber da wir diese Kohle ja nicht zahlen mussten, ließen wir uns die Laune auch nicht verderben. Dank rechtzeitigen Erscheinens hatten wir Plätze im vordersten Bereich. Das war gut für die Sicht, aber andererseits auch schade, da es alle anderen Pappnasen nicht geschafft haben, rechtzeitig zu erscheinen und so mit den Plätzen weiter hinten Vorlieb nehmen mussten. Hat dies die Freude von Simon und mir getrübt? Keineswegs! Nicht einmal der Auftritt von Danko Jones vermochte dies. Im Vorfeld stieß er auf nur sehr wenig Gegenliebe, aber ich wollte mich live überzeugen lassen. Ganz überzeugt wurde ich nicht, aber ich finde die Band (?) nicht so übel, dass ich auch problemlos darauf verzichten hätte können. Es war eigentlich ganz witzig und die Ansagen waren einfach Rock'n'Roll, wozu auf der Bühne einfach eine gehörige Portion Selbstüberschätzung gehört und manche Songs gingen auch richtig gut ins Ohr. Just in diesem Moment des Schreibens läuft bei mir im Hintergrund "First Date"

Nach diesem kurzweiligen Auftritt folte aber das, worauf viele gewartet haben: Saxon betraten die Bretter und legten mit dem "Motorcycle Man" furios los. Biff hat trotz seines Alters eine Energie in den Knochen und vor allem der Stimme, dass so manche Jungspunde sich daran ein Beispiel nehmen können - absoluter Wahnsinn!



Bei der Setlist war für alle was geboten, wie es in der Kürze der Zeit und einem solchen Bouquet an Songs nun einmal möglich ist. Auch vom erst 2009 erscheinenden Album gab die Band zwei Songs zum besten und mit diesen die Versprechung, im Februar wieder auf Tour zu kommen - eigentlich ein absoluter Pflichttermin!


Was hierauf folgte war in erster Linie eines: LAUT! Darüber hinaus natürlich auch noch verdammt gut, aber eben auch unglaublich LAUT! Aber würde jemand etwas anderes erwarten, wenn er zu Motörhead geht? Natürlich nicht - wir sind hier bei der verdammt nochmal lautesten Band der Welt! Und jetzt kommt mir keiner mir den zu Pussys mutierten Manowar - die haben ihren Rekord von Publikum befreit aufgestellt!


Die Auswahl an Motörhead-Songs war sehr breitgefächert und ich, der ich in deren Diskografie eigentlich firm bin, wurde mit einigen mir bislang nicht bekannten Lieder überrascht. Aber auch die beinharten Maniax wurden mit dem rein akustisch vorgetragenen "Whorehouse Blues" überrascht.


Den für mich perfekten Abschluss fanden die Jungs mit meinem ewigen Motörhead-Lieblingsstück "Overkill".

Fazit des Abends: Stundenlanger Genuß nicht nur vor Ort; mir blieb eine Erinnerung in Form von 36 Stunden Dauerpfeifen auf dem rechten Ohr, in dessen Folge ich mir nun mal gescheite Ohrstöpsel gekauft habe, die den Sound nicht so sehr verfälschen, wie diese Drecksschaumstoffteile.
Aber ich möchte nicht rummemmen: Es hat sich gelohnt, den das Konzert war grandios und ich freue mich bereits jetzt schon auf Saxons Stippvisite im Februar - ist ja nicht mehr lange hin...

evlaS

Mittwoch, 26. November 2008

Destruction Live in Karlsruhe


Salve

Nach einer schier endlos erscheinenden Wartezeit war es am gestrigen Tage endlich wieder soweit: Destruction live on Stage und ich mitten drin! Das erlebte in Worte zu fassen fällt schwer, denn wie bei allem im Leben: Beim Versuch, etwas Faszinierendes zu beschreiben, verliert das beschriebene seine Faszination. Aber dennoch möchte ich mich gerne daran versuchen, ein wenig das erlebte niederzuschreiben:

Vor Ort waren - wie zu erwarten - eine Menge bekannter Gesichter und die Stimmung war von Anfang an erstklassig, sodass auch schon die erste Band Scared To Death gebührend abgefeiert wurde. Deren eher melodisch-orientierter Thrash Metal war mit einer ordentlichen Portion Kraft vermengt und vermochte so manchen Schädel in Wallung zu bringen. Als nächstes kamen Debauchery dran. Stimmen zu Folge haben die ihre Sache auch richtig gut gemacht und es gab sogar ein paar Leute vor Ort, die in erster Linie wegen ihnen gekommen sind. Ich kann mich nicht sonderlich groß dazu äußern. Mir fehlt die Grundlage, um wirklich eine fundierte Meinung abzugeben - Death Metal gleich welcher Art spricht mich einfach nur in den seltensten Fällen an und zudem war ich zum Zeitpunkt, als die Jungs gespielt haben vorangig damit beschäftigt, die trockene Kehle zu befeuchten.


Dann wurde es aber Zeit und der Höhepunkt des abends stand bevor: Destruction betraten die Bretter und für nun folgende fehlen mir einfach die Worte: Zu groß ist meine Liebe und Hingabe zu dieser Band als dass es mir auch nur annährend gelingen könnte, das Erlebte adequat wiederzugeben. Ich kann nur eine Empfehlung geben: Selbst erleben! Was die Setlist betrifft gab es ein paar Überraschungen:


Vom neuen Album gab es drei grandiose Stücke zu hören. Daneben natürlich noch jede Menge Klassiker von ganz früher und die Creme de la Creme der Songs seit "All Hell Breaks Loose". Cracked Brain, dass noch nicht so lange zum Livestandard gehört wurde genauso angespielt wie das Plasmatics-Cover von "The Damned", dass es in Europa bislang noch gar nie zu hören gab. Die größte Überraschung für alle Anwesenden dürften jedoch die ersten Sekunden von Black Sabbaths ewigem Klassiker "Iron Man" gewesen sein.


Technisch gab es am Auftritt natürlich ebenso nichts zu meckern wie an der Songauswahl. Auch wenn es ein Limit von 96db gab fand ich es ausreichend laut - ich stand allerdings auch wie nicht anders zu erwarten in der ersten Reihe.

Zum Abschluss noch eine kleine Anekdote am Rande: Andy und Steffi von "Schwermetall - Der Film" waren auch vor Ort und haben am Ende des Abends, als die Ordner vom Substage so langsam schon die Gäste sanft aus dem Substage geleiten wollten, noch ein Interview mit Schmier und Mike im Bandbus gemacht, dem ich beiwohnen durfte. An einer Stelle des Gesprächs hat Schmier dann bezüglich der Frage nach dem, was Heavy Metal dem Fan so zu bieten hat an mich weitergegeben. Mal schauen - vielleicht lande ich schlussendlich ja im finalen Film.

evlaS

Mittwoch, 18. Juni 2008

Kiss Live in Stuttgart

Salve

Ein kleiner Rückblick auf das KISS-Konzert in Stuttgart.

Als erstes: Es hat in keinster Weise dem Gig in München das Wasser reichen können.
Dort war im großen und ganzen die Stimmung besser, was sicherlich daran lag, dass es dort ausverkauft war, die Bühne war größer, es wurde ein vielfaches an Pyros verballert, der Sound war wesentlich besser und mit „Firehouse“ und „Rock Bottom“ standen auch noch die fehlenden Songs zur Komplettierung des ALIVE-Erlebnisses auf der Setlist.



Heißt das nun, dass es ein schlechtes Konzert war? Nein, selbstverständlich heißt es das nicht! KISS sind immer noch das Live-Erlebnis schlechthin und für mein persönliches Empfinden kommt noch erschwerend hinzu, dass das Konzert in München auch noch das erste KISS-Konzert meines Lebens war. Dementsprechend kam das ganze natürlich noch eine Spur bombastischer rüber, da ich auf diesen Moment seit Jahren gewartet hatte und mir in jedem Zeitpunkt eigentlich bewusst war, dass die Hoffnung wohl vergeblich ist. Die Nachricht, dass KISS nach Europa kommen war für mich die Nachricht des Jahres und dementsprechend hoch war auch meine Spannung.


Mein letztes Konzert in der Schleyerhalle liegt schon ein ganzes Weilchen zurück, weil ich allgemein nicht auf Konzerte in großen Hallen stehe, sondern mir lieber kleine Bands in einem intimeren Rahmen anschaue. Und wenn ich schon eine solche große Halle für ein Konzert betrete, erwarte ich auch eine dementsprechende Bühne. Leider konnte die Schleyerhalle damit nicht aufwarten. Konnte mich gar nicht daran erinnern, dass die Bühne so klein ist und in Folge dessen war leider auch der Bewegungsdrang der Bandmitglieder kleiner. In München ist Paul immer wieder an die rechte oder linke Bühnenseite gegangen und hat mit den Leuten geflirtet. Das unterblieb dieses Mal fast vollständig. Irgendwie empfand ich, dass die Kommunikation mit dem Publikum insgesamt wesentlich geringer ausfiel. Die Maskenmänner haben dafür viel öfter in die Kamera geschaut, um die Leute via Videoleinwand zu erreichen. Aber diesen Worten sollte man jetzt nicht allzu viel Bedeutung beimessen, denn schließlich war ich in München auch einige Reihen weiter vorne und vielleicht war mein Empfinden auch dementsprechend dort anders.
Was aber auch von weiter hinten zu sehen war oder besser gesagt eben nicht, waren mein Kritikpunkt Nummer 1: Pyros! Davon gab es nämlich so gut wie gar keine. Während in der bayerischen Landeshauptstadt spätestens nach dem vierten Song in quasi jedem Stück irgendwas in die Luft geflogen ist, war das in Stuttgart nur in einem Bruchteil der Stücke der Fall. Durften die nicht mehr oder sind ihnen die Raketen ausgegangen? Ersteres ist wohl nicht der Fall, denn als ich Rammstein 2001 an selber Stelle gesehen habe, haben die einiges mehr getan.


Sind die Stuttgarter es nicht wert, weil die Halle ja eh nicht voll befüllt war? Ein wenig enttäuscht hiervon war ich schon. Natürlich kam ich in erster Linie wegen des Rock ’N’ Roll, aber für KISS-Verhältnisse war das einfach viel zu wenig, zumal der Sound nicht unbedingt überragend war. Der Gesang war zu leise abgemischt, worauf Paul vielleicht aber sogar bestanden hat, den spätestens bei den Ansagen hat man des Öfteren gemerkt, dass seine Stimme ziemlich angeschlagen war. Aber seine Schreie hat er dennoch unnachahmlich hinbekommen und vor allem beim „I Was Made For Loving You“ gegen Ende des Konzerts kam er stimmlich immer noch wunderbar hoch – im München ist ihm dieses Unterfangen nicht gelungen.


Alles in allem war es natürlich immer noch ein Wahnsinnskonzert, auf das ich mich zu Recht seit Monaten gefreut habe und wäre ich nicht bereits vor einem Monat bei einem anderen Termin gewesen, wäre meine Euphorie wohl grenzenlos. Aber durch die Vergleichsmöglichkeit wird diese eben doch etwas eingegrenzt.
Was das Konzert auch noch aus einer anderen Sicht der Dinge zu etwas besonderem hat werden lassen war die Tatsache, dass ich zusammen mit meinem guten Freund Flo, den ich leider viel zu selten zu Gesicht bekomme, abgerockt habe. Flo, es war mir eine ganz besondere Ehre mit dir, einem solch ebenso fanatischen KISS-Freak diese Messe zu feiern!

Fazit: Würden die Jungs nächstes Jahr tatsächlich, wie live angekündigt, wiederkommen, würde ich mich trotz längerer Anfahrt wohl eher noch mal nach München begeben oder vielleicht einmal den Gang nach Mannheim wagen.

evlaS

Sonntag, 11. Mai 2008

Kiss Live in München

Salve

Sonntag, der 11. Mai im Jahre 2008 – ein Tag, den ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde und wie zu erwarten eines der absoluten Highlights in meinem Leben darstellt.

Aber alles der Reihe nach: Am Mittwoch zuvor hat Axxis mich auf eine Aktion im Forum der Rockantenne hingewiesen, in der es darum ging, sich im KISS Look-a-like Contest in KISS-Optik zu präsentieren. Zum Glück sind damals, als Sascha, Julian und dank Barbaras Schminkkünsten mit passender Maskerade zum Konzert der KISS Forever Band gegangen sind, ein paar Bilder entstanden, die ich ohne weiteres Zögern im Forum hochgeladen habe. Neben mir taten dies noch 8 weitere Konkurrenten; es war also ein überschaubares Feld an Leuten, die um den Preis schlechthin kämpften: die beiden Leute mit den meisten Stimmen im Forum sollten jeweils mit zwei Eintrittskarten für die heilige Messe für jeden KISS-Jünger beglückt werde: Das Konzert in München!
Die Abstimmung hierfür lief von Donnerstag um 16 Uhr bis zur gleichen Zeit am Freitag. Der Aufforderung der Rockantenne, möglichst viele Freunde, Kollegen & Verwandten zum Abstimmen zu bringen bin ich gerne gefolgt. Ich habe Himmel und Hölle in Bewegung versetzt, Leute via ICQ angeschrieben, Mails geschrieben, Anrufe getätigt, meine Kontaktliste aus dem StudiVZ bemüht. Ich fand es unglaublich, wie die meisten von denen, den ich Bescheid gab. innerhalb meist nur kurzer Zeit geantwortet haben und meinten, dass sie das natürlich nur allzu gerne für mich tun würden.
Ein Mitgänger war auch schnell gefunden. Am Donnerstagabend haben Matze und ich einen Spaziergang eingelegt und als ich ihm von der ganzen Aktion berichtete, sagte er ohne Zögern zu, sich dieses Spektakel im Falle eines Gewinnes keinesfalls entgehen lassen zu wollen.
Die Wahl verlief rasant und so wurden aus anfänglich nur zwei Stimmen – der von Axxis und natürlich meiner eigenen – innerhalb nur kurzer Zeit immer mehr und es dauerte nicht lange bis ich die Führung inne hatte. Bis zum Ende der Wahl am Freitag um 16 Uhr sollte ich diese auch nicht mehr aus der Hand geben. Trotz komfortablen Vorsprungs war ich aber bis zur letzten Minute gespannt und hoffte, dass nicht noch Leute von hinten das Feld aufrollen würde und dafür sorgen, dass ich den dritten Platz einnehme und somit leer ausging. Aber soweit kam es zum Glück nicht und ich gewann mit der wahnsinnigen Anzahl von 39 Stimmen.
An dieser Stelle nochmals ein fettes DANKESCHÖN, an alle, die dafür gesorgt haben, dass ein Traum wahr wurde, KISS bereits zu einem so frühen Zeitpunkt der Tour live sehen zu dürfen!
Gleich nach der Nachricht des Gewinns begann dann die Suche nach einem Hotel und die gute Erfahrung mit der günstigen Hotelkette „Etap“ beim Thrash Assault in Würzburg ließ mich wieder im Münchner Ableger ein Zimmer buchen.
Voller Vorfreude ging es am Sonntag also auf die Reise. Matze hat mich um halb zwei abgeholt und dank freier Straßen waren wir nach einmaligem Durchlaufen der beiden ersten Alive-Schreiben von KISS bereits am Ziel.
Hier wurde eingecheckt und nicht viel mehr Zeit im Hotel verschwendet, sondern wir machten uns gleich auf den Weg in die Stadt, um noch ein wenig Nahrung abzugreifen. Eingenommen wurde dies in jenem Burger King, der nach sich innerhalb der letzten München-Besuche bereits zu einem Stammlokal entwickelt hatte.
Gesättigt wollten wir nun unsere Tickets abholen. Der Ort hierfür war auch schnell gefunden, jedoch dauerte es etwas, bis wir in die Halle gelassen wurden, um die Tickets abzugreifen. Aber diese Wartezeit wurde uns mehr als versüßt: Im Hintergrund konnten wir recht deutlich den Soundcheck vernehmen – was könnte man mehr wollen?
Als wir dann die Karten hatten wurden wir auch gleich über einen anderen Eingang als den Haupteingang in die Halle gelassen, was unser Glück war, denn ich schätze mal, dass alle Eingänge gleichzeitig freigemacht wurden und so stürmten Leute, die teilweise schon stundenlang anstanden gleichzeitig mit uns in die Halle und kämpften um die besten Plätze. Hätten wir mehr Ahnung davon gehabt, wie die Halle aufgebaut ist, hätten wir problemlos einen Platz in der ersten Reihe sichern können. Aber so war für uns immer noch ein mehr als guter Platz in der vierten Reihe sicher. Angesichts dessen, dass Leute, die hinter uns standen eigenen Aussagen zufolge 3 Stunden länger anstanden als wir überhaupt am Gelände der Olympiahalle waren, konnten wir also sehr zufrieden sein.
Recht flott ging es auch schon los mit der wenig überzeugenden Vorband. Die unter dem Namen Cinder Road spielenden Jungs machten Musik, die irgendwo zwischen Nickelback und neuen Bon Jovi angesiedelt waren; Sekretärinnen-Rock im besten Sinne also. Ihre Plattenfirma hat sich diesen Platz als Vorband von KISS wohl einiges kosten lassen, aber ich denke mal, dass diese Investition sich nicht gelohnt hat. Klar ist der Name der Band nun mehr im Gespräch, aber das Zielpublikum wurde zumindest in uns Leuten da vorne nicht getroffen, was man auch in den Reaktionen der Zuschauer erkennen konnte.



Nach gut 30 Minuten durften die Jungs auch wieder die Bretter verlassen und die Ankündigung des Sängers, dass als nächstes KISS an eben jener Stelle spielen würde, ließ mich in froher Erwartung aufhorchen. Wir mussten also nicht noch eine Vorgruppe dieses Schlages ertragen!
Der Bühnenaufbau für KISS dauerte natürlich noch ein wenig, aber das war zu erwarten angesichts der Show, die die Jungs abliefern.
Doch irgendwann konnte das Inferno beginnen und ich kann kaum beschreiben, was ich in den nächsten mehr als zwei Stunden zu Gesicht bekam. Sämtliche Superlative würden dieses Ereignisses nicht gerecht werden. Die Show, die sich uns bot war einfach nur der Wahnsinn. Man hat zwar natürlich von all diesen Effekten als KISS-Fan schon mal gelesen und sie teilweise auch schon in Bild und Ton gesehen, aber es ist doch etwas ganz anderes, wenn man dort nur wenige Meter von der Bühne steht und das Schwarzpulver nach jeder Explosion riecht, genau die Ausdrücke in den Gesichtern sieht und die Begeisterung der Menschen um einen herum spürt.
Die Setlist war dieselbe wie in Oberhausen:
• Deuce
• Strutter
• Got To Choose
• Hotter Than Hell
• Firehouse
• Nothin' To Lose (gesungen von Eric Singer)
• C'Mon And Love Me
• Parasite
• She (Tommy Thayer schießt Raketen aus seiner Gitarre)
• Watchin' You
• Rock Bottom
• 100,000 Years
• Cold Gin
• Let Me Go Rock 'N' Roll
• Black Diamond (Eric lead vocals)
• Rock And Roll All Nite
Zugabe:
• Shout It Out Loud
• Lick It Up
• I Love It Loud ((Gene Simmons spuckt Blut und fliegt zur Hallendecke)
• I Was Made For Lovin' You
• Love Gun (Paul Stanley fliegt zur Bühne am anderen Ende der Halle und singt dort)
• Detroit Rock City
Jeder Song war ein Highlight für sich und ich war absolut zufrieden. Natürlich hätte ich mir gut und gerne nochmal soviele Songs angehört, aber bei über 2 Stunden Show gibt es nichts zu meckern.



Kritik an der Stimme von Paul kann ich zugegebenermaßen nicht ganz verstehen – ich fand ihn voll auf der Höhe und dass er am Ende des Konzerts bei „I Was Made For Lovin' You“ nicht mehr ganz so hoch kommt ist doch auch verständlich. Aber vielleicht habe ich da auch einfach eine rosafarbene KISS-Brille auf…


Gene wirkte wunderbare böse, aber ich muss sagen, dass er nicht an die Boshaftigkeit seines Pendants bei der KISS Forever Band ranreicht. Dieser frisst einen mit seinen Blicken geradezu auf und er hat es bislang bei jedem Gig, den ich von den Ungarn bisher gesehen habe, geschafft, mich wirklich das Fürchten zu lehren. Aber das liegt sicherlich auch daran, dass bei einer Publikumsgröße von vielleicht 100 Leuten eine wesentlich intimere Stimmung aufkommt.
Eric war ein wunderbarer Drummer mit jeder Menge Power. Unglaublich, wie er da nebenher noch ganz lässig seinen Kaugummi gekaut hat – total routiniert - und das meine ich in dem Zusammenhang durchaus positiv! Seine Kunststückchen mit den Drumsticks ließen mich gerne mal zu ihm schauen, auch wenn sonst natürlich vor allem Paul und Gene die Blicke auf sich ziehen.


Tommy hat in meinen Augen die Rolle des Ace bestens erfüllt. Einfach teilnahmslos dastehen und sein Ding durchziehen – man bekam sogar hin und wieder mal die berühmte Daumernzeig-Geste zu Gesicht. Die ihm zugedachte Rolle innerhalb des KISS-Universums sieht nun einmal so aus und würde er nun wie ein Berserker über die Bühne rennen wäre dies vollkommen fehl am Platz. Also alles richtig gemacht, Mr. Thayer!
Ich denke, man merkt mir meine Begeisterung für dieses Konzert an und ich freue mich jetzt schon wie bekloppt auf den 18. Juni. Dann geht es zum Konzert nach Stuttgart und dieses Mal muss ich nicht alle Freunde, Bekannte und Verwandte bemühen, denn schließlich habe ich mein Ticket für das Konzert bereits 5 Minuten nach Vorverkaufsbeginn gesichert.
Nochmals einen Dank an alle Leute, die für mich gestimmt haben, einen Dank an Matze fürs Mitgehen und den Fahrdienst, Danke natürlich auch an Axxis, ohne den ich von der ganzen Sache gar nichts mitbekommen hätte und nicht zuletzt auch Danke an die Rockantenne für die Tickets mit der wunderschönen Aufschrift „Ehrenkarte“. Die bekommt dem Wort entsprechend auch noch einen Ehrenplatz!

evlaS

Samstag, 23. Februar 2008

Thrash Assault #2


Salve

Endlich war es soweit – das seit Monaten ins Auge gefasste Konzerthighlight des Jahres (zumindest bis zur Ankündigung der KISS-Europatournee) kam und es gab so viel, was an dem Abend geschah, dass ich mich nach vielen Jahren mal wieder entschlossen habe, einen kleinen Konzertbericht zu verfassen, damit all die vielen Kleinigkeiten nicht in Vergessenheit geraten.

Los ging es für mich zu einer recht humanen Zeit: Mein Zug fuhr um halb zehn und nach einer nur zweistündigen Fahrt, untermalt von den schönen Klängen von Aria, Ritual Steel, Rock Goddess und nicht zuletzt Sodomizer kam ich auch schon im Thrash Metal-Mekka dieses Wochenendes, Würzburg, an. Ungefähr eine halbe Stunde später trudelte dann auch Anna ein, die es wesentlich härter getroffen hat, musste sie doch schon quasi mitten in der Nacht um fünf Uhr aufstehen.
Ihrer Laune tat dies jedoch keinen Abbruch und so machten wir uns auf den Weg in die Stadt in der Hoffnung, dass wir einen Ort finden, an dem wir unseren Hunger befriedigen können. Doch es hat sich nichts angeboten, was die hohe Messlatte eines bayrischen Burger Kings zu diesen Tagen hätte übertreffen können. In diesem Bundsland gibt es momentan nämlich eine Aktion, die es einem erlaubt viel Burger für wenig Geld zu erhalten – ein Dank gilt dem zu diesem Zeitpunkt noch in München verweilenden Matze für diesen Hinweis.
Da der Bürgerkönig jedoch nicht in Bahnhofsnähe ist, hielten wir uns fortan strikt an den vorgefertigten Zeitplan, den ich in Ermangelung von Spontanität am Tag zuvor erstellt hatte. Kurz ein paar Burger abgegriffen ging es dann auch weiter in Richtung Hotel.
Dass wir an der Haltestelle „Justivollzugsanstalt“ halt machten gab uns schon ein klein wenig zu denken, aber erste Bedenken wurde erst dann geäußert, als wir auf dem Weg dorthin eine Schranke passieren mussten. War hier die Grenze zwischen der zivilisierten Welt hier und der Welt des Verbrechens jenseits?
Kaum aus dem Bus ausgestiegen bekam Anna auch schon die ersten ihr gegoltenen Brunftschreie eines Bewohners dieser uns so fremden Welt zu hören. Ein Mensch mit Goldkettchen um den Hals und BWM unter dem Arsch schlürfte an der Auster des kleinen Mannes, vielleicht in der Hoffnung, eine Perle zu finden. Was er fand waren aber nur außerordentlich widerliche Geräusche.
Weiter ging es ohne Umschweife zum Hotel, wo das Einchecken dank der Segnung eines modernen Automaten…äh…etwas mehr Zeit in Anspruch nahm. Aber auch diese Aufgabe wurde bewältigt und kaum im Zimmer angekommen sahen wir uns erneut mit der Thematik „Knast“ konfrontiert. Angesichts des Bades und der Toilette (wohlbemerkt ohne Klobürste) bin ich mir noch immer nicht ganz sicher, ob es sich nicht vielleicht um ein Nebengebäude der JVA, geführt von Knackis mit guter Führung, handelte. Aber egal – wie waren nicht hier, um die schöne Aussicht mit einer Baustelle nebst toller Erdkuhle zu bewundern, sondern nur, um unser Zeug abzustellen und zum gemütlichen Teil des Abends über zu gehen. Also machten wir uns nur etwas frisch, kleideten uns um und machten uns mit der ein oder anderen alkoholischen Erfrischung auf den Weg.
Auch hier hat sich wieder ausgezahlt, dass mir scheinbar sämtliche Spontanität flöten gegangen ist und ich einen Wegplan dabei hatte. Nach einem nicht allzu langen Eilmarsch erreichten wir den Veranstaltungsort. Der Besuch des auf dem Weg liegenden Dolly Buster-Centers wurde vorerst auf einen späteren Zeitpunkt verschoben – leider ein Fehler, wie sich später noch zeigen sollte.
Aber jetzt erstmal METAL! Am Parkplatz des Soundpark-Ost war ein Riesenauflauf von Kuttenträgern dass mir einfach nur das Herz aufging – herrlich.
Vor Ort war mit Thomas aus Kassel bereits seit längerem ein drittes Mitglied der Thrashing Metal Maniacs. Dieser geizte nicht mit der Herausgabe von Bier, an dem ich mich auch mehr als nur einmal bedient habe. Deswegen von hier aus noch mal einen echt herzlichen Dank für die vielen Kolben – gibt demnächst im Gegenzug auch die versprochene DVD!
So tranken wir also, lauschten den schönen Klängen aus dem Kofferraum und freuten uns auf das, was da kommen sollte.
Die erste Band war mal wieder Nocturnal. Jedes verdammte Mal, wenn ich die sehe, werden die als erstes auf die Bretter geschickt. Dabei waren sicherlich nicht nur wir einhellig der Meinung, dass die einen Platz wesentlich weiter vorne im Billing verdient hätten. Die zahlreichen Nocturnal-Shape-Patches, die man immer wieder an Kutten im Verlauf des Abends zu Gesicht bekommen und die erst am Tag zuvor verschickt wurden, waren auch ein deutliches Statement und sprachen für sich.



Zum Glück wollte Anna schon ein ganzes Stück vor offiziellem Beginn die Halle stürmen, denn der Einlass ließ trotz nicht allzu großen Andrangs auf sich warten.
Drinnen erkundete Anna zuerst einmal, wenn auch unabsichtlichund auf der Suche nach eine anderen Ort, ungestört den Backstagebereich und dann ging es los – mein persönliches Highlight des Abends Nocturnal fing an und es dauerte auch nur wenige Sekunden und ganz vorne füllte es sich rasch und und es wurde in der ersten Reihe richtig eng. Die Band war natürlich mal wieder über jeglichen Zweifel erhaben und dank eines Absperrgitters gelang es dem Sänger dieses Mal auch nicht, mich wie beim vorletzten Mal mit dem Mikroständer zu verprügeln.
Zur Songauswahl kann ich gar nicht so viel sagen – die machen einfach nix schlechtes, auch wenn ich zugegebenermaßen einiges dafür geben würde, Nocturnal zumindest einmal im Line-Up mit Andy live sehen zu dürfen. Aber hat halt nicht sollen sein und wie heißt es so schön: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Vor allem dem Erfurter Flo dürften diese Worte durch den Kopf gegangen sein, da es ihm erst mit den letzten Klängen von Nocturnal gelang die Halle zu stürmen. Langwierige Maßnahmen am Einlass waren auch hier der Grund.

Die nächsten beiden Bands Runamok und Gama Bomb fanden beim Rest keinen großen Anklang und auf Grund dessen, dass ich die gar nicht kenne, habe ich mich angeschlossen, noch ein wenig das herrliche Wetter mit warmen Sonnenschein und nicht ganz so kühlem Bier zu genießen.

Erst zu Desaster ging es wieder in die Halle. Während Anna tapfer ihren Weg bis ganz nach vorne erkämpfte, fand ich mich plötzlich im Moshpit wieder. Da ich kein großer Freund des Pogos bin, schlug ich den Weg in die Gegenrichtung ein und schaute mir den Gig aus sicherer Entfernung an. Und auch wenn ich kein so großer Fan von Desaster bin und mir am allerliebsten „Metalized Blood“ wegen der Gastsänger in stundenlanger Dauerschleife anhöre, muss ich doch zugeben, dass die Jungs live eine absolute Bank sind.
Ganz bis zum Ende habe ich mir das Konzert jedoch nicht angehört, sondern bin raus und habe eine ganze Weile damit verbracht, mir die Zeit mit ständig wechselnden Gesprächspartnern zu vertreiben.

Als At War schon zu Gange waren, hab ich dann wieder Flo aufgegabelt und wir sind auf eine Art Balkon am hinteren Teil der Halle, von wo aus man einen wunderbaren Blick auf die Bühne hatte. Ich nutzte die Chance, um ein wenig zu filmen und war damit nicht allein. Der Mann, der gleiches tat reichte mir auf einmal über meine Schulter einen At War-Button rüber und es stellte sich heraus, dass er zusammen mit seiner Frau und seiner Mutter da war und verwandt mit einem aus der Band war und sie extra aus Amerika angereist waren. Wir sind ins Gespräch gekommen und seine Frau Diana zeigte mir auf ihrem Handy ein Bild von sich und einem langhaarigen Kerl. Sie fragte mich, ob ich diesen Kerl denn kenne – damit geriet sie an genau den richtigen. Das Bild zeigte sie mit keinem Geringeren als Schmier von Destruction. Meine Reaktion hierauf war natürlich begeistert und als ich fragte, woher sie ihn denn kenne, sagte sie, dass sie ihn erst kurz zuvor kennen gelernt hatte, da er nämlich vor Ort ist. Meine Begeisterung hierüber war natürlich nochmals größer und ich konnte es kaum glauben. Sie freute sich mit mir und machte mir eine riesengroße Freude, indem sie mir ein Bändel für den Backstagebereich besorgt hat, zu dem wir uns dann auch gleich auf den Weg machten.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon etwas mit meinem Englisch zu kämpfen, auch wenn Diana mich beruhigte, dass es gar nicht so übel sei – war aber doch wohl eher nur eine höfliche Floskel. Wobei – angesichts der Tatsache, dass sie mir Backstage ein paar kostenlose Bier besorgt hat, schien ich wohl doch keinen so üblen Eindruck vermittelt zu haben.
Natürlich ließ ich vor Ort die Chance nicht aus, mit Schmier Bilder zu schießen und anzustoßen.

Dann sind Diana und ich wieder zurück, wo ich mich nochmals freudestrahlend bei ihr, ihrem Mann und dessen Mutter bedankt habe. Schließlich haben sie mir einen nicht für möglich gehaltenen Extraausflug ermöglicht.
Michael hat mir dann noch sein Kärtchen gegeben und ich habe versprochen, mich zu melden. Werde die Mail jetzt gleich schreiben, wenn ich diesen Bericht fertig gestellt habe.

Was habe ich denn danach so gemacht? Hm – irgendwie waren das ein paar Erlebnisse zu viel an einem Tag, um alles korrekt wiedergeben zu können.
Irgendwann saß ich daraufhin auf alle Fälle mit Schmier an der Bar und wir haben ein gutes halbes Stündchen miteinander gelabert und er hat meine vielen Fanfragen beantwortet und eine Menge geiler News verlauten lassen.
Später (oder zuvor) hab ich auch noch mit Evil Avenger von Nocturnal gelabert, der mir verriet, dass sowohl er als auch Schmier im selben Hotel (Knast?) wie Anna und ich abgestiegen sind. Diese Information wird am Ende des Tages noch von Relevanz sein.

Von Protector's habe ich gar nix mitbekommen, jedoch Onslaught habe ich wieder gesehen. Wenn auch vom Eingangsbereich aus, wo ich auch noch einige Gespräche geführt habe. Was ich gehört habe, hat mir allerdings außerordentlich gefallen.



Die Pause danach verbrachte ich wieder mal draußen, wo es trotz so später Stunde für einen Februartag wunderbar warm war.

Während Sabbat ging erwartungsgemäß die Luzie und für einen Platz weit vorne war ich leider zu spät dran. Deshalb entschied ich mich dafür, wieder hoch auf den Balkon zu gehen. Dort konnte man zwar nicht Vollgas geben, aber hatte dafür eine verdammt gute Sicht auf die Bühne und die Show, die Martin Walkyier abliefert ist ja auch sehenswert. Trotz eigenen Aussagen, sie hätten massenweise technischer Probleme, war dieser – für mich erste – Sabbat-Gig absolut Killer und Martin hatte die Masse voll in der Hand, was sicherlich auch zu großen Teilen daran lag, dass er komplett alle Ansagen auf Deutsch gemacht hat, womit ich persönlich nicht gerechnet hätte.


Danach waren zwar die Konzerte aus, aber die Party noch lange nicht Schluss. Eine kleine, lang gesuchte Trophäe gab s auch noch zu erstehen: Ich kaufte mir ein lange gesuchtes T-Shirt von SAVAGE GRACE. Meine Freude hierüber kannte keine Grenzen.
Vor der Tür und später an Thomas Auto wurde dann noch weitergefeiert.
Auch hier ab ich mal wieder etwas mit Lücken zu kämpfen, aber ich erinnere mich vor allem an die wohltuenden Pommes zu spät fortgeschrittener Stunde und dass ich voller Stolz und in vielerlei, sich gewiss wiederholenden Ausführungen, von meinen Erlebnissen berichtet habe.

Um der Party einen würdigen Abschluss zu verleihen, standen uns dann zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder, wie gehen zurück zum Soundpark Ost, wo es weitere Räumlichkeiten mit Hip Hop und sonstiger, zu unserem Outfit mehr als unpassender Musik gab oder, wir laufen zurück zum Dolly Buster-Center. Anna wollte sich davon überzeugen ob Giana S. dort anzutreffen war, doch sie wurde überstimmt und so gingen wir zurück zur Disco. Dort war man inzwischen aber wenig kulant und verlangte dreisterweise Eintritt. Selber Schuld – wenn sie uns nicht reinlassen, suchen wir uns halt was anderes und so entsprachen wir doch noch Annas Wunsch nach dem Dolly Buster-Center. Dieses hielt aber nicht die vollmundigen Versprechen, die die hell-leuchende Neonreklame mit sich brachte – der Schuppen war zu!
Da sich gegen 4 Uhr erste Ermüdungserscheinungen einstellten begaben sich die vier letzten Warrior Thomas, sein Kumpel Javier, Anna sowie meine Wenigkeit an die ihnen zugedachten Schlafstätten.



Der Rückweg zum Hotel ging schneller als mir der Hinweg vorkam und dort angekommen wurde die erste Schranke – die Haupteingangstür – mittels eines Zugangscodes locker durchbrochen.
Die Eingangstür zu unserem Hotelzimmer hingegen bereitete mir sichtliche Probleme. Ich habe ungefähr zehn Mal versucht de Türe zu öffnen, doch da regte sich nix. Auch Anna versuchte ihr Glück doch auch ihr war das Glück nicht hold.
Ich versuchte dieses Glück im Nebenzimmer zu finden. In diesem war nämlich die Tür auf ich dachte, das dies dann wohl auch nicht bewohnt sein könnte. Leider lag ich mit dieser Vermutung daneben, denn drinnen fanden sich nur Menschen, die leise vor sich hinschlummerten. Auf leisen Sohlen verließ ich das Zimmer und fragte mich, warum die denn die Tür nicht zumachen. Na ja – unsere Sorge sollte es nicht sein. Unsere Sorge war viel mehr, die Nacht vor verschlossener Tür zu verbringen. Doch in einem weiteren Versuch gelang es schlussendlich, dass die Türe sich doch öffnet – was für ein Glück.
Meine kurz zuvor geäußerte Vermutung, dass ich Schmiers Stimme in Zimmer genau gegenüber gehört habe nahm Anna zum Anlass, einfach mal mitten in der Nacht anzuklopfen. Von dem Vorhaben war sie auch nicht abzubringen und so erfreute sie die Menschen im Zimmer mit den fröhlichen Worten „Hallo, Zimmerservice“. Absolut geil und definitiv die Aktion des Tages!
Gesteigert wurde das ganze nur noch davon, dass da drinnen tatsächlich Schmier und noch ein paar andere Leute waren. Unter anderem ein glatzköpfiger Ire, der meine KISS-Kutte zum Anlass nahm, sich nicht sonderlich positiv über diese Band zu äußern. Auch allgemein schien ihm der Whiskey-Cola, an dem er mich freundlicherweise teilhaben ließ, etwas zu Kopf gestiegen zu sein.
Wir haben also noch ein Viertelstündchen bei de Herren Rockstars verbracht uns sind dann endgültig zurück in unser – inzwischen zum Glück offenes – Zimmer zurückgeehrt. Dort hat Anna mich erstmal darüber aufgeklärt, dass das der Sänger von PRIMORDIAL war und er ihn ihrem Ansehen erstmal tief gesunken ist.
Jetzt war es aber echt mal bitter nötig für die Heia – insbesondere für Anna, die zu diesem Zeitpunkt 24 Stunden am Stück auf den Beinen war und durchgängig mehr als Vollgas gegeben hat.

Der nächste Tag wurde etwas ruhiger angegangen und ein ZDF-Special am Morgen ließ Annas Liebe zu Wolle Petry neu entfachen. Dessen Musik und eine Dusche sorgten für die nötige Energie, um zumindest noch ein Fünkchen Kultur mitzubekommen und ein wenig die Stadt Würzburg anzuschauen. Besonders hervorheben möchte ich die Ufermauer des Mains, die bei herrlichstem Sonnenschein zumindest noch ein kleines bisschen Lebensenergie in uns zu wecken vermochte. Oder war das nur die Kraft der Müdigkeit, die ich in mir aufkeimen spürte?

Alles in allem war es ein absolut grandioses Wochenende mit saucoolen Leuten, hammergeiler Musik, tierisch geilem Wetter und Erlebnissen, von denen ich meinen Enkeln noch erzählen kann – vorausgesetzt, sie werden Destruction-Fans…