Montag, 31. Mai 2010

Steelborn Force

The king is dead - long live the king!

Dr. Loves Musikblog hat mir wirklich viel Spaß bereit. Die Bloggerei hier war selten, aber mein Interesse wurde geweckt, das ganze in einem wesentlich ansehnlicheren Rahmen zu präsentieren und somit war ein Wechsel auf einen Wordpress-Blog einfach unumgänglich. Meine Schreibereien sind folglich fortan im Steelborn Force Metalblog zu lesen. Geändert hat sich dabei eine Menge: Die Frequenz der Einträge hat sich massiv gesteigert, der optische Auftritt ist wesentlich reizvoller und der technische Umfang hat mehr zu bieten. Einige Sachen werden aber weiterhin bleiben: Es geht um Metal alter Schule und vieles, was damit auf den ersten Blick nur einen indirekten Zusammenhang hat.

Dieser Blog wird hier entsprechend eingestellt, aber bleibt erhalten, damit die alten Einträge auch weiterhin gelesen werden können. Wer aber weiterhin mit frischen Updates versorgt werden möchte sollte seinen RSS-Feed umstellen, Steelborn Force bei Twitter folgen oder gleich alles miteinander mit Steelborn Force bei FriendFeed vereinen.

Mittwoch, 7. April 2010

Old School Metal Attack

Salve


Der große Tag nach wochenlangem Warten und jahrelangem Beten war gekommen. Sind alle Wünsche und Erwartungen in Erfüllung gegangen? In den nächsten Zeilen wird dies geklärt.
Begonnen hat der Abend schon einmal mit einem Reinfall: Die an und für sich grandiose Idee , die 10 Minuten Zeit zwischen Ankunft unseres Busses und der Abfahrt der S-Bahn mit einem Kauf von Biervorräten zu überbrücken klang absolut sinnvoll und stimmig und hätte auch bestens geklappt, wenn vor uns an der Kasse nicht ausschließlich Kunden gewesen wären, die eine atomare Katastrophe erwarteten und sich deshalb für die nächsten Jahre mit Lebensmitteln eingedeckt haben. So kam es, wie es kommen musste und der Zug fuhr uns vor der Nase weg und wir waren dazu verdammt, die nächste halbe Stunde am Marbacher Bahnhof zu verbringen und uns die Biere einzuverleiben, die uns das ja eigentlich erst eingebrockt haben.
Dem Vorhaben rechtzeitig zu erscheinen tat dieser Umstand jedoch keinen Abbruch, aber leider fiel so der von mir ins Auge gefasste Plan, ein paar Geocaches auf dem Weg zur Rockfabrik zu suchen mehr oder wenig flach. An den beiden Orten, an denen welche sein müssen haben wir jeweils ein paar Minuten der Suche investiert, aber nur oberflächlich und erfolglos.
Diese Erfolgsquote von bis dahin 0% wäre an jedem anderen Tag frustrierend gewesen, aber an diesem Abend stand wichtigeres auf dem Plan und so schritten Steffen und ich zügigen Schrittes, zielstrebig und wie magisch angezogen in Richtung Rockfabrik. Diese Kraft verfehlte jedoch ihre Wirkung auf Diana, die sich der Rockfabrik in nahezu kriechendem Tempo nähere. Dort endlich angekommen ging es erst einmal durch den oberen Eingang in den Club 2, wo die ganze Veranstaltung stieg und es bereits überraschend voll war.


Sacred Steel bildete den Einstieg in den Reigen und war natürlich wieder eine Bank und es hat einfach alles gestimmt – endlich auch wieder das Publikum! Dieses war bei meinem letzten Konzert von Sacred Steel in Esslingen nämlich recht bunt zusammengewürfelt, größtenteils mit dem Material oder sogar dieser Musikrichtung nicht vertraut und dementsprechend unwillig, entsprechende Reaktionen zu zeigen, wie es sich bei einer solchen Band gehört.


Hier in Ludwigsburg nun waren nun aber wieder ausschlich absolute Maniacs dabei und ich – wie könnte es anders sein – in der ersten Reihe Mitte.


Der Sound war hier natürlich nicht der beste und von Gerrits Gesang hab ich nur wenig bis teilweise auch gar nichts gehört, aber macht ja nix: Wenn man selbst das komplette Programm auswendig kann ist das schließlich nicht zwingend von Nöten. Die schönsten Sacred Steel-Konzerte - und ich denke, ich kann hier aus Erfahrung sprechen – sind und bleiben die, die in Ludwigsburg vor heimischem Publikum ausgetragen werden. Das Konzert hätte für meinen Geschmack ruhig etwas länger ausfallen können, aber wenn es nach mir geht, wäre wohl auch eine zweistündige Show noch immer zu kurz. Insofern und auch in allen anderen Belangen: Alles richtig gemacht!
Da Sacred Steel auch schon verspätet begannen, kamen wir zu der Annahme, dass bis zum Beginn des Konzerts von Exumer noch ein wenig Zeit verginge und so haben wir die Zeit genutzt um nochmals den Versuch zu wagen, eine Runde zu cachen. Der Cache direkt vor den Toren der Rockfabrik blieb uns hierbei verwehrt, aber immerhin gab es schlussendlich mit dem vierten und letzten Cache des Tages in 200 Meter Entfernung doch noch ein Erfolg zu verbuchen, der mich zumindest für den Moment auf eine Stufe mit meinem Geocaching-Kumpel Simon hebt, der genauso viele Funde zu verbuchen hat wie ich.


Mit diesem Erfolg im Rücken gingen wir zurück zur Spielstätte von Exumer. An und für sich finde ich die ja erstklassig, aber in diesem wahnsinnigen Billing sind sie für mich einfach untergegangen und so habe ich sie nur am Rande verfolgt. Andere sahen das anders und so hatten die ersten Reihen mächtig viel Spaß, den man ihnen auch ansah. Sänger und Publikum stachelten sich gegenseitig hoch und alle hatten ordentlich Spass inne Backen. Viel mehr Worte möchte eigentlich zu Exumer gar nicht mehr verlieren – zu wenig Aufmerksamkeit habe ich ihnen zu Teil werden lassen, als dass ich eine fundierte Meinung von mir geben könnte. Nur so viel sei noch gesagt: auch wenn man in der Vergangenheit immer wieder von Zeugen zu hören bekam, dass Exumer live nicht unbedingt das Gelbe vom Ei seien, so kann ich doch von mir behaupten, dass es mir gefallen hat.


In der nachfolgenden Pause habe ich mir dann wieder rechtzeitig einen Platz in der ersten Reihe gesichert, denn das, was nun kam war auch das, wofür ich seit Jahren gebetet habe: Einmal das Songmaterial von Savage Grace live hören; von „Savage Grace live sehen“ kann schließlich nicht unbedingt die Rede sein, da die Band ja bekanntermaßen aus Mitgliedern von Roxxcalibur und als einzigem Originalmitglied dem Sänger besteht. Dass die Band was auf dem Kasten hat, hat sie ja schon vielfach unter Beweis gestellt – die potentielle Schwachstelle der Kette musste also der Sänger sein. Dass Besucher vorheriger Konzerte auf der aktuellen Tour von Savage Grace sich in Foren teils sehr negativ geäußert haben konnte mich in keinster Weise erschrecken, denn ich bin einzig mit einer Hoffnung hier erschienen: Material – und sei es auch nur ein Lied – von meiner Lieblingsalbum aller Zeiten „Master Of Disguise“ zu hören. Und insofern wurde ich auch in keinster Weise enttäuscht, denn diese Erwartung wurde über die Maßen erfüllt. Ich fühlte mich wie im Paradies! Erschreckend war jedoch der Sound, der als ein einziger Brei aus den Boxen kam. Ich lasse mich von so etwas normalerweise nicht abschrecken und bin kein Soundfetischist, der auch noch am glasklarsten Ton was auszusetzen hat und gezeigte Spielfreude auf der Bühne – die zweifelsohne gegeben war – macht das für mich üblicherweise wieder wett, aber es klang so katastrophal, dass ich es nach der Hälfte des Sets vorzog, mich weiter nach hinten zu verziehen und den Rest der Show mit Ohrstöpseln zu genießen.
Von dort konnte ich dann einen gut gelaunten Savage Grace-Sänger bestaunen, der in seiner viel zu großen Lederhose und seinem Piratenhemd nebst entsprechendem Kopftuch etwas neben der Kappe aussah, aber mopsfidel über die Bühne huschte und in seiner darstellerischen Leistung in nicht wenigen Momenten an einen Priester erinnerte, der uns eine Predigt las. Und dafür, dass er seinen letzten Auftritt in der Rockfabrik vor Sage und Schreibe weit über 20 Jahren hatte, hat der Mann sich echt verdammt gut gehalten – ob es wohl an den sich selbst verschriebenen Vitaminpillen liegt? Zur Stimme kann ich nicht viel sagen, denn die war ja leider kaum zu vernehmen, jedoch die Songauswahl war die absolute Vollbedienung und es gab auch massig Stoff von der schlicht und ergreifend anbetungswürdigen „Master of Disguise“-Scheibe. Zum Abschluss gab es dann noch einen mit „Exciter“ ein Cover von Judas Priest, dem die Fans gegenüber dem laut Setlist ebenfalls zur Diskussion stehenden „Motorcycle Man“ von Saxon den Vorzug gaben.


Der Anfang der nachfolgenden Omen ging leider an mir vorbei, aber zum Glück habe ich nur den allerkleinsten Teil verpasst und zu verpassen gab es einiges: Die erste Band an diesem Abend, die zumindest einen halbwegs passablen Ton hatte und einen Sänger, der ein tierisch guter Entertainer ist und das Publikum zu jedem Zeitpunkt fest in den Händen hielt. Das Songmaterial ist sowieso göttlich und trotz der Qual der Wahl war die Setlist doch so ausgelegt, dass einfach jeder der Anwesenden glücklich sein musste. Savage Grace war zwar an diesem Abend meine am heißesten ersehnte Band, aber dieser eine Auftritt reicht mir fürs erste. Omen hingegen haben unglaublich viel Spaß und richtig süchtig gemacht. Laut Ansage des Sängers hatte Kenny Powell wohl eine Verletzung am Finger die ihn daran hinderte so zu spielen, wie er es selbst für würdig befindet und für die er sich nach dem Konzert sogar nochmal persönlich bei mir entschuldigt hatte, aber ich konnte den guten Mann beruhigen: Es war einfach fantastisch, was er gemacht hat.


Das war mein erstes Omen-Konzert, jedoch hoffe ich, dass es nicht das letzte gewesen ist.
Mit dem letzte Song ging ein fantastischer Abend in die letzten Züge und die Rockfabrik leerte sich auf dem schnellsten Wege – war der große Andrang doch etwas überraschend für mich merkte man spätestens jetzt, dass es ein ganz normaler Wochentag war und die meisten am nächsten Tag wieder früh raus mussten. Ich bilde dabei keine Ausnahme und hänge im Moment, in dem ich diese Zeilen hier gerade schreibe – genau am Tag nach dem Konzert - ziemlich in den Seilen, bin müde und fühle mich extrem von diesem furchtbaren Fiepen in den Ohren genervt. Wenn ich jedoch nochmals drüber nachdenke, woher dieses Fiepen denn stammt, dann nehme ich das mit einem beseelten Lächeln hin und weiß, dass es sich gelohnt hat, dieses Opfer zu bringen.

evlaS

Donnerstag, 28. Januar 2010

Rückblick auf das Jahr 2009

Salve

Das Jahr ist bereits einen Monat alt und mein Vorhaben war, diesen Jahresrückblick am Ende eben jenen Jahres 2009 zu veröffentlichen. Aber ich habe momentan einfach zu viel um die Ohren, als dass ich diese Planung hätte einhalten können. Aber ich war nicht ganz faul und habe, wann immer ich Ideen hatte, diese notiert und sobald ich mal wieder etwas mehr Zeit finde, werden gewiss wieder gehäufter Einträge zu finden sein - ihr, meine geschätzten zwei bis drei Leser braucht mich also noch nicht aus euern RSS-Feeds zu löschen. Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Den Beweis, dass dies möglich ist zeigen meine werten Kollegen vom Metallic Assault, die nach langer Ruhepause erst kürzlich wieder etwas von sich haben hören lassen. Und für alle, die gerne öfter von mir mit Nachrichten über Metal zugemüllt werden möchten, denen lege ich ans Herz, mir doch einfach mal bei Twitter zu folgen - brandheiße und mit Sicherheit rostfreie News nahezu täglich sind garantiert!

Doch den Versprechungen um mehr Inhalt sollen nun erst einmal Taten folgen und so werden nun die Sieger in den wichtigsten Kategorien gekührt:

Bestes Album 2009:
Heaven & Hell - The Devil You Know


Ein fantastisches Werk mit absoluter Langzeitwirkung, das ich zu anfangs nicht so richtig zu würdigen wusste. Ein wahrer Trugschluss, wie sich herausstellen sollte, denn dieses Album wächst mit Durchlauf zu Durchlauf und hinterließ nie den faden Beigeschmack der Langeweile - auch nach Monaten nicht. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Zeilen ist nicht ganz gewiss, wie es Ronnie James Dio geht und ich wünsche ihm an dieser Stelle von Herzen alles Gute und hoffe, dass er den Kampf gegen den Krebs möglich bald siegreich beendet! Dass es ihm dafür nicht an Kraft mangelt, daran habe ich keinerlei Zweifel.

Bestes Konzert 2009:
Sacred Steel - Carnage Rockfabrik


Zur Auwahl um den Thron in dieser Kategorie standen zweierlei Konzerte, aber nachdem Heaven & Hell bereits mein persönliches Album des Jahres herausgebracht haben ging die Krone an Sacred Steel, die bei ihrem Heimspiel einfach so vieles richtig gemacht haben. Freilich - der Sound war nicht der beste und eine der Vorbands hätte man sich auch sparen können, aber alles in allem wurden an diesem Abend einfach sämtliche Erwartungen erfüllt und die waren bei mir wahrlich nicht niedrig angesiedelt. Welch Glück, dass es nicht mehr lange dauert bis es wieder heißt "Metal Reigns Supreme".

Bestes Video 2009:
Helvetets Port - Lightning Rod Avenger


Keine Frage - dieses Video und kein anderes kann für sich verbuchen das Beste zu sein. Ich denke jeder Leser meines Blogs (ja, genau du, du und du da hinten!) werden meine Beweggründe dafür kennen.

Beste Newcomer 2009:
Iron Kobra


Diese Wahl dürfte für jeden, der mich oder meinen Blog kennt wohl auch wenig überraschend sein. Nicht wenige habe ich bislang mit dem Kobragift süchtig gemacht und weitere werden folgen - zumal nun endlich die Battlesword-EP (BESTELLBEFEHL!) draußen ist. Mein Blick wandert täglich voller Erwartungen in den Briefkasten und sobald die Scheibe da ist wird gewiss auch noch ein Review dazu folgen. Ich denke, ich lehne mich nicht sonderlich weit aus dem Fenster mit der Aussage, dass uns gewiss großes erwartet.

Überraschung des Jahres 2009:
Kiss - Sonic Boom


Journalistische Distanz bei einem Werk von Kiss zu wahren ist natürlich unmöglich für mich, aber dennoch wurde ich überrascht von Sonic Boom und dies im absolut positiven Sinne. Ich hatte sicherlich kein schlechtes Album erwartet - dafür sind die Jungs einfach viel zu sehr Profis - jedoch hatte ich nicht mit solch einem Knaller gerechnet, der sich durchaus in eine Reihe mit den ganz alten Werken stellen kann und vielleicht hier und da etwas an Geschwindigkeit vermissen lässt, aber in jeder Sekunde puren Röck'n'Röll versprüht. Ein herrliches Album für dich richtigen und wichtigen Momente im Leben - unbeschwerte Augenblicke mit und Dank Kiss. Vielen Dank dafür!

Hoffnung für 2010:

Cruel Force


Natürlich ist es wesentlich einfach ein gewisses Weilchen zu warten und erst dann die Hoffnung für das aktuelle Jahr zu nennen. Aber diese Wahl stand bereits 2009 fest. Sie fiel in dem Moment, als ich das erste mal etwas vom neuen Album hören konnte: Die Neuaufnahme von "Victim Of Hellfire" war und ist der absolute Hammer. Sie hat im Vergleich zur Demoversion zwar viel ihrer Boshaftigkeit und ihres satanischen Antlitzes verloren, aber macht dies mit purer Aggression wieder mehr als wett. Und dass dieses Stück mehr als nur ein Glücksgriff war zeigt sich in erst kürzlich veröffentlichten "Queen Of Heresy". Je öfter ich dieses Stück höre - und ich habe es bislang grob geschätzt im hoch angesiedelten zweistelligen Bereich angehört - desto größer wird mein Wunsch für den 2010er Rückblick eine Kategorie "Lied des Jahres" einzuführen. Dieses Stück wäre zweifelsohne ein würdiger Vertreter dieser Position. Wenn dieses Album auch nur annähernd das hält, was die bislang vorgeführten Stücke versprechen haben wir dann auch gleich mal einen heißen Anwärter für das Album des Jahres. Wie man sieht - meine Hoffnungen in diese Band sind groß. Gebt euch Mühe Jungs, damit ich keine Enttäuschung erlebe!

evlaS

Samstag, 14. November 2009

Review: Sacred Steel - Carnage Victory

Salve 

Sacred Steel haben es mir mit ihrem neuen Album alles andere als leicht gemacht: Angekündigt war es bereits vor einer gefühlten Ewigkeit und dann gab es die limitierte Box nicht einmal an der Releaseshow zu Carnage Victory zu kaufen. Doch all diese Umstände sind vergessen, denn mitterweile durfte ich die Box in Empfang nehmen. Um einen Eindruck von dieser zu bekommen habe ich mir die erlaubt ein Video aufzunehmen, wie ich sie auspacke und Folge damit dem Trend des Unboxings:



Link

Wie im Video angekündigt möchte ich nun also auf den eigentlichen Inhalt eingehen: Die Musik!

Als erstes möchte ich anmerken, dass die Scheibe bei den ersten Durchläufen einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat: Bei einem Durchlauf fand ich nahezu alle Stücke absolut stark und schon beim nächsten Hördurchlauf gab es immer wieder Stellen, die mir so gar nicht gefallen haben.

Aber Sacred Steel sind es wert, dass man auf die einzelnen Stücke eingeht, was ich nun auch tun werde: Eingeleitet wird Carnage Victory von der Highspeednummer "Charge Into Overkill", die für mich die logische Fortsetzung von Maniacs of Speed vom letzten Album ist. Ein absoluter Hochkaräter mit extrem hohen Schreien von Gerrit, so wie man es als Sacred Steel-Anhänger nun einmal auch haben möchte!
Es folgt "Don't Break The Oath" und die Vermutung, dass man beim Schreiben dieses Titels an Mercyful Fate gedacht hat wird im Booklet auch bestätigt. Seine Höhepunkte erreicht das Stück insbesondere dadurch, dass Gerrit sich mit sich selbst ein Duell liefert. Eine Stelle extrem hoch und im nächsten Moment schon wieder sehr gesittet. Mein Kumpel Matze sagte einmal über die ersten beiden Alben von Sacred Steel, dass diese ihm besonders auf Grund dessen gefallen, dass Gerrits Stimme in jedem Augenblick eine gewisse Schizophrenie ausdrückt, was bei späteren Veröffentlichungen etwas verloren gegangen ist. Bei"Don't Break The Oath" ist diese Schizophrenie auf alle Fälle wieder eingekehrt.
Als nächstes folgt der Titelsong "Carnage Victory" mit einem messerscharfen Riff und mit diesem Prädikat tritt er für mich persönlich in die Fußstapfen von "By Steel We Rule" von der Wargods Of Metal. Was für das Riff gilt kann ich vom Gesang leider nicht sagen, da dieser dem Lied ein ganzes Stück seiner Kraft und seines Drucks raubt - ich bin der Meinung, dass man hier durchaus etwas mehr hätte rausholen können.
Mit "Broken Rites" folgt das Stück, das mit schon bei der Releaseshow nicht sonderlich gefallen hat und leider ist es noch immer der Fall. Ich habe dem Song viele Chancen gegeben, aber es will mir einfach nicht gefallen. 
Also schnell weiter mit "Crosses Stained With Blood", das dann schon wieder wesentlich besser zu gefallen weiß. Der Anfang baut unglaublich viel Spannung auf und diese hält sich auch die gesamte Spieldauer auf. Wieder muss ich etwas zur Stimme sagen: Wie sehr häufig auf diesem Album, sind die Gesangslinien ein ganzes Stück anders als man es früher so von der Band kannte und bei diesem Titel ist dies nun ganz besonders gut gelungen - ein Griff zum Lautstärkeregler mit einem Schwung des Rädchens nach rechts ist vorprogrammiert.
"Ceremonial Magician Of The Left Hand Path" ist dann der wie immer typische Doom/Epic-Song, der zu jedem Sacred Steel-Album gehört und seinen Vorgängern in nichts nachsteht. Ein absoluter Diamant von einem Song, der mit jedem Durchlauf immer weiter wächst und wächst.
"The Skeleton Key" wartet mal wieder mit einem Refrain auf, der einen direkt bei den Eiern packt und durchschüttelt - mehr bleibt mir nicht zu sagen.
"Shadows Of Reprisal" fungiert als Intro und zeigt, was Gitarrist Jonas so alles auf einer Akustikgitarre anstellen kann. Auch wenn einem, wie mir, das technische Hintergrund wissen fehlt um einschätzen zu können, wie viel Können dahintersteckt ist es dennoch offensichtlich, dass es auf alle Fälle eine ganze Menge sein muss. Ich fühle mich im übrigen sehr stark erinnert an die ruhigen Sequenzen von Nile - alles andere, als eine schlechte Referenz.
Es folgt ein direkter Übergang zu "Denial Of Judas (Heaven Betrayed", das einen ganz besonderen Höhepunkt an der Stelle erreicht, wenn bei allen Instrumenten Ruhe einkehrt und man nur noch den Gesang hört - absolut grandios und ein Stück, das in der Zukunft gerne einen Stammplatz auf der Setlist bekommen kann.
Mit "Metal Underground" geht es, zumindest was den Text angeht, wieder ein Stück weit zurück zu den Wurzeln. Das Stück ist eine Liebeserklärung an den Metal und seine Szene und man bekommt als Gastsänger Roberto Dimitri Liapakis von Mystic Prophecy zu hören, bei denen Matze auch schon mal die Trommelstöcke schwingen durfte. Fand ich das Stück zu anfangs noch recht gut, ist es leider ein Lied, das recht schnell ausgelutscht wirkt und für mich gerade den umgekehrten Weg aller anderen Stücke des Albums geht. Wo alle anderen immer mächtiger werden und von Hördurchlauf zu Hördurchlauf an Stärke gewinnen wird dieses leider schwächer.
Macht aber nix, denn als nächstes gibt es ein Stück auf die Ohren, das wieder ein absolutes Highlight bildet: "By Vengeance And Hatred We Ride". Das einzige, bei dem man weder in die Death Metal-Kiste gegriffen hat und diese Nuancen im genau richtigen Maße einsetzt und einen Refrain auspackt, den man so schnell nicht mehr los wird - ein perfekter Rausschmeißer!

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass ich bei vielen Stücken auf den Gesang eingegangen bin und dies hat auch seine Gründe: ich habe es bereits weiter oben am Rande bemerkt und möchte nochmal festhalten, dass dieser eine noch größere Rolle einnimmt als früher schon. Früher stand der Gesang vor allem deshalb im Fokus, da sich die Geister an ihm schieden und kaum neutrale Meinungen gegenüber Gerrits Organ möglich waren. Heute hat er ein wenig seines extremen Stils abgelegt und er bellt die Texte weniger runter und seiner Stimme kommt dafür innerhalb der Songs eine wesentlich tragendere Rolle zu. Das raubt den Lieder zwar stellenweise ein wenig ihrer Aggressivität, aber dafür werden Stücke geschaffen, die sich wesentlich stärker im Ohr festsetzen und ein wesentlich größeres Potential haben immer mächtiger zu werden.
Aber auch dem Rest der Band ist ein Los auszusprechen. Vor allem bei "Shadows Of Reprisal" zeigt Jonas sein ganzes Können an der Gitarre, Matze festigt meine These, dass er einer der besten Schlagzeuger Deutschlands ist und Jens, aus dessen Feder der größte Teil stammt, stellt unter Beweis, zu welchen Werken er zu schreiben fähig ist.

Am Ende bleibt eine mächtige Scheibe, der man mehr als nur ein paar Durchläufe gönnen sollte, um sie in ihrer vollen Brillianz einschätzen zu können, woran auch ein bis zwei eher schwächere Stücke nichts ändern. Sacred Steel machen einige Schritte nach vorne, lassen auf diesem Wege aber leider auch einige liebgewonnene Gewohnheiten auf der Strecke. Als erstes sticht hierbei wohl das Cover ins Auge:

Das Bild ist ohne jede Frage wahnsinnig gut geworden und außerordentlich detailreich, aber das Motiv stellt doch einen krassen Stilbruch dar, wenn man sich mal alle vorangegangenen Scheiben anschaut.
Die Abkehr von der bislang so tonangebenden Bedienung sämtlicher Klischees zieht sich auch durch die Texte, die nun teilweise auch kritische gesellschaftliche Themen behandeln, ohne dies zwischen den Zeilen zu verstecken. Ich muss dies leider mit großem Bedauern feststellen - ich schreie bei einem Konzert lieber den Metal glorifizierende Texte rum und höre mit dem allergrößten Vergnügen blutige Schlachtgesänge. Aber man kann nicht alles haben und zumindest habe ich eine saustarke Metalscheibe, die darüber hinaus sogar noch - egal ob mit oder ohne Box mit einer Bonus-DVD daherkommt. Sie ist ein nettes Gimmick, aber absolut kein Vergleich zur Live Blessings-DVD, denn die Aufnahmen vom Queens Of Metal-Festival wurden leider vor einem Publikum gemacht, das seine Begeisterung größtenteils sehr gut zu verbergen wusste. Die wirklich zahlreichen Verspieler der Band finde ich hingegen außerordentlich sympathisch. Man kann sich die DVD also gerne mal einlegen, für das ultimative Live-Erlebnis lege ich jedoch jedem die Live Blessings-DVD ans Herz; dies nicht etwa aus dem Grunde, dass ich beim Mitschnitt vor Ort war, sondern viel mehr weil diese Scheibe für mich die ultimative Metal-DVD darstellt.

evlaS

Freitag, 23. Oktober 2009

Over The Rainbow Live in Durlach

Salve 

Die Freude auf dieses Konzert wurde ein wenig gebremst im Zuge, dass sämtliche Euphorie für den Tag zuvor bei Sacred Steel aufgebraucht wurde. Aber dennoch erwartete ich mir eine Menge und wurde am Ende bitter enttäuscht. Doch eines nach dem anderen:

Die Anreise wurde wie so oft bei Konzerten der letzten Zeit zusammen mit Diana bestritten - an dieser Stelle für diese häufigen Fahrdienste nun einmal ein dickes "Dankeschön!".

Kaum hatten wir die Festhalle zu Durlach betreten fühlten wir uns in einer anderen Welt. Dass wir nicht unbedingt den Altersschnitt repräsentieren durften war uns von vornherein klar, aber das, was es hier zu sehen gab wirkte wahrlich erschreckend: Eine solche Ansammlung von Menschen gibt es wohl sonst nirgends zu sehen: Weekend Warrior, denen ihrer Frauen extra für diesen Abend die "wilde Jeans" rausgelegt haben, der Friseurbesuch wurde extra in die darauf folgende Woche verlegt zur Unterstreichung der eigenen Wildheit, so die spärliche Frisur denn überhaupt noch eines Schnittes bedarf und schon ging die Sause los. Alte Männer, die sich lautstark begrüßen, so dass ein jeder im Umkreis von 20 Meter mitbekommt, dass man sich kennt und betretenes Schweigen auf diese Begrüßung hin, weil man sich einfach nichts zusagen hat. Man kennt sich ja schließlich nur von den 2 Konzerten im Jahr, bei denen Mutti die Erlaubnis erteilt, mal wieder richtig auf Achse zu gehen; "aber um spätestens Mitternacht bist du wieder zu Hause" - ich höre diese Worte richtig!

Ja, an diesem Abend hat man noch sehr viel mehr als Musik für seine Eintrittskarte geboten bekommen. Am Ende des Abends musste ich sogar feststellen, dass diese kleine, unfreiwillige Freakshow sogar den Höhepunkt des Abends darstellen sollte.

Der musikalische Reigen wurde eröffnet von einer Gruppe namens Dog Track. Deren Southern Rock wusste während des ersten Stücks  durchaus noch zu gefallen, bot aber absolut keinerlei Abwechslung und wurde somit zunehmens langweiliger. Und so freute ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn ein Stück sich dem Ende zuneigte und der Sänger seine peinlichen Ansagen im Volk verbreitete. Selten war der Begriff "fremdschämen" mehr angebracht als in diesen Situationen, wenn er voller Anlauf einen Witz startete, der nicht mal das kleinste Gelächter erzeugte und er folglich - leider nicht mal sonderlich - peinlich berührt weitermachte. Welch absolutes Elend! Einzig positiv hervorheben möchte ich den Gitarristen, der durchaus was auf dem Kasten hatte, aber mit seiner optischen Erscheinung - eine Mischung aus Peter Lustig und Reinhard May - in etwa so viel Rock'n'Roll ausgedrückt hat wie 'ne Packung Seitenbacher Müsli.

Während wir uns diese Band zumindest noch angeschaut haben, war uns dies bei der folgenden ELA nicht mehr möglich: Trällerelsenalarm! Ich dachte, diese ganzen Bands, die nach dem Erfolg von Nightwish aus dem Boden geschossen sind, haben sich inzwischen schon wieder selbst dezimiert, aber weit gefehlt. Diana und ich brauchten uns nach den ersten Klängen nur kurz anschauen und uns war sofort klar, was der andere dachte und der natürliche, menschliche Fluchtreflex kam zum Tragen. In der Vorhalle haben wir uns dann vornehmlich damit die Zeit vertrieben, Menschen zu begaffen und damit hatten wir an diesem Abend echt eine ganze Menge zu tun - traurig, aber wahr!

Als ELA dann endlich fertig war, warteten wir begierig auf Over The Rainbow und das, was man uns servieren würde. Die Umbaupause dauerte wirklich sehr lange und bevor ich nun einige Worte zum Gig verlauten lasse, möchte ich den Grund vorschieben, weshalb ich dieses Konzert sehen wollte: 

Ich, wie so viele andere auch, liebe Rainbow. Diese Band hat Songs geschrieben, die Hymnen für die Ewigkeit sind und Gänsehautmomente sondergleichen erzeugen. Im Gegensatz zu den meisten Metalheads finde ich nicht nur die Phase mit Ronnie James Dio gut. Ohne Zweifel war diese Zeit die beste, jedoch hat sich Richie Blackmore im Folgenden mit Graham Bonnet und dem an diesem Abend zu sehenden Joe Lynn Turner weitere fantastische Sänger in die Band geholt und auch mit einer damit kommenden popigeren Orientierung hat Rainbow noch immer tolle Musik fabriziert. Und da es niemals wieder die Chance geben wird, Rainbow in einem originalen Line-Up zu sehen, wollte ich die Chance nutzen, zumindest etwas live zu bestaunen, was dem am nächsten kommt.

Leider war der Auftritt trotz unglaublich erfahrener Ausnahmemusiker nicht unbedingt, das, was man erwartet hätte. Jürgen Blackmore, einziges nicht-originales Mitglied und gleichzeitig Sohn des Gründers der Band, Richie Blackmore, hat in etwa die Ausstrahlung einer Mettwurst. Er hätte genauso gut hinter der Bühne spielen können - es hätte bei der Performance keinen Unterschied gemacht! Der Sound war durchgehend miserabel und wurde fast durchgängig von einem Fiepen begleitet und zu allem Überfluss stieg ganz am Ende noch die Bassgitarre aus, die erst nach Minuten des Wartens repariert wurde. Von einem professionellen Musiker mit der Erfahrung eines Joe Lynn Turners hätte man wohl erwarten können, dass er das Publikum ein wenig unterhält. Aber da war sich der feine Herr wohl zu cool dafür. Was seine Coolness angeht sollte ihm vielleicht auch mal jemand sagen, dass man sich ab einem gewissen Alter nicht mehr unbedingt in hautenge Kleidung wirft, zumal dann nicht, wenn man eine Wampe hat und folglich wie eine Mettwurst aussieht. Aber vielleicht wollte er einfach nur so aussehen, wie Jürgen Blackmore wirkt...

Gesanglich gab es an Herrn Turner nichts zu meckern - eine begnadete Stimme bleibt eine begnadete Stimme, die sich auch in hohen Gefilden absolut sicher fühlte. Doof nur, dass bei den Rainbow-Songs gar keine Stellen vorgesehen sind, in denen über die Maßen hoch gesungen wird. Wenn man dann als Sänger beweisen will, dass man es doch kann, schreit man einfach zwischendurch mal - passt zwar nicht, aber man fühlt sich toll dabei.

An der Spielzeit gab es grundsätzlich nichts zu meckern, wenn man auch durchaus den ein oder anderen Song von den ersten drei Alben mehr hätte spielen können, denn nach meiner Meinung spielt man entweder gar keinen Song aus der Dio-Ära oder aber alle Hits. Nur eine handvoll davon  anzuspielen lässt mich als Zuschauer doch etwas verdutzt die Halle verlassen.

Als Résumé des Abends bleibt die Erkenntnis, dass man sich nicht von großen Namen täuschen lassen sollte. Ich bin wirklich ein Freund von Coverbands und habe schon einige, teilweise extrem überzeugende gesehen und werde meine Lehren daraus ziehen, dass ich Coverbands nur noch dann anschauen, wenn sie sich als Liveband einen Namen erspielt haben und nicht etwa mit großen einzelnen Namen der Bandmitglieder kokettieren. Das ist auch der Grund, weshalb ich es nicht bereue, dort gewesen zu sein. Wäre ich nicht dort gewesen hätte ich mich ewig geärgert, diese Chanc verpasst zu haben und der Abend war außerordentlich lehrreich für mich.

evlaS

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Carnage Rockfabrik

Salve 


Was hatte ich mich auf diesen Abend gefreut. Bereits auf dem Konzert im März waren neue Stücke aus dem neuen Sacred Steel-Album zu hören und es war klar, dass man sich im Lager der Band wieder der Tradition verpflichtet fühlen würde, dementsprechend eine Releaseparty mit Konzert zu schmeissen. Doch Monate zogen ins Land und es waren nur häppchenweise Neuigkeiten zu hören. Doch vor ein paar Wochen war es dann soweit und das Konzert wurde für den 22. Oktober angekündigt. Doch nicht genug der Tatsache, dass es wieder eine Releaseshow geben würde, so gab es noch ein paar Rahmenbedingungen, die die Vorfreude noch mehr ansteigen ließen: Die Tatsache, dass das Konzert an einem Donnerstag und somit unter der Woche steigen würde wurde mehr als ausreichend damit ausgeglichen, dass das ganze zu freiem Eintritt abgehalten wurde. Ebenso überrascht und erfreut zeigte ich mich über die Tatsache, dass neben den mächtigen Sacred Steel auch Dawn Of Winter und somit Sänger Gerrit in doppelter Funktion zu sehen sein würde.

Irgendwann war es dann endlich soweit und der lang erwartete und heiß herbeigesehnte Donnerstag kam. Die Woche vor dem Abend habe ich meiner Vorfreude auf diesen Abend mit tagtäglichen Twittereien Ausdruck verliehen und bin damit dem ein oder anderen vielleicht auf den Sack gegangen, wofür es an dieser Stelle selbstverständlich keinerlei Entschuldigung geben wird. 

Zurück zum Tag der Entscheidung: Los ging die Reise von Stuttgart aus, wo ich wenige Tage zuvor noch eines der seltenen Dawn Of Winter-Konzerte sehen durfte. Am Hauptbahnhof war eigentlich das Treffen mit Steffen geplant, aber auf Grund gewisser Schwierigkeiten in der Kommunikation wurde dieses an die Haltestelle Nordbahnhof verlegt. In Ludwigsburg angekommen wurden wir dann von Diana aufgegriffen, um uns auf den Weg zum örtlichen Kaufland zu machen. Hier wurden die Einkäufe für das Abendessen in Form von fester und nicht zuletzt auch flüssiger Nahrung besorgt und auch Wargod Matze stieß hinzu, der extra für diesen Abend den Weg aus Kassel angetreten ist - dafür nochmals einen dicken Respekt!

Kaum betraten wir die Rockfabrik wurden wir bereits mit den Klängen aus dem neuen Sacred Steel-Album begrüßt. Ich habe versucht möglichst nicht zu lauschen, da ich dies zu Hause und in Ruhe tun will, sobald ich die CD in Händen halte. Leider war dies an diesem Abend noch nicht möglich, da die limitierte Box zu Carnage Victory erst mit einer Woche Verspätung ausgeliefert werden kann. Damit blieb es beim Kauf am Merchandise-Stand dabei, dass wir uns ein spezielles Shirt zu diesem Event besorgt haben - nicht unbeachtet bleiben sollte der Hinweis, dass der Preis mit 10 Euro für ein Shirt mit Front- und Backprint mal wieder mehr als fanfreundlich ausgefallen ist und es obendrauf zu jedem Kauf ein kostenloses Dogtag gab, wie es auch der Box beiliegen wird. Ebenso lobenswert finde ich die Tatsache, dass man auch Shirts in Größe S angeboten hat - eine leider viel zu seltene Tatsache, an der sich viele andere mal Beispiel nehmen sollten!

Nun aber zum musikalischen Teil des Abends, der von Dawn Of Winter eingeläutet wurde. Deren Setlist unterschied sich, wie angekündigt, in keinem Punkt von der drei Tage zuvor in Stuttgart. Wenn dies der Qualität auch keinen Abbruch tat, so war der Gig im Kap Tormentoso doch der überzeugendere für mich. Die wesentlich kleinere Atmosphäre dort steht der so unglaublich intensiven Musik von Dawn Of Winter einfach viel besser zu Gesicht. Aber keinesfalls möchte ich den RoFa-Auftritt schlecht reden. Es war ebenfalls ein grandioses Konzert einer mächtigen Band, die überraschenderweise eine ganze Reihe von Bangern vor der Bühne versammeln konnten.

Nach der Ankündigung, Watch Me Bleed würden kurzfristig an diesem Konzertabend teilnehmen habe ich mir deren Material auf der mySpace-Seite angehört und konnte innerhalb kürzester Zeit sagen, wo ich zum Zeitpunkt sein würde, an dem die auf der Bühne stehen: draußen! Und so war es dann auch. Was diese Band an diesem Abend auf den Brettern zu suchen hatte, habe sicherlich nicht nur ich mich gefragt. Zumal Sacred Steel vor ein paar Jahren mal ein Shirt rausgebracht haben mit dem Aufdruck "Metalheads against Metalcore". Sollte jemand ein solches Shirt noch übrig haben, kann er sich gerne an mich wenden, denn ich habe das damals verpasst, es mir zu besorgen, obwohl es mir diese drei Worte aus der Seele sprechen.

Irgendwann musste dann auch mal Schluss sein und man konnte sich wieder in die Räumlichkeiten wagen. Ich selbst habe keine Sekunde verstreichen lassen und gleich an der Position Aufstellung genommen, von der ich das Konzert aus genießen wollte: Erste Reihe Mitte! Hier wartete ich dann auf das Inferno, das auf das Publikum losgelassen wurde. Meine Liebe zu Sacred Steel ist eine, die schwer fällt, in Worte gefasst zu werden und gleiches gilt für diesen Auftritt: Sämtliche Superlative würden nicht dem gerecht, was ich erleben durfte. Schon der gleich zu Anfang angespielte Anfang von "Heavy Metal To The End" erzeugte ein Gefühl, wie man es wohl niemals nachvollziehen kann, wenn man nicht für diese Musik lebt. Es ist eine Floskel, die mit Sicherheit überstrapaziert ist, aber in Momenten wie diesen weiß ich, dass ich einfach 100% dahinter stehen kann: ICH LIEBE HEAVY METAL! Und Sacred Steel spielen nicht einfach nur Heavy Metal, wie alle anderen Bands: Diese Band ist die Fleischwerdung von Heavy Metal. Beim nächsten Mal, wenn mich ein Nicht-Metalhead fragen wird, was Metal ist und was es mir bedeutet werde ich ihm als Antwort die Wargods Of Metal vorspielen - sollten dann noch Fragen bestehen wird diese Person all das niemals verstehen.

Aber ich schweife ab; zurück zum Konzert: Der richtige Einstieg wurde dann mit "Carnage Rules The Fields Of Death" begonnen - kann es etwas besseres geben? Mich hatte die Band spätestens an diesem Punkt auf ihrer Seite und ein Zauber überkam mich, der mich den Rest des Konzerts wie in Trance erleben ließ. Was folgte waren weitere ältere Songs und mit "Charge Into Overkill" das erste neue Stück, das allerdings nicht zum ersten Mal live gespielt wurde und dementsprechend zumindest einem kleinen Kreis bekannt war. Ebenfalls neu war das folgende "Carnage Victory", eine Nummer eher im Mid-Tempo angesiedelt, die zu einem nicht unwesentlichen Teil von Gerrits Stimme getragen wurde. Stimmlich in ganz andere Regionen ging es mit der Death Metal-Nummer "Slaughter Prophecy". Ich bin kein großer Death Metal-Fan und habe nahezu alle Sympathien für diesen Musikstil in den letzten Jahren abgelegt, aber in der von Sacred Steel dargebotenen Form lasse ich mir das gerne servieren. Das ebenfalls neue "Broken Rites" wurde mit einer Wutrede an die katholische Kirche eingeleitet und hat Interesse geweckt, den Text des Songs zu lesen. Leider muss ich zugeben, dass das Lied an sich mich nicht sonderlich überzeugt hat - natürlich war dies erst der erste Durchlauf, aber an irgendeiner Stelle hat es dem Song an Wumms gefehlt - mal schauen, ob sich dieses Gefühl auf dem Album dann bestätigt oder einstellt. Der fehlende Wums wurde danach aber mit "Open Wide The Gate" in aller Ausführlichkeit nachgereicht, um direkt danach mit Black Church ordentlich aufs Bremspedal zu treten. Mit diesem Song wurde ein spezieller Wunsch von mir wahr, denn diese unglaublich intensive Kreation wollte ich unbedingt einmal live erleben und die Erwartungen an dieses Stück wurden auch in vollem Maße erfüllt - Gänsehaut gepaar mit purer Energie! Da das vielleicht nicht jeder so sah wurde danach mit "Dark Forces" wieder eine Vollgasnummer zum Besten gegeben, worauf in Form von "Metal Reigns Supreme" wieder etwas ganz altes ausgepackt wurde. Als Kontrast hierzu folgte ein weiteres Stück vom neuen Album: "Denial Of Judas", das einen besonderen Höhepunkt in dem Moment erlebt, in dem alle Instrumente aussetzen und man nur noch Gerrits Stimme zu hören bekommt, der allen Rufen von Neidern zum Trotze tatsächlich ein verdammt gutes Organ besitzt; über die Einzigartigkeit muss sich sicherlich nicht gestritten werden. Mit "Sacred Bloody Steel" ließ man noch eine Hymne auf die Masse los, um schlussendlich doch noch das zu anfangs angespielte "Heavy Metal To The End" zum Besten zu geben.

Der Zugabenteil bestand aus der Highspeed-Nummer "Maniacs Of Speed", dem schleppend-schweren "Blood On My Steel" und schlussendlich natürlich dem obligatorischen "Wargods Of Metal", bei dem es endlich wieder gelang ein paar Leute auf die Bühne zu bewegen, was beim letzten Konzert in Pforzheim noch scheiterte, wo ich mich im Zugabenteil irgendwann alleine auf der Bühne wiederfand und sich nicht mal das nötige Publikum fand, damit ich elegant Stagediven konnte. Doch in Ludwigsburg war alles anders: Hier waren die nötigen Maniacs, die sich verausgabten. Doch nicht nur die haben sich verausgabt. Gerrit hat die letzten Songs in Mitten des Publikums eingesunden und sah sich für den anfänglichen Schrei in "Wargods Of Metal" nicht fähig, wofür dann kurzfristig Martin von Warcry beschäftigt wurde.

Damit war dieses Konzert dann leider auch schon wieder vorbei. Als Erinnerung bleibt mir noch einer von Matzes Drumsticks, um den es mit Thom noch eine Schlacht auf Leben und Tod gab, in der am Ende aber doch ich die Oberhand gewinnen konnte.

Und weiterhin bleibt natürlich die Freude auf und über ein neues Album der mächtigen Sacred Steel in der Hoffnung auf möglichst zeitnahe, neue Konzerte. Und um die Zeit zu überbrücken hier noch eine kleine Studioreportage von den Aufnahmen zu Carnage Victory:

Link

Die Rockfabrik leerte sich, wie kaum anders zu erwarten, recht schnell - viele mussten am folgenden Freitag wieder bei der Arbeit auf der Matte stehen.

evlaS

Montag, 19. Oktober 2009

Dawn Of Winter und Spiritus Mortis Live in Stuttgart

Salve

Nachdem das Hammer Of Doom II vergangenen Samstag ohne mich über die Bühne ging, ergriff ich doch noch die, vorerst nicht einmal letzte, aber dennoch seltene Chance, Dawn Of Winter auf der Bühne zu sehen. Da ich sie in Würzburg nicht gesehen habe, kann ich natürlich keine Vergleiche anstellen, aber ich möchte mich dennoch zu der These hinreissen lassen, dass es hier wohl wesentlich intensiver war als in einer wesentlich größeren Halle.

Ich kam passend zum Beginn des ersten Songs in das kleine Kap Tormentoso, das wie geschaffen war für ein Event dieser Art. Es war klein und beschaulich und hatte genau die richtige Größe, dass es vor der Bühne nicht zu eng war, aber andererseits auch keine riesigen Lücken klafften - einfach eine sehr intime Location, die mich gewiss nicht zum letzten Mal gesehen hat!
Man beachte auch das wunderschöne Plakat, mit dem der Abend beworben wurde - schlicht, aber eine Augenweide in Reinnatur:


Dawn Of Winter spielten eine ganze Reihe Lieder von ihrem letzten Album "The Peaceful Dead", die alle wohlwollend aufgenommen wurden. Teilweise wurde auch mal ein wenig aufs Gas gedrückt, aber der Doom regierte durchgängig. Lange hat es bei mir gedauert, aber ich schätze, so langsam werde auch ich zum Doomkopf!

Die Vermutung liegt nahe, dass die gleiche Setlist wie beim Hammer Of Doom II runtergespielt wurde, da laut Sänger Gerrit beim nächsten Konzert in Ermangelung ausreichender Zeit zum Proben ebenfalls die gleichen Songs auf die Meute losgelassen werden. Somit wurde meine Hoffnung auf The Witchfinder mit einem alles zerberstenden Bass live leider zerstört - außerordentlich schade! Aber auch ohne dieses Stück war das gebotene eine Freude für die Ohren und jede schwere Seele, ganz passend zur Jahreszeit.

Nach kurzer Zeit war es dann soweit, dass Spiritus Mortis auf die kleine Bühne traten; zumindest taten sie dies zum Teil. Der Sänger, vielen wie etwa bislang mir vor allem bekannt durch seine Tätigkeiten bei den mächtigen Reverend Bizarre, hatte es bevorzugt seine Show abzuziehen vor der Bühne inmitten des Publikums. Das, was er dabei so anstellte lässt sich nur schwer beschreiben. Er war total in seiner eigenen Welt und ging total in dem auf, was er da gemacht hat. Er streckt sich gen Decke, kroch auf dem Boden rum, krümmte und wälzte sich, betete die Diskokugel an, jammerte, flehte und sang einfach nur mächtig. Eine absolut beeindruckende Band, die in jeder Sekunde eine unglaubliche Intensität an den Tag legte, die durch die kleine Locaton nur noch gesteigert wurde.

Insgesamt ein toller Abend, mit vielen netten Leuten, die nahe ausschließlich positive Reaktionen auf meine KISS-Kutte zeigten, was ich an einem reinen Doom-Abend wie dem gestrigen für alles andere als eine Selbstverständlichkeit halte.

Zum Schluss bleibt für mich die Frage, warum es Veranstaltungen dieser Art nicht öfter gibt: Ein oder zwei vergleichsweise kleine Bands, denen man anmerkt, dass sie einfach nur spielen wollen auf eine kleine Bühne stellen, keinen Eintritt verlangen und schon hat man ein Lockmittel, das sogar unter der Woche gut funktioniert, wie man am gestrigen Montag überdeutlich merken konnte. Aus diesem Grund ein dickes Lob an das Kap Tormentoso in der Hoffnung, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art war.

evlaS